Automatische Gartenbewässerung

Automatische Gartenbewässerung
Automatische Gartenbewässerung © DAIVI shutterstock.com

Pflanzen brauchen Wasser. Damit sie dies in ausreichendem Maße in Ihrem Garten bekommen, müssen Sie Ihre Schützlinge in regelmäßigen Abständen gießen. Tun Sie dies nicht, gehen Ihnen die Pflanzen schnell ein. Besonders in den Sommermonaten sind Rasen, Gemüse, Beerensträucher und Obstbäume auf Sie angewiesen. Können Sie die regelmäßigen Beregnungen aus Zeitgründen oder aufgrund von einer längeren Abwesenheit nicht einhalten, lohnt sich eine automatische Gartenbewässerung. Was darunter verstanden wird, wie Sie sie installieren und bedienen, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

Gartenbewässerung mit der Zeitschaltuhr

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Zeitschaltuhr am Wasseranschluss

So in etwa können Sie sich eine automatische Gartenbewässerung vorstellen. Eine Zeitschaltuhr oder besser: ein Bewässerungscomputer wird zwischen Wasserquelle und Schlauchsystem installiert und regelt fortan den Zulauf. Bei einem manuellen Bewässerungssytem drehen Sie den Zapfhahn auf, sodass das Wasser ungehindert in das Schlauchsystem zu den installierten Regnern und Sprinklern laufen kann. Beim automatischen Bewässerungssystem ist der Zapfhahn die ganze Zeit aufgedreht. Ob jedoch Wasser in das System läuft, wird durch den Computer bestimmt. Zwischen geschaltet ist zumeist ein Kugelhahn, auch Absperrhahn genannt.

Der Unterschied zwischen Zeitschaltuhr und Bewässerungscomputer besteht in der Komplexität und Programmierbarkeit. Eine Zeitschaltuhr kann etwas zu einem von Ihnen festgelegten Zeitpunkt aktivieren, in diesem Fall das Auf- und Abdrehen des Kugelhahns. Ein Bewässerungscomputer kann darüber hinaus mehre Programme haben. Je nach Hersteller und Qualität ist es möglich, Sensoren anzuschließen. Damit geben nicht nur Sie vor, wann die Anlage aktiviert wird (Tag, Stunde, Intervall etc.), sondern Feuchtesensoren beispielsweise können bei großer Trockenheit eine Aktivierung auslösen oder bei länger anhaltenden Regen die Beregnung verhindern.

Je komplexer das Gerät ist, umso mehr Programme hat es und umso teurer wird es. Multifunktional sind zum Beispiel auch solche, die eine Bewässerung von mehr als einem Aeral durchführen. Ein Computer sorgt für die Bewässerung von zwei oder drei Flächen. Damit können Sie zugleich Ihren Rasen und Ihre Gemüsebeete unterschiedlich beregnen lassen.

Bewässerungssystem installieren

Ein Bewässerungssystem besteht aus einer Wasserquelle, Verbindungsrohren- oder schläuchen sowie den Sprinklern und Regnern. Dazwischen regeln Ventile und andere Komponenten den Zufluss oder den Wasserdruck. Haben Sie bereits ein bestehendes Bewässerungssystem, lässt sich ein Bewässerungscomputer, wie oben bereits erwähnt, einfach einfügen – und schon haben Sie eine automatische Gartenbewässeung.

Für die Gartenbesitzer, die in ihrer Gartenbewäsesrung noch ganz am Anfang stehen, soll der folgende Abschnitt eine Hilfe sein.

Bewässerungsplan für das Bewässerungssystem

Bevor Sie ein Bewässerungssystem aufbauen können, sollten Sie sich darüber Gedanken machen, welche Flächen Sie wie bewässern möchten. Diese Planung können Sie mit einem sogenannten Bewässerungsplan realisieren. Dazu nehmen Sie sich am besten den Bebauungsplan für Ihren Garten, zeichnen ihn ab (mit Pauschpapier) oder kopieren ihn. So haben Sie einen maßstabsgetreuen Grundriss von Ihrem Garten, mit dem Sie arbeiten können. Darin zeichnen Sie nun die Flächen ein, die Sie bewässern möchten, und Hindernisse, die Ihnen dabei im Wege sein könnten, wie zum Beispiel: Bäume, Mauern, Hecken etc.

Bei der Markierung sollten Sie für einen besseren Überblick andere Farben oder verschiedene Muster verwenden. Vergessen Sie auch nicht, eine kleine Legende zu erstellen, sonst wissen Sie am Ende nicht mehr, wofür welche Farbe oder welches Muster steht. Muster eignen sich besonders dann, wenn Sie vorhaben, Ihren Bewässerungsplan einzuscannen und später schwarz-weiß wieder auszudrucken. Bei Farben haben Sie natürlich mehr Spielraum bei einer eindeutigen Auswahl, allerdings lassen sich diese schwer auf einem Schwarz-Weiß-Druck auseinanderhalten.

Haben Sie sich für Farben oder Muster entschieden, markieren Sie folgende Flächen mit je einer Farbe oder je einem Muster:

  • Wasserquelle und ggf. weitere Zapfstellen
  • Stromquelle für den Bewässerungscomputer, wenn er über die Steckdose betrieben werden soll
  • Hindernisse
  • Flächen, die besonders stark zu bewässern sind (mit Pflanzen wie Zyperngras)
  • Standard-Flächen (Rasen etc.)
  • Flächen, die weniger Wasser benötigen (mit Pflanzen wie Calla, Kakteen ect.)

Wie solch ein Plan aussehen kann und was Sie sonst noch beachten sollten, erfahren Sie in dem Beitrag Bewässerungsplan online.

Installation

Anhand des Bewässerungsplans können Sie nun einschätzen, wie viele Verbindungsschläuche -oder rohre sowie welche Arten und Anzahl der Sprinkler Sie einsetzen möchten.

Abhängig davon, ob Sie Ihr Bewässerungssystem ober- oder unterirdisch einrichten, müssen Sie den Aushub einplanen. Bei Letzterem achten Sie bitte auch auf den Bodenfrost. In Mitteleuropa liegt die Frostgrenze bei etwa 80 cm. Ihr Bewässerungssystem sollte daher auch in dieser Tiefe installiert werden, wenn Sie Frostschäden in der kalten Jahreszeit vermeiden möchten.

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Installation eines unterirdischen Bewässerungssystems

Tipp: Ventile können Sie in einem sogenannten Ventilkasten überwintern lassen. Zusätzlich wäre es ratsam, von Beginn an, eine Kiesschicht unter der Installation einzuplanen, die den Bodenfrost abschwächt oder verhindert. Außerdem verhindern Sie dadurch auch, dass sich Pflanzenwurzeln allzu nahe an Ihrem Bewässerungssystem aufhalten oder Kleintiere sich von unten nach oben zum System durchgraben.

Vorteile beim unterirdischen System, insofern es optimal installiert ist:

  • sicher im Erdreich, ganzjährig platziert, unsichtbar im Garten

Nachteile:

  • mehr Arbeit als bei einem oberirdischen System

Vorteile beim oberirdischen System:

  • weniger Arbeit als beim unterirdischen System

Nachteile:

  • kein Schutz vor Bodenfrost, sichtbar im Garten, Schlauchstücke können zur Stolperfalle werden

Mehr über das Für und Wider sowie die Installation eines Bewässerungssystems lesen Sie unter Bewässerungssystem.

Woher das Wasser für die Gartenbewässerung nehmen?

Können Sie bei ein paar Mal gießen mit dem Gartenschlauch oder der Gießkanne noch abwägen, ob sich die Anschaffung eines Wasserspeichers lohnt, ist sie bei einem Bewässerungssystem und insbesondere einem automatischen Bewässerungssystem die einzig ökologisch und ökonomische sinnvolle Option zum Leitungswasser. Welche Regenwasserspeicher es gibt, wie Sie das Wasser aus den Wasserquellen herausbekommen und wie Sie herausfinden können, ob Sie genügend Wasserdruck für Ihr Bewässerungssystem eingeplant haben, sagt Ihnen der nächste Abschnitt.

Regenwasser zur Gartenbewässerung speichern

Sie haben mehrere Möglichkeiten, Regenwasser zur Gartenbewässerung zu speichern, wie zum Beispiel eine Zisterne bzw. ein Wassertank, eine Regentonne bzw. ein Regenfass. Wie Sie diese verwenden, erfahren Sie im Beitrag Regenwasser für die Gartenbewässerung. Im günstigsten Fall haben Sie einen Brunnen in Ihrem Garten, der stetig über das Grundwasser gespeist wird.

Wasserquellen nutzen

Ist die optimale Wasserquelle gefunden oder installiert, muss das Wasser nun noch in das Bewässerungssystem überführt werden. Dazu haben Sie wieder mehrere Gerätschaften zur Auswahl. Die bekannteste hierfür dürfte die Pumpe sein.

Tauchpumpe oder Brunnenpumpe

Zum Befördern von Wasser eignen sich beide Pumpenarten sehr gut. Die Tauchpumpe hängen Sie in den Brunnen oder die Zisterne und pumpen das Wasser nach oben. Jedoch ist die Beförderungshöhe der Tauchpumpe begrenzt. Für einen Brunnen von über 9 m sollten Sie auf eine preislich intensivere, aber zuverlässige Brunnenpumpe zurückgreifen.

Hauswasserwerk und Hauswasserautomat

Während die Pumpen nur das Wasser befördern, können Hauswasserwerke das Wasser befördern und speichern. Dafür bietet sich der Aufbau an. Denn ein Hauswasserwerk besteht aus einer Pumpe und einem zweigeteilten Druckkesssel. In die eine Kammer wird das Wasser gepumpt. Die andere Kammer beinhaltet Gas. Getrennt werden die Kammern durch eine Membran. Wird nun Wasser in die Wasserseite des Kessels befördert, dehnt sich die Membran aus. Die Kammer mit dem Gas wird daraufhin schmaler. Ist ein bestimmtes Volumen unterschritten, schaltet sich die Pumpe ab. So kann ein Überlaufen in der Wasserkammer verhindert werden. Entnehmen Sie dem Wasserwerk Wasser, gewinnt die Kammer durch die Rückdehnung der Membran wieder mehr Volumen. Ist hier ein bestimmes Volumen unterschritten, schaltet sich die Pumpe automatisch an. Der Druck der Membran auf die Kesselkammer mit Gas aktiviert das Aus- oder Anschalten der Pumpe und reguliert somit die Wassermenge im Wasserwerk.

Beim Hauswasserautomat ist kein Kessel vonnöten, da das Wasser direkt zu seinem Bestimmungsort gefördert wird. Es wird also nichts zwischengespeist. Dennoch ist der Hauswasserautomat mehr als nur eine einfache Pumpe, denn durch seinen Druckwächter erkennt er automatisch, wann Wasserbedarf besteht. Das heißt, haben Sie die Waschmaschine an das Gerät angeschlossen, schaltet sich der Hauswasserautomat an, sobald die Waschmaschine signalisiert, dass sie Wasser benötigt. Dies funktioniert ebenso bei der Toilettenspülung oder der Gartenbewässerung.

Für Letzteres eignet sich vor allem ein Hauswasserautomat, da er sofort Wasser und Wasserdruck liefern kann. Für Waschmaschine und Toilettenspülung ist dagegen der Hauswasserautomat die richtige Wahl. Das heißt nicht, dass Sie nicht auch ein Hauswasserwerk an Ihr Bewässerungssystem anbinden können, nur wäre ein Hauswasserautomat besser geeignet.

Beide jedoch müssen ab einer Förderhöhe von 9 m passen. Dann können Sie bei einem Hauswasserwerk gegebenenfalls eine Tauch- oder Saugpumpe vorschalten. Ab einer solchen Tiefe wäre eine Brunnenpumpe jedoch empfehlenswerter.

Wasserdruck und Fließmenge ermitteln

Haben Sie eine passende Wasserquelle aufgebaut sowie ein geeignetes Beförderungsgerät an Ihr automatisches Bewässerungssystem angeschlossen und das Wasser erreicht dennoch nicht alle Sprinkler? Dann könnte dies möglicherweise an einem schwachen Wasserdruck und/oder einer geringen Fließmenge liegen.

Den Wasserdruck (in bar) können Sie durch ein Manometer oder Barometer schnell ermitteln. Für die Berechnung der Fließmenge gibt es eine brauachbare Taktik:

Dazu benötigen Sie einen 10-Liter-Wassereimer und eine Stoppuhr. Sie können natürlich auch eine andere Größe für den Eimer wählen, jedoch ist diese die einfachere Wahl, wenn es später um die Berechnung geht.

Stellen Sie den Eimer unter den Wasserhahn, aus dem die Fließmenge ermittelt werden soll, drehen Sie den Hahn ganz auf und starten Sie die Stoppuhr. Sobald die 10 Liter erreicht sind, halten Sie die Stoppuhr an und notieren sich die verbrauchte Zeit.

Nun geht es ans Rechnen: Die Fließmenge ermitteln Sie, indem Sie die Fließzeit in Minuten multiplizieren. Bei einer Minute Fließzeit hätten Sie daher 10 Liter voll. Das wussten Sie auch schon vorher, doch nun geht es darum zu ermitteln, wie viel Liter dies pro Stunde sind. Dazu multiplizieren Sie Ihr Ergebnis mit 60 (1 h = 60 min). In einer Stunden hätten Sie also 600 Liter zur Verfügung.

Haben Sie Wasserdruck und Fließmenge ermittelt, können Sie diese Werte nun mit dem Bedarf Ihrer geplanten oder installierten Regner vergleichen. Anschließend lässt sich leicht abschätzen, ob Sie mit der geprüften Wasser- bzw. Zapfstelle alle Komponenten für Ihr Bewässerungssystem bedienen können.

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