Smart Home – vernetztes Zuhause

Display für Smart Home | Bild: goodluz fotolia.com
Display für Smart Home | Bild: goodluz fotolia.com

„Habe ich die Heizung abgedreht?“ „Steht das Fenster noch offen?“ „Habe ich das Licht ausgeschaltet?“ – kennen Sie diese Fragen? Damit wären Sie nicht allein. Diese schleichen sich schnell ein, wenn man vor lauter Routine auf dem Weg zur Arbeit oder unter Stress stehend nicht mehr weiß, ob das Haus oder die Wohnung ordentlich verlassen wurde. Wie schön wäre es jetzt, ein System zu haben, das all diese Fragen mit einem Blick beantworten könnte und kleine Schusseligkeiten korrigiert – und das gibt es: Smart Home.

System Smart Home

Um intelligentes Zuhause zu verstehen, hilft es, den Begriff System deuten zu können: Viele Teile ergeben ein Ganzes. Mindestens zwei Komponenten sind zwingend erforderlich: Sender (Sensor) + Empfänger (Receiver/Aktor). Zwischengeschaltet ist bei einem größeren Projekt wie einer Haussteuerung eine Zentrale. Die Zentrale hat Kontakt zum Empfänger und zum Sender. Eingehende Signale vom Sender werden in der Zentrale verarbeitet und an den Empfänger weitergegeben.

Sender sendet Ist-Zustand an Zentrale. Zentrale prüft Signale und gibt bei Handlungsbedarf Befehle als Signale an Empfänger. Empfänger aktiviert bzw. deaktiviert das angeschlossene Gerät.  

Beispiel: Eine Funk-Wetterstation (Sender) meldet erhöhte Windstärke an die Zentrale. Die Zentrale gibt diese Meldung (verarbeitet als Signal zum Handeln) an einen Rollladen-Aktor (Empfänger) weiter. Der Aktor aktiviert daraufhin den Rollladenmotor, der das mit ihm verbundene Rollo aus- oder einrollt.

Voraussetzung für Smart Home – zu Deutsch: intelligentes Zuhause, auch vernetztes Zuhause genannt – ist Elektrizität. Denn die Aktoren steuern elektrische Geräte. Ohne Strom funktioniert keine Schaltung und kann keine Koppelung zur Zentrale hergestellt werden.

Smart Home realisiert die Vision von dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Geräte sollen untereinander kommunizieren und nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip (wenn das, dann das) scheinbar selbstständig agieren. Ziel ist es, den Menschen den Alltag zu erleichtern oder Prozesse im Arbeitsleben effizienter zu gestalten.

Die Koppelung zwischen den Teilnehmern muss permanent bestehen. Das heißt, auch wenn Sie keinerlei Aktivitäten bemerken, Rollläden sind still, Beleuchtung ist aus oder Heimkino ist nicht an, ist die Verbindung zwischen den Teilnehmern dennoch gegeben. Sie stehen im Standby-Modus, also in Bereitschaft. Betrieben werden manche mit Strom, viele auch mit Batterien und Akku. Aus diesem Grunde ist eine Batteriestandsanzeige empfehlenswert. Hochwertige Komponenten melden über ein akustisches oder visuelles Signal, wenn die Koppelung zwischen ihnen und ihrem Verbindungsteilnehmer abbricht. Wenn beispielsweise die Funk-Wetterstation keine Werte mehr an die Zentrale überträgt, könnte diese ein Alarmsignal abgeben, das Ihnen als Nutzer symbolisiert: Bitte Verbindung bzw. den Sender prüfen. Zu diesem Zweck muss Bidirektionalität vorliegen, das heißt: Sender und Empfänger sind in der Lage, miteinander zu kommunizieren. Der Ist-Zustand der Komponente kann abgefragt werden (verfügbare Koppelungen, Energie, Wartung etc.). Die Zentrale muss bidirektional konzipiert sein.

Das Verbinden/Koppeln von Teilnehmern (Sendern, Aktoren, Zentrale) nennt sich auch Paaren oder Paarung (engl. pairing). Stellen Sie die Verbindung zum Beispiel zwischen Bewegungsmelder und Lichtsteuerung her, paaren Sie die beiden Komponenten.

On/Off: Was kann gesteuert werden?

Prinzipiell können Sie alles steuern lassen, was über Strom betrieben wird. Bereits mit Funkschaltern und -steckdosen können Sie Geräte in das System einbringen. Diese Zwischenschalter ermöglichen über Fernbedienung die Trennung oder die Verbindung zum Stromnetz. Insofern sie mit einem Gateway (Näheres dazu weiter unten) verbunden werden können, lassen sich diese auch via App über ein internetfähiges Mobilfunkgerät steuern.

Beleuchtung steuern mit Smartphone-App | Bild: edinger
Beleuchtung steuern mit Smartphone-App – angeschlossen ist die Lampe an einer Somfy-Funksteckdose | Bild: edinger

Ein Beispiel: Stecken Sie eine Funk-Steckdose in eine normale Steckdose. Schließen Sie eine Lampe an. Koppeln Sie Fernbedienung und Steckdose. Anschließend können Sie mittels Fernbedienung die Stehlampe an- und ausschalten, indem Sie die Verbindung zum Stromnetz zulassen (ON) oder trennen (OFF). Mit einer App und einem mit der Zentrale verbundenen Smartphone können Sie die Lampe nicht nur an- und ausschalten, sondern auch dimmen, vorausgesetzt Steckdose und Leuchtmittel sind dimmbar.

Ein weiteres Beispiel: Verbinden Sie den Rollladenmotor an Ihren Rollläden mit einem Funk-Rollladenaktor. Koppeln Sie Fernbedienung und Aktor. Fortan können Sie Ihre Rollläden mittels Fernbedienung hoch- und runterfahren. Integrieren Sie den Aktor in ein WLAN, können Sie ihn auch über App fernsteuern.

Rollo fernsteuern: Komponenten - Bildnachweise: [Bild 1] Picture-Factory fotolia.com; [Bild 2] Jürgen Fälchle fotolia.com; [Bild 3 und 4] Smartwares SmartHome; [Bild 5] nullplus fotolia.com
Beispiel: Rollo fernsteuern – Sie brauchen ein Rollo [Bild 1] mit elektrischem Antrieb [Bild 2] (Rollladenmotor). Den Schalter für den Rollladenmotor ersetzen Sie durch den Rollladenaktor [Bild 3]. Verbinden Sie Rollladenaktor mit einer WiFi-/WLAN-Steuerzentrale [Bild 4] und integrieren Sie den Rollladenaktor in Ihre Smartphone-App [Bild 5].
Die fernzusteuernden Schalter und Steckdosen (Funk oder WLAN) ersetzen die nicht fernsteuerbaren Pendants. Was sich über einen Schalter oder eine Steckdose ohne weitere Zwischenschritte an- oder ausschalten bzw. hoch- oder herunterfahren lässt, können Sie mit dieser Variante steuern.

Ein Beispiel: Ein Wasserkocher ohne Kippschalter wird aktiviert, sobald Sie den Stecker in die Steckdose stecken. Diesen Wasserkocher können Sie problemlos fernsteuern, wenn Sie zwischen Wasserkocher und einfache Steckdose eine Funksteckdose platzieren. Per Fernbedienungstaste ON aktiviert sich der Wasserkocher und insofern eine Fernbedienung mit Timer-Funktion oder eine entsprechende App vorhanden sind, können Sie den Wasserkocher so einstellen, dass er zur Wunschzeit anspringt.

Bei einem Wasserkocher mit Kippschalter würde zwar der Strom zufließen, sobald Sie auf Ihrer Fernbedienung die Taste ON drücken. Da der Kocher jedoch erst durch den Kippschalter aktiviert wird, müssten Sie trotzdem manuell den Schalter betätigen. Das kann Ihnen die Funksteckdose oder die Fernbedienung nicht abnehmen. Alternativ können Sie sich damit behelfen, den Kippschalter auf ON zu stellen und nach dem Wasserkochen diese Prozedur zu wiederholen. Ob dies so einfach funktioniert, ist vom jeweiligen Gerät und dessen Sicherheitseinstellungen abhängig.

Tipp
Die Funk- und WLAN-Steckdosen- und -Schalter sind eine praktische Möglichkeit, herkömmliche Geräte in ein Smart Home einzubauen.

Darüber hinaus haben Sie jedoch eine Vielzahl an Geräten, die bereits mit WLAN ausgestattet sind und sich in Ihr Heimnetzwerk integrieren lassen. Dazu zählen nicht nur die üblichen Arbeitszimmergeräte wie WLAN-Drucker und ähnliches. Denn inzwischen sind auch WiFi-Waschmaschinen oder -Kaffeemaschinen auf dem Markt. Dazu kommen die Pelletöfen: Feuer wie im Kaminofen, aber elektrische Steuerung des Brennvorgangs. Haas & Sohn hat zum Beispiel WLAN-Öfen mit der Global-Reihe auf den Markt gebracht.

Ausschnitt aus dem Video von Haas & Sohn zur Produktreihe Global mit WLAN-Modul
Ausschnitt aus dem Video von Haas & Sohn zur Produktreihe Global mit WLAN-Modul

Einige Smart-TV können darüber hinaus als Smart-Home-Zentrale (Hub/Controller/Gateway) fungieren. Begreift man den Fernsehbildschirm als Monitor, ist das Prozedere schnell verstanden. Über den smarten Monitor können schon jetzt Apps eingesehen, lokal verwaltete Bild- und Videodateien angeschaut, gestreamt und gesurft werden. Ist der Smart TV mit der entsprechenden App ausgestattet, lassen sich daher auch sämtliche Smart-Home-Vorgänge über ihn regeln. Vor allem Samsung ist mit seinem Angebot SmartThings in diesem Bereich zu nennen. Über Samsung Smart-TV-App und Smartphone-App lassen sich bereits Fenstersensoren, Bewegungsmelder, Beleuchtung oder Anwesenheitssensoren steuern. Binden Sie eine Überwachungskamera ein, zeigt Ihnen der TV-Bildschirm, was sich in ihrem Erfassungsbereich gerade abspielt. Mehr zu den Anbietern und zur Kompatibilität ihrer Programme finden Sie hier im Beitrag unter: Smart-Home-Anbieter.

Draht oder drahtlos

Für die Teilnehmer in einem vernetzten Zuhause ist es zweitrangig, wie sie miteinander verbunden sind. Wichtig ist nur, dass die Verbindung besteht. Vor der Zeit des Funk gab es bereits Smart Home, nur den Begriff dazu noch nicht. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die gängigen Systeme (Kabel, Funk, WIFI/WLAN).

BUS (kabelgebunden)

Noch in den Siebzigern wurden Sender und Empfänger über Kabel miteinander verbunden und bei größeren Projekten über eine Zentrale gesteuert. Ein System, das dies ermöglicht, ist ein BUS (Binary Unit System). Für BUS gab es früher nur die Kabelvariante. Die Teilnehmer wurden über Knoten (Anschlüsse) an das kabelgebundene BUS angeschlossen. Die Daten- bzw. Signalübertragung geschah ausschließlich über die Kabel. Das brachte erhebliche Einschränkungen bei der Herstellung. Sie mussten nicht nur auf die Kabellänge achten, sondern auch auf den richtigen Zeitpunkt der Installation.

Kabelverlegung im Rohbau | Bild: Wellnhofer Designs fotolia.com
Kabelverlegung im Rohbau – spätestens bis zu dieser Phase sollten Sie bei einem BUS-gesteuerten Smart Home die Teilnehmer sorgsam geplant haben – aufgrund der Komplexität sollte die Installation von einem Fachmann wie einem Elektroinstallateur durchgeführt werden  | Bild: Wellnhofer Designs fotolia.com

Schon vor dem Hausbau oder der Wohnungssanierung war es sinnvoll, an die BUS-Verkabelung zu denken. Für jede neue möglicherweise nachträglich hinzukommende Komponente musste bereits vorgeplant werden.

  • Vorteil: Die Verbindung ist äußerst stabil, da sie nicht durch (Funk-)Störungen abbrechen kann.
  • Nachteil: Viel Vorausplanung und Eingriffe ins Mauerwerk erforderlich. Fachwissen ist bei einem BUS zwingend anzuraten.

Funk

Funk besteht aus elektromagnetischen Wellen, die Anzahl der Schwingungen pro Zeiteinheit nennt man Frequenz. Angegeben wird die Funk-Frequenz in Hertz (Hz) bzw. Mega-Hertz (MHz). Über festgelegte Frequenzen kommunizieren die Teilnehmer miteinander, das heißt: Ihre Signale und Daten werden als elektromagnetische Wellen in einer bestimmten Frequenz übertragen. Somit entfällt das Datenkabel als Datenüberträger. Strom beziehen die Teilnehmer über Batterie/Akku oder über das mit der Steckdose verbundene Stromkabel.

Funkthermostat mit Fernbedienung | Bild: Smartwares
Funkthermostat mit Fernbedienung – die Paarung geschieht mittels Anlernknopf | Bild: Smartwares

Um die Teilnehmer miteinander zu koppeln, gibt es zwei Varianten:

  1. Datenkabel wird angeschlossen, damit sich die Komponenten „erkennen“/identifizieren können. Anschließend wird über ein integriertes Programm die Kommunikation zur entsprechenden Frequenz hergestellt (es wird auf Funk umgeschaltet). Bei erfolgreicher Herstellung wird das Datenkabel entfernt und die Kommunikation verläuft über Funk. Sollten Abbrüche vorliegen, kann das Datenkabel für eine erneute Identifikation sorgen.
  2. Anlern-Knopf (engl: learn button): Beide Teilnehmer besitzen einen sogenannten Anlernknopf. Drücken Sie nun die entsprechende Taste auf dem Sender und an dem Empfänger, wird eine Suche nach kompatiblen Teilnehmern ausgelöst. Bei erfolgreicher Durchführung finden sich die beiden und die Funkverbindung ist aktiviert.

Vorteil: Drahtlose Koppelung der Teilnehmer untereinander, neue Teilnehmer können schnell hinzugefügt werden, nicht mehr genutzte entfernt werden.

Nachteil: Die Funkreichweite ist begrenzt. Funkstörungen (z.B. durch Geräte auf derselben Frequenz) beeinträchtigen die Verbindungsqualität. Bei Funk-Teilnehmern hat sich daher die Bidirektionalität bewährt. Entweder die Zentrale signalisiert einen Ausfall oder der gekoppelte Sender teilt Ihnen zeitnah mit, wenn die Verbindung zum gekoppelten Empfänger nicht mehr vorhanden ist. Generell ist es sinnvoll und wird besonders bei Sicherheitskomponenten (z.B. Funk-Gefahrenmelder) beachtet, dass Teilnehmer über eine Batteriestandanzeige verfügen und ein entsprechendes Signal rechtzeitig abgeben, wenn die Batterie gewechselt werden sollte.

LAN/WLAN

LAN steht für lokales Netzwerk (engl: local area network), wireless LAN (WLAN) für drahtloses lokales Netzwerk. Teilnehmer in dem Netzwerk sind zum Beispiel über Ethernet (lokal begrenzt) oder Internet (globaler Datenaustausch möglich) verbunden. Eine spezielle Form ist darüber hinaus das Intranet, bei dem eine gezielte Begrenzung des Benutzerkreises vorliegt. Hier wären also die technischen Voraussetzungen für Internet gegeben, aber sind nicht erwünscht, zum Beispiel bei einem Firmennetzwerk.

Ein Beispiel: Über Ethernet lassen sich sämtliche lokalen Teilnehmer miteinander durch Ethernetkabel (LAN-Kabel) verbinden. Die Verbindung existiert jedoch nur darüber. Möchten Sie zum Beispiel eine Live-Ansicht via Überwachungskamera von Ihrem Wohnzimmer außerhalb Ihrer vier Wände über Ihr Smartphone anschauen, benötigen Sie Internet bzw. WLAN.

Der oft genutzte Begriff WiFi ist übrigens eine spezielle Art von WLAN. Anders ausgedrückt: Jedes WiFi ist WLAN, aber nicht jedes WLAN ist WiFi.

Für den Anschluss an das weltweite Netz ist ein Modem erforderlich. Die einzelnen Teilnehmer lassen sich mit einem am Modem angeschlossenen Router verbinden. Auch hier haben Sie die Wahl zwischen kabelgebunden (LAN) oder kabellos (WLAN). Während Sie bei einem LAN-Router auf die LAN-Anschlüsse (Ports) begrenzt sind …

LAN-Kabel für Ethernet | Bild: moebiusdream
LAN-Kabel mit RJ45-Stecker für Ethernet an einem Router – je mehr Ports (Steckmöglichkeiten) der Router hat, umso mehr Geräte können Sie anschließen| Bild: moebiusdream

… haben Sie bei einem WLAN-Router eine wesentlich höhere Anzahl an Geräten, die Sie zuschalten können. Diese ist unter anderem abhängig von der Bandbreite bzw. der Datenübertragungsrate.

WLAN-Router | Bild: Oleksandr Delyk fotolia.com
WLAN-Router – das vierte Symbol von links ist das Zeichen für WLAN, an dieses schließen sich die Zeichen für die Ports (LAN) an; mit den Antennen lassen sich die WLAN-Funkwellen ausrichten| Bild: Oleksandr Delyk fotolia.com

Beim WLAN geschieht die Kommunikation der Teilnehmer untereinander über elektromagnetische Wellen (Funk). Es hat somit ähnliche Vor- und Nachteile wie die klassische Funkübertragung.

Vorteil: Teilnehmer flexibel zuschaltbar, keine Datenkabelanbindung nötig

Nachteil: begrenzte Reichweite und Funkstörungen durch andere Geräte.

Tipp: Mit einem WLAN-Repeater erhöhen Sie die Funk-Reichweite bzw. verstärken das gesendete Signal, sodass Sie auch entfernt stehende Teilnehmer mit dem Router koppeln können.

Eine weitere Möglichkeit für eine stabile Verbindung ist Power-Line. Verbinden Sie den Router mit dem Power-Line-Adapter über ein LAN-Kabel und stecken Sie den Adapter in eine nebenstehende Steckdose.

Powerline Netzwerkadapter | Bild: Olivier Le Moal fotolia.com
Powerline Netzwerkadapter | Bild: Olivier Le Moal fotolia.com

Anschließend verbinden Sie das Gerät, das mit dem Router gekoppelt werden soll, seinerseits über ein LAN-Kabel mit einem Adapter und stecken den Adapter in eine Steckdose. Auf diese Weise wird über die verbundenen Steckdosen nicht nur der Strom geliefert, sondern auch die Daten übertragen.

Funk + WLAN durch Gateway

Möchten Sie Ihre Funk-Systeme über WLAN bzw. Smartphone steuern, benötigen Sie ein Gateway. Das Gateway fungiert als Schnittstelle zwischen zwei unterschiedlichen Protokollen. Protokolle werden im Allgemeinsprachgebrauch auch Kommunikationsstandard genannt. Speziell für das Smart Home handelt es sich um Protokolle, die für die Kommunikation von Geräten untereinander entwickelt wurden. Funkprotokolle dieser Art sind oft im 433-MHz-Bereich zu finden. WLAN-Protokolle für Gerätekommunikation sind zum Beispiel ZigBee oder Z-Wave darüber hinaus gibt es viele herstellereigene, die speziell für deren Geräte generiert wurden. Die wichtigsten Protokolle finden Sie tabellarisch zusammengefasst in diesem Wikipedia-Artikel. Das Gateway wirkt als „Übersetzer“ und „Vermittler“, indem es die Kommunikation von Komponenten zweier an sich unterschiedlicher Systeme ermöglicht  (zum Beispiel Funksteckdose und Smartphone-App). Es befindet sich in der Steuerzentrale eines Smart Home bzw. stellt sie dar.

Vielfalt durch die Cloud

Was die Anbindung an das Internet so besonders macht, ist der Datentransfer über sogenannte Clouds. Eine Cloud (zu Deutsch: Wolke) ist ein von einem Anbieter kostenlos oder entgeltlich zur Verfügung gestellter Platz auf einem Server, auf dem Sie Ihre Daten hoch- und herunterladen können. Auf diesem können Smart-Home-Geräteanbieter wie Smartwares ebenso Programme (Apps) einspielen, die es Ihnen ermöglichen, zum Beispiel Live-Ansichten von Ihrem Zuhause anzusehen oder Zeiteinstellungen für Ihre Geräte aus der Ferne vorzunehmen. Diese Serverbereiche sind verschlüsselt. Der Zugang zur Cloud wird durch ein Konto (Account) realisiert. Um die Cloud  aufzurufen, benötigen Sie daher ein Konto mit Passwort und Benutzernamen bzw. Ihre E-Mail-Adresse.

App zur Cloud für SmartThings von Samsung
App zur Cloud für SmartThings von Samsung

Programme über eine Cloud werden Ihnen zum Beispiel auch vom Gartengerätehersteller Gardena angeboten, wenn Sie Geräte aus der Gardena-Smart-System-Reihe erwerben – mehr darüber finden Sie im Beitrag über Mähroboter. So lässt sich auch ein Smart Garden in Ihr Smart Home einbinden.

Viele Wege führen zu Smart Home

BUS, Funk, LAN, WLAN/WIFI – diese Wege stehen Ihnen offen, wenn Sie sich für Smart Home entscheiden. Heutzutage wird dieser Begriff vor allem für die WLAN-Variante verwendet. Doch dies bedeutet nicht, dass alle Steckdosen und Schalter WLAN-fähig sein müssen. Mit einem Gateway bzw. einer internetfähigen Steuerzentrale können Sie auch Teilnehmer via Smartphone und ähnlichem steuern, wenn diese mit dem Gateway kompatibel sind, auf derselben Frequenz kommunizieren. Dann sind auch Timereinstellungen und Fernsteuerung über Internet möglich. Diese Funktionen können über das Gateway realisiert werden. Voraussetzung ist neben dem mit dem Internet verbundenen Gateway auch das entsprechende Programm (App), das der Hersteller zur Verfügung stellt.

Anbieter für Smart Home

Komplettlösungen Smart Home ermöglichen Ihnen bereits die Telekom mit Ihrem Angebot Telekom Magenta oder der Energieanbieter RWE über die Tochtergesellschaft innogy SE sowie der Lösungsanbieter im Bereich Gebäudetechnik Gira.

Des Weiteren gibt es Hersteller im Elektro-Bereich, die Gateways + Apps und Komponenten für ein Smart Home anbieten. Dazu zählen (Auswahl):

Smartwares Smarthome: verschiedene Funkschalter für Geräte und Beleuchtung sowie -steckdosen und Sicherheitskomponenten (Bewegungsmelder, Überwachungskameras etc.) oder Funkthermostate ermöglichen einen Einstieg in die Hausautomatisierung. Die Funk-Komponenten können über Fernbedienung und zuzüglich des Smart Switch Controllers mit App auch über Smartphone gesteuert werden. Zugrunde liegt die hauseigene Software Smartwares. Alternativ lassen sich die Geräte auch über HomeWizard verbinden. Kompatibel sind Produkte der Marke mit verschiedenen Komponenten von innogy (ehemals RWE) oder auch everHome.

HomeWizard: ist kompatibel mit Smartwares-Produkten. Hersteller und Programm gehören zu den bekanntesten Anbietern im Bereich Smart Home. Entsprechend breit gefächert ist seine Kompatibilität mit anderen Geräteherstellern, siehe dazu einen Auszug aus der Datenbank von HomeWizard.

HomeMatic: Mit der Programmvielfalt unter der Marke HomeMatic bietet Hersteller eQ-3 ein umfangreiches Arsenal an technischen Lösungen für Smart Home. Seit ein paar Jahren gibt es zudem die Zusatzsoftware  CUx-Daemon, mit der sich weitere Teilnehmer verbinden lassen, als die Steuerzentrale (CCU-x) ohne das Programm zulassen würde.

Netatmo: ist unter anderem kompatibel mit Google Assistent und amazon Alexa. Außerdem stehen verschiedene Lösungen über den Webdienstanbieter IFTTT (if this, then that, zu Deutsch: Wenn das [ist], dann [passiert] das) zur Verfügung, der sich auf Szenarien spezialisiert hat. (Zum Verständnis ein Beispiel: Haben Sie Ihr Smartphone verlegt und es ist auch noch auf lautlos gestellt? Dann kann eine [zuvor installierte] App dafür sorgen, dass die Lautstärke noch oben korrigiert wird, indem Sie Ihrem Smartphone einfach eine codierte SMS schicken. Beim nächsten Anrufversuch werden Sie es also wieder hören und idealerweise auch finden. Solche Lösungen gibt es von IFTTT). Netatmo ist vor allem bekannt für seine Produkte im Bereich Wetter (Wetterstationen, Regensensoren etc.) sowie für Thermostate.

Somfy: ist bekannt für seine Antriebstechnologien für Sonnenschutz und Sichtschutz (elektrisch gesteuerte Sonnensegel, Rollläden, Markisen) sowie Garagentore. Im Smart-Home-Sektor sind daher vor allem solche Sensoren und Aktoren vorrätig, die eben diese Produkte fernsteuerbar machen. Darüber hinaus deckt Somfy jedoch auch alle anderen Bereiche ab wie Beleuchtung, Heizung und Sicherheit (Öffnungsmelder, Bewegungsmelder, Kameras, Alarmanlagen etc.)

Nest: Die Tochtergesellschaft von Google bzw. Alphabet stellt hochwertige und hochpreisige Sicherheitskomponenten her wie zum Beispiel Brandmelder mit steuerbarer Beleuchtung und Sprachfunktion oder Überwachungskameras mit Sprachausgabe. Zugrunde liegt die Nest-App, die kostenlos über Google Play oder Apple Store heruntergeladen werden kann. Um alle Funktionen nutzen zu können, wie zum Beispiel Gesichtserkennung, muss ein kostenpflichtiges Abo bestellt werden.  Nest-Produkte sind mit zahlreichen gängigen Hersteller-Produkten und -Produktlinien kompatibel, wie zum Beispiel Telekom Magenta, Philips-Smart-Beleuchtung Hue, Osram Lightify, Samsung SmartHome, Conrad Connect, LIFX-Beleuchtung und natürlich Google Home.

Home Connect: ist die Smart-Home-Lösung der BSH Hausgeräte GmbH (gegründet von Bosch und Siemens). Über diese Tochtergesellschaft bietet die BSH Hausgeräte für ihr eigenes Smart-Home-System an und Haushaltsgeräte, die via WLAN eingebunden werden können. Hierüber wird zum Beispiel der Bosch Kühlschrank mit Innenkameras angeboten, auf die Sie via Smartphone auch von unterwegs zugreifen können und daher immer im Bilde darüber sind, was sich aktuell in Ihrem Kühlschrank befindet bzw. was noch fehlt. Des Weiteren: WiFi-Waschmaschine/-Trockner oder Wifi-Backofen. Kompatibel ist das System unter anderem mit amazon Alexa, IFTTT, Nest, amazon Dash (Nachbestellen von Haushaltsmitteln über den Dash-Button) sowie Conrad Connect.

Conrad Connect: ist das System von Conrad Connect, einem Spin-Off (Ausgliederung) der Conrad Electronic SE. Dieses System ist kompatibel mit den relevantesten Anbietern und Programmen, unter anderem: amazon-Produkte, Philips Hue, Osram Lightify, HomeMatic, Somfy,  Netatmo, innogy (ehemals RWE), Tado, Honeywell, Home Connect, Logitech, Lifx, Nest.

Elro: Der auf Sicherheit und Alarmanlagen spezialisierte Anbieter hat ebenfalls ein eigenes Smart-Home-Repertoire. Das Funk-System HomeEasy brachte Elro in die smarte Welt. Funksteckdosen und -schalter, Beleuchtung mit Bewegungsmelder sowie Sicherheitskomponenten wie Gefahrenmelder können Sie hier erwerben.

Mit Elro Connects System ist nun auch der Zugang zum WLAN und Smartphone bereitet. Passende Komponenten sind derzeit noch rar, weitere aber angekündigt.

Bekannte Gerätehersteller mit eigenem Smart-Home-System

Folgende Gerätehersteller (Auswahl) bieten Ihnen ebenfalls Smart Home über den hauseigenen Controller/Gateway an:

Samsung: SmartThings Hub – den Hub gibt es als Box mit App oder kann über den Samsung-Smart-TV ab Baujahr 2016 mit entsprechender App realisiert werden. Kompatibel ist die App unter anderem mit D-Link, Osram Lightify, Philips Hue, NetGear, Honeywell, Bose, Yale, Google Assistent, amazon Echo/Alexa. Samsungs Vision ist eine freie und herstellerübergreifende Verwendung. Verwirklicht werden soll dies durch eine hohe Kompatibilität mit anderen Herstellerprodukten. Außerdem steht die Plattform SmartThings zahlreichen anderen Apps gegenüber offen. Das heißt: Verschiedene andere Geräte-Apps lassen sich über SmartThings einspielen. Mit Bixby hat Samsung außerdem einen eigenen Sprachassistenten geschaffen.

BoschSmart Home Controller: Der Controller ist der Einstieg ins Smart Home von Bosch. Ab Frühjahr 2018 sollen auch Außen- und Innenkameras mit dem Controller verbunden werden können. Derzeit (Stand 03.2018) stehen drei Pakete zur Auswahl: Raumklima, Heizung, Sicherheit (Brandschutz, Einbruchsschutz, Gefahrenmelder), Beleuchtungslösungen werden (noch) nicht angeboten.

LG: SmartThinQ™ Hub – der Hersteller von Unterhaltungselektronik ist ebenfalls auf diesem Gebiet tätig. Ebenso wie Samsung hat LG eine eigene künstliche Intelligenz/Sprachassistenten entwickelt: Deep ThinQ. LG baut auf die Lernstrategie, das heißt: Das smarte Haushaltsgerät soll sich dem Nutzer anpassen. Der Saugroboter fährt den Grundriss des Raumes ab, um alle Ecken zum Säubern zu finden. Das Raumthermostat „merkt“ sich, wann Personen im Raum anwesend sind, und schaltet sich entsprechend ein. Zentrale ist der SmartThingQ Hub. Kompatibel sind Geräte und System bereits mit amazon Alexa und Google Assistent.

Smart Home lässt sich bereits mit einem Funk-System wie Home Easy ermöglichen. Bei vielen Anbietern stehen Ihnen folgende Bereiche zur Verfügung: Beleuchtung, Sicherheit und Gerätefernsteuerung.  Um auch von unterwegs Zugriff auf Ihr intelligentes Zuhause zu haben, koppeln Sie Ihr Funk-System an ein Gateway bzw. eine mit dem Funksystem kompatible internetfähige Steuerzentrale. Besonders im Sektor Haushaltsgeräte und Multimedia geht der Trend hin zum bereits integrierten WLAN-Modul. Mit den entsprechenden Komponenten können Sie sogar Ihr Smart Home um einen Smart Garden erweitern.

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