Schädlinge an Pflanzen bekämpfen

Fraßspuren vom Dickmaulrüssler am Rhododendron
Fraßspuren vom Dickmaulrüssler am Rhododendron | Bild: SusaZoom fotolia.com

Von Mai bis hinein in den August ist erhöhte Gefahr für Schädlingsbefall gegeben. An feucht-warmen Tagen gedeihen Kohlwanzen, Schnecken, diverse Wickler oder Milben prächtig. Wen Sie auf oder an Ihren Pflanzen erwarten sollten und was Sie gegen die Schädlinge unternehmen können, erfahren Sie jetzt.

Schädlinge

Oft genug sind es weniger die ausgewachsenen (adulten) Tiere, sondern vielmehr deren Larven, die den Pflanzen Schaden zufügen. Tierchen wie Läuse oder Milben dagegen plagen die Pflanze ein ganzes Leben lang.

Gefräßige Larven

Falter und Käfer legen ihre Eier auf die Blätter oder Früchte ab. Sobald die Larven schlüpfen, fängt das große Fressen an. Sind die Tierchen auch sehr klein und kaum sichtbar für das menschliche Auge, hinterlassen sie deutliche Spuren an der Pflanze. Anhand der Schädigungen lässt sich in vielen Fällen bereits der Täter ermitteln.

Die meisten Larven sitzen auf der unteren Seite des Blattes, wobei ihre Schadspuren, zum Beispiel durch kleine farbliche Punkte, oberhalb des Blattes sichtbar werden.

Besonders gefährlich sind die Larven des Dickmaulrüsslers. Der Käfer legt seine Eier direkt neben der Wurzel im Erdreich ab, sodass die Larven sich über die Wurzel hermachen. Sie beginnen an den feinen Wurzeln und fressen sich je nach Stadium bis zur Hauptwurzel durch. Lieblingsspeisen der Dickmaulrüssler-Larven sind Rosen, Rhododendron und auch Kirschlorbeer bzw. Lorbeerkirsche.

Schädling: Dickmaulrüssler
Schädling: Dickmaulrüssler | Bild: sasimoto fotolia.com

Die Larven des Gartenlaubkäfers aus der Gattung der Blatthornkäfer laben sich an den Wurzeln Ihrer Rasenflächen und können daher Ihrem Grün ebenfalls massiv schaden.

Schädling: Gartenlaubkäfer
Schädling: Gartenlaubkäfer | Bild: Eileen Kumpf fotolia.com

Nicht als Larve, sondern als Raupe geboren, bedroht auch der Kohlweißling Ihr Gemüse. Der Schädling hinterlässt große Fraßlöcher in den Kohlblättern und dunkle, schleimige Ausscheidungen auf dem Gemüse. Sobald er sich verpuppt, ist die Gefahr gebannt. Im adulten Stadium als Falter interessiert ihn nur noch der Blütensaft.

An dem Obstbäumen machen sich vor allem die Raupen des Wicklers zu schaffen. Besonders stark verbreitet ist hier der Apfelwickler. Die Eier werden direkt an die unreifen Früchte angeklebt. Sobald die Raupe geschlüpft ist, frisst sie sich durch die Schale hinein in das Fruchtfleisch.

Apfel mit Einstichstelle vom Apfelwickler
Apfel mit Einstichstelle durch die Raupe des Apfelwicklers | Bild: conserver fotolia.com

Zu erkennen ist ein Befall oft erst an der Fraßspur. Hat sie sich endgültig gesättigt, kriecht sie für die Verpuppung unter die Rinde des Stammes, um später als Falter davonzuflattern.

Ist das Insekt aus dem Larvenstadium heraus, hat die Pflanze die schlimmste Zeit – bis zur nächsten Generation – überstanden. Manche Insektenarten jedoch schaden der Pflanze in jedem Stadium.

Wanzen, Käfer, Schnecken, Milben, Läuse

Bei den Schädlingen gibt es zwei Arten: Die einen fressen sich durch die Pflanze und hinterlassen Fraßspuren. Die anderen stechen sich in die Pflanze ein und saugen den Pflanzensaft ab. Zu erkennen ist ein Befall anhand der Einstichstellen und des allmählichen Verwelkens des beschädigten Pflanzenteils.

Schnecken

Schnecken gehören zur ersten Kategorie. Je nach Art verbleiben sie an einem Ort, bis dieser kahlgefressen wurde. Über Ihren Kohl machen sich vorrangig die Nacktschnecken her, also Schnecken ohne Haus. Die Weichtiere werden durch Feuchtes und Verfaultes angezogen. Überleben können sie nur durch Feuchtigkeit. Aus diesem Grunde meiden sie sonnige Tage und kommen erst nach Sonnenuntergang vermehrt aus ihren Schlupflöchern.

Schädling: Nacktschnecke
Schädling: Nacktschnecke | Bild: ariesa66

Das Absammeln von Schnecken von den beschädigten Pflanzen – eine zeitaufwändige, umweltschonende und sehr verbreitete Bekämpfungsmethode – lohnt sich daher vor allem spät abends oder am frühen Morgen. Um  Schnecken gezielt abzusammeln, gibt es jedoch noch eine andere Methode: Dazu basteln sie den Schnecken Herbergen, die Sie mit Ködern bestücken. Diese werden bezogen, sobald der Fraß beendet wurde. Am Morgen dann können Sie die Herbergen samt Schnecken entfernen.

Als beliebte Köder gelten verfaulte Nutzpflanzen. Bier ist ebenfalls ein Lockmittel für Schnecken. Tunken Sie ein Tuch in Bier – und schon haben Sie einen Schneckenköder. Bauen Sie die Herberge so, dass die Schnecken dort wirklich einziehen möchten: dunkel, feucht, faulig. Legen Sie zum Beispiel feuchtes Holz auf feuchten Stein und dazwischen den Köder.

Um Schnecken, aber auch andere Schädlinge von Ihrem Gemüsebeet fernzuhalten, können Sie zusätzlich Pflanzen als Beetbegrenzung setzen, die für ätherische Öle bekannt sind, wie zum Beispiel Lavendel. Schnecken reagieren empfindlich auf den Geruch und halten sich davon fern – dazu unten mehr.

Neben Absammeln und Abschrecken gibt es auch nicht-chemische tötende Mittel. Dazu gehört Koffein im Kaffee. Sprühen Sie Kaffee auf Ihre Pflanzen, um sie zu schützen. Verendete Schnecken sollten Sie jedoch nicht liegen lassen, da Schnecken als Allesfresser durchaus auch leblose Artgenossen als Futtermittel ansehen.

Wanzen

Eine weitere Gefahr für Ihr Gemüse stellt die Kohlwanze dar. Sie ist vor allem zwischen Mai und Juli aktiv. Die Wanze gehört ganz allgemein zur zweiten Kategorie: Sie saugt den Pflanzensaft ab und führt somit das Verwelken der Pflanze herbei. Wanzen ernähren sich von Flüssigkeit, Bettwanzen auch von tierischem und menschlichem Blut. Die Kohlwanze bevorzugt den Lebenssaft der Pflanze. Erkennen können Sie eine Wanze an dem scheinbar plattgedrückten Körper. An Ihrem Gemüse werden Sie die Wanze schnell wieder los, wenn Sie es mit Wasser besprühen.

Schädling: Kohlwanze bei der Paarung
Schädling: Kohlwanze bei der Paarung | Bild: mirkograul fotolia.com

Auch Feuerwanzen nisten sich gern in den Garten ein. Vor allem Unkräuter und die Linde sind für die Schädlinge verlockend. Vernichten Sie das Unkraut und besprühen Sie befallene Bäume mit Wasser, bei starkem Befall auch mit leichtem Laugenwasser, um die Feuerwanzen wieder loszuwerden.

Käfer

Wie oben bereits erwähnt, zählt der Dickmaulrüssler zu den gefährlichsten Käferarten in unseren Gärten. Während die Larven massiv die Wurzeln schädigen, verspeist der ausgewachsene Dickmaulrüssler die Blätter. Der Käfer begnügt sich mit dem Blattrand. Der Befall ist deutlich an den buchtartigen Fraßspuren zu erkennen. Sehen Sie diese Spuren an den Blättern Ihrer Pflanzen, handeln Sie schnell. Zwar sind die Fraßspuren für die Pflanze nicht lebensbedrohlich – bedenken Sie aber, dass der Käfer die Eier neben der Wurzel ablegt.

Optimal hilft bei diesen Käfern ein gezielter Befall von Fadenwürmern – dazu unten mehr.

Läuse

Blattläuse und Schildläuse machen den Gartenpflanzen schwer zu schaffen. Als kleine grüne, schwarze oder braune Punkte sichtbar, besiedeln sie Stengel, Blätter und Früchte und saugen den Pflanzensaft. Meist sitzen sie auf der unteren Seite des Blattes oder kolonisieren den Stengel. Einige Arten haben sich auf Obst spezialisiert; diese finden Sie auf Ihren Früchten. Fühlen sie sich wohl, haben Sie bald eine ganze Kolonie auf Ihren Pflanzen sitzen. Ein unumstößlicher Hinweis auf Pflanzenläuse ist der sogenannte Honigtau. Dabei handelt es sich um die klebrigen Ausscheidungen der Schädlinge.

Schädling: Blattläuse
Schädling: Blattläuse | Bild: Hans

Gegen Pflanzenläuse hilft zum Beispiel Brennnesselsud (oder Brennnesseljauche) aus 200 g frischen Brennnesseln und 1 Liter Wasser. Besprühen Sie die Pflanzen mit der unverdünnten Jauche.

Ein leichter Befall lässt sich auch mit einem starken Wasserstrahl lösen, bei dem die Läuse fortgespült werden. Da sie vom Ei bis zum adulten Tier auf einer Pflanze verbleiben, ist ein Fortspülen für sie das Entziehen der Nahrungsquelle. Eine andere Pflanze werden sie in der Regel nicht mehr aufsuchen.

Für Zierpflanzen in Blumentöpfen und Kübeln gibt es spezielle Pflanzenschutzstäbe, die für Läuse giftige Wirkstoffe enthalten. Stecken Sie die Stäbe neben die Pflanze, sodass die Wurzeln die Wirkstoffe aufnehmen und an die Pflanze weitergeben können. Wenn Blattläuse sich nun erneut am Pflanzensaft laben, nehmen sie das Gift mit auf und sterben ab. Bitte diese Methode nur bei Zierpflanzen anwenden – Obst oder Gemüse sind nach einer solchen Maßnahme nicht mehr genießbar.

Milben

Milben sind – wie auch Zecken – Spinnentiere (Arachnida). Den Pflanzen werden vor allem Spinnmilben gefährlich. Nicht alle Spinnentiere können spinnen, die Gemeine Spinnmilbe allerdings kann es. Besonders an sehr trockenen Tagen kommen sie hervor. Befall können Sie an zwei verschiedenen Faktoren erkennen. Zum einen weben Gemeine Spinnmilben hauchfeine, weiße Netze, die Sie nur entdecken, wenn Sie die Pflanze besprühen. Zum anderen wirkt das befallene Blatt hell gesprenkelt.

Dieses netzähnliche Muster entsteht durch Lufteinschlüsse, die sich durch die Einstichstelle im Blatt bildet. Je mehr Pflanzensaft abgesaugt wird, umso mehr verliert das Blatt an Kraft. Im letzten Stadium ist es braun bis gräulich und verwelkt.

Schädling: Spinnmilben
Schädling: Spinnmilben | Bild: Andrii Zastrozhnov fotolia.com

Spinnmilben vermehren sich rasch. Sie sitzen bevorzugt auf der unteren Seite eines Blattes und saugen den Zellsaft ab. Da sie bei trockenem Klima besonders viel Zellsaft benötigen, sind sie auf Zimmerpflanzen vor allem in den Heizmonaten anzutreffen.

Die Schädlinge machen auch nicht vor Blüten halt. Die Gemeine Spinnmilbe, die zusammen mit der Obstbaumspinnmilbe auch Rote Spinne genannt wird, ist besonders auf hellen Blüten trotz ihrer winzigen Größe gut zu erkennen.

Um ihnen Herr zu werden, benötigen Sie Feuchtigkeit. Spülen Sie befallene Pflanzen unter Wasser ab. Vorgeschlagen wird auch die Schädlinge zu vernichten, indem die Pflanze für mehr als 10 Tage luftdicht verschlossen wird, zum Beispiel durch das Überstülpen einer Plastiktüte. Darunter wird es für die Schädlinge feuchtwarm und sie sterben ab. Achten Sie bei dieser Maßnahme jedoch darauf, dass die Pflanze selbst keinen Schimmel ansetzt oder sich andere parasitäre Pilz-Kulturen bilden. Es lohnt sich außerdem, diese Vorgehensweise nochmals zu wiederholen, um auch der möglicherweise im Ei herangereiften nächsten Generation frühzeitig den Garaus zu machen.

Bei starkem Befall können Sie Raubmilben als natürliche Fressfeinde einsetzen – dazu unten mehr.

Unter Naturschutz

Nicht alle Insekten sind Schädlinge und nicht alle Schädlinge dürfen Sie in Eigenregie vernichten. Die Weinbergschnecke zum Beispiel wird oft grundlos zu den Gemüsevernichtern gezählt, einfach weil sie eine Schnecke ist. Doch im Gegensatz zu den Nacktschnecken sind Weinbergschnecken eher im Wald anzutreffen und stellen keine Gefahr für Ihr Gemüse dar. Sie sind allerdings selbst in ihrer Art gefährdet.

Unter Naturschutz: Weinbergschnecke
Unter Naturschutz: Weinbergschnecke | Bild: Quadronet_Webdesign

Die Weinbergschnecke steht unter Naturschutz. Finden Sie doch einmal eine Weinbergschnecke in Ihrem Garten, dürfen Sie diese auf keinen Fall vernichten. Ansonsten können Sie mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen. Das gilt auch, wenn Sie die Schnecke sammeln, um sie später zu kochen. In Deutschland stehen nur noch Weinbergschnecken aus Schneckenzuchten zum Verkauf. Haben Sie Appetit auf Weinbergschnecke, finden Sie passende Angebote in den Läden.

Wird die Weinbergschnecke zu Unrecht zu den Schädlingen gezählt, kann zum Beispiel der ebenfalls bedrohte Rosenkäfer, auch Goldkäfer genannt, durchaus eine Gefahr für die Pflanzen darstellen. Adulte (ausgewachsene) Rosenkäfer in einer größeren Anzahl können den Blüten schaden, da sie nicht nur den Blütensaft verzehren, sondern auch die Blüten abfressen. Als einer der wenigen Blatthornkäfer sind die Larven des Goldkäfers jedoch nicht auf Wurzeln spezialisiert, sondern auf verendete Pflanzenteile. Sie werden sie daher eher in Ihrem Kompost finden als an Ihren Pflanzen.

Unter Naturschutz: Goldkäfer/Rosenkäfer
Unter Naturschutz: Goldkäfer/Rosenkäfer | Bild: gratzwolfgang

Sehen Sie an Ihrer Rose goldgrünschimmernde Käfer, sammeln Sie sie vorsichtig ab und setzen Sie sie anderswo wieder frei. Der Goldkäfer steht unter Naturschutz. Das Töten würde Sie daher bis zu 50.000 Euro kosten.

Um das Sammeln leichter zu gestalten, bereiten Sie den Käfern aus Pflanzenwolle kleine Nester unter den befallenen Pflanzen. Nach ihrer Mahlzeit werden sie sich darin verstecken, sodass Sie sie samt Nest umsetzen können.

Wespen zählen nicht zu den Pflanzenschädlingen, sollen jedoch im Punkt Naturschutz eine kurze Erwähnung finden. Wenn im Garten gelb-schwarz-gestreifte Tierchen ihre Runden über Marmeladenglas und Wurstbrot drehen, sind dies im Allgemeinen die Gemeine Wespe oder auch die Deutsche Wespe. Diese gelten als aggressiv und stechen bei der kleinsten Gefahr zu.

Alle anderen Wespenarten halten sich vom Menschen weitestgehend fern – viele davon stehen unter Naturschutz (alle Kreiselwespen, alle Knopf- oder Keulhornblattwespen).

Unter Naturschutz: Keulhornblattwespe (links) und die Kreiselwespe (rechts)
Unter Naturschutz: Keulhornblattwespe (Große Birkenblattwespe) | Bild links: Henrik Larsson fotolia.com und die Kreiselwespe | Bild rechts: Akiroq

Sollten Sie im Erdreich Ihres Gartens ein Wespennest finden, holen Sie sich fachliche Unterstützung, bevor Sie an das Vernichten denken. Zum einen könnten diese Wespen es gar nicht auf Ihr Marmeladentoast abgesehen haben, zum anderen ist es möglich, dass Sie die Vernichtung mit einer erheblichen Geldsumme zu büßen haben.

Ähnliches gilt für Ameisen. Verläuft sich das Volk der unter Naturschutz stehenden Waldameise in Ihren Garten, lassen Sie es fachlich umsiedeln.

Unter Naturschutz: Waldameise
Unter Naturschutz: Waldameise | Bild: 7894

In innerstädtischen Gärten ist dies eher unwahrscheinlich. Haben Sie jedoch ein Grundstück, das an einen Wald grenzt, kann dieser Fall eintreten.

Bienen sind besonders zu schützen

Unter Naturschutz stehen ebenfalls alle Bienen, Hornissen und Hummeln.

UntUnter Naturschutz: Honigbiene
Unter Naturschutz: Honigbiene | Bild: PollyDot

Setzen Sie Pflanzenschutzmittel gegen Schädlinge ein, achten Sie darauf, dass diese für Bienen ungefährlich sind. Oft finden Sie auch den Vermerk „Für Nützlinge ungefährlich„, hier sind Bienen (Vespa) und ihre Verwandten bereits eingeschlossen.

Natürliche Bekämpfung

Das Absammeln oder Abduschen kann bei leichtem Befall bereits das Problem von Schädlingen beseitigen. Bei starkem Befall helfen jedoch oft nur noch chemische Mittel oder natürliche Alternativen. Letztere sollen hier kurz vorgestellt werden.

Ätherische Öle

Lavendel, Natron und verschiedene Öle leisten in der Schädlingsbekämpfung gute Dienste.

Natron/Backpulver
Natron/Backpulver wirkt als Insektizid und Fungizid| Bild: evitaochel

Natron ist nicht nur für strahlend saubere Gartenmöbel gut, sondern kann auch als Insektizid gegen Pflanzenläuse und Kohlraupen eingesetzt werden. Es soll sogar als Fungizid große Wirkung gegen Pilze erzielen. Dazu wird das Mittel, was Sie als Backpulver zuhause haben, in Wasser (Mischung etwa 1:1) aufgelöst. Die sprühfertige Mischung geben Sie auf die befallenen Stellen der Pflanze. Den Wirkungsbereich erweitern können Sie durch Zugabe von weiteren Substanzen wie zum Beispiel Alkohol.

Lavendel ist ein typisches Kraut für eine Hausapotheke
Lavendel schreckt Insekten ab und verwirrt sie | Bild: edinger

Abgesehen von Ausnahmen wie der relativ harmlosen Schaumzikade, die nur in sehr großen Scharen gefährlich werden kann, trauen sich kaum Schädlinge in die Nähe vom intensiv duftenden Lavendel. Milben, Zecken, Flöhe, Läuse oder Schnecken scheinen den Geruch nicht zu vertragen. Lavendel wirkt abschreckend, hat also eine repellierende Wirkung. Bei Menschen hingegen wirkt es wohltuend und lindert Kopfschmerzen.

Neembaum/Niembaum in Blüte
Neembaum/Niembaum in Blüte | Bild: sarangib

Rapsöl tötet als natürliches Insektizid Läuse, Milben und Flöhe ab.

Ein weiteres Öl für die Schädlingsbekämpfung ist das Neemöl. Es wird aus dem Samen des Neembaumes gewonnen und zeigt als Insektizid gegen sämtliche Schädlinge Wirkung.

 

Hinweis: Generell sollten Sie Öle als Insektizid zum Sprühen verwenden – also mit Wasser verdünnen. So vermeiden Sie ein Verkleben der Pflanzen und zusätzlichen Stress für die Pflanzen. Damit sich Wasser und Öl verbinden, geben Sie einen Emulgator zu, zum Beispiel einen Tropfen Spülmittel, Kernseife oder Neutralseife (neutral steht hier für ph-neutral). Ob Sie die richtige Mixtur erzielt haben, sehen Sie daran, dass das Öl nicht mehr oben schwimmt, sondern sich mit dem Wasser vermischt hat.

Fressfeinde und Nützlinge fördern oder ansiedeln

Unter natürliche Alternativen sind jedoch nicht nur pflanzliche Lösungen, sondern auch tierische zu verstehen. Im Allgemeinen ist es um des Gleichgewichts willen sinnvoll, natürlichen Feinden von Schädlingen eine Bleibe zu bieten. Hecken, Gehölze, Baumlöcher, Nistkästen schaffen gute Ausgangsbasen für das Ansiedeln von Vögeln.

Nistkasten für den Star | Bild: Gellinger
Starküken im Nistkasten: gleich wird es mit Insekt gefüttert | Bild: Gellinger – weitere Nistkästen ansehen

Insektenhotels und Hummelburgen bieten insektenfressenden Insekten und fleißigen Blütenbestäubern, sogenannten Nützlingen, ein gutes Quartier. Heimische Wildblumen locken ebenfalls zahlreiche Nützlinge an.

Insektenhotel von Habau
Insektenhotel | Bild: Habau

Marienkäfer

In kleinen, sonnigen Laubhaufen fühlt sich der Marienkäfer wohl, dessen bevorzugte Leibspeise Pflanzenläuse ist.

Nützling: Marienkäfer frisst Blattläuse
Nützling: Siebenpunkt-Marienkäfer frisst Blattläuse – schon für die Marienkäferlarve sind Blattläuse die Leibspeise  | Bild: Myriams-Fotos

Hinweis: Freuen Sie sich bei Sicht eines Marienkäfers nicht zu früh. Die in den 80er-Jahren in Frankreich angesiedelten Marienkäfer aus Asien sind auch in Deutschland längst angekommen. Diese vermeintlichen Nützlinge können schnell zu Schädlingen werden. Wenn die meisten Blattläuse vertilgt sind, machen sie sich über Früchte, Weintrauben und Beeren her. Außerdem können ihre Ausscheidungen juckende, rote Flecken auf der Haut verursachen. Zudem verdrängen oder vertilgen sie durch ihre aggressive Beutesuche die hier heimischen Insekten. Die heimischen Marienkäfer – Siebenpunkt-Marienkäfer – erkennen Sie an den roten Deckflügeln mit je drei Punkten. Der siebte Punkt wird sichtbar, wenn beide Flügel am Käfer anliegen. Er befindet sich dann mittig in Kopfnähe. Alle anderen Erscheinungsformen sind unter Asiatische Marienkäfer einzuordnen.

Raubmilben

Raubmilben lassen sich wunderbar gegen pflanzenschädigende Spinnmilben einsetzen. Wie der Name bereits vermuten lässt, ernähren sich diese Milben durch andere Insekten: Spinnmilben. Diese werden aufgespürt und ausgesaugt, sowohl die Eier und Larven als auch die adulten Insekten. Der Lebenszyklus beträgt etwa 3 bis 4 Wochen. Optimal ist eine relative Luftfeuchtigkeit und etwa 22°C, damit die Raubmilben aktiv werden. Falls Sie eine sehr trockene Raumluft haben, zum Beispiel durch eine hochgedrehte Heizung, besprühen Sie die Blätter der betroffenen Pflanze ein wenig und/oder hängen Sie unter die Heizung einen Luftbefeuchter. Dies ist vor allem anzuraten, wenn die betroffenen Pflanzen direkt über der Heizung auf dem Fensterbrett positioniert sind.

Nicht nur für andere Milben können Sie Raubmilben einsetzen. Spezielle Raubmilben ernähren sich auch von Eiern und Larven, die die adulten Insekten in der Erde hinterlassen, zum Beispiel Trauermücke sowie verschiedene Fliegen und Käfer.

Raubmilben sind für Gewächshäuser sehr gut geeignet, können aber auch für Blumentöpfe verwendet werden.

Fadenwürmer

Weniger als 1 mm lange Fadenwürmer, sogenannte Nematoden, werden in der Schädlingsbekämpfung gezielt gezüchtet, um sie gegen bestimmte Insekten einzusetzen. Geliefert werden sie in einem Granulat aus Tonscherben bzw. Mineralien.

Nematoden überleben bei Ihnen zuhause je nach Art zwischen 2 und 6 Wochen – im Kühlfach. Empfehlenswert ist es jedoch, dieses Pflanzenschutzmittel zeitnah nach dem Erwerb zu verwenden. Je länger Sie warten, umso weniger Nematoden können Sie einsetzen. Wenn die Schädlinge ihrer Eier gelegt haben oder die Larven schlüpfen, ist die richtige Zeit für Fadenwürmer gekommen.

Drucksprüher zur Rosenbewässerung
Nutzen Sie für die Ausbringung der Nematoden einen Drucksprüher – achten Sie auf die max. Druckangabe in bar. Bringen Sie die Nematoden an regnerischen Tagen (besser am Morgen oder am Abend) in die Erde oder bewässern Sie in trockenen Perioden reichlich | Bild: Gloria

Nematoden werden in einem Gemisch aus Granulat und Wasser auf den Boden gesprüht, wo sie – bei entsprechender Temperatur – die Larven und Engerlinge von Schädlingen aufsuchen, durch Körperöffnungen in sie hineinschlüpfen und dort ein Bakterium freisetzen, das den Schädling binnen Tagen verenden lässt. Mit der Infizierung stellen die Larven und Engerlinge das Fressen ein. Sie sind also schon unschädlich, noch bevor sie verenden. Im Wirtskörper vermehren sich die nützlichen Parasiten – außerhalb des Bodens sterben sie in kürzester Zeit.

Schädling: Larve vom Dickmaulrüssler
Larve vom Dickmaulrüssler | Bild: tinadefortunata fotolia.com

Gegen den Dickmaulrüssler werden vor allem die HM- bzw. HB-Nematoden (HB steht für Heterorhabditis bacteriophora) angeboten, obgleich auch die preisintensiveren SK-Nematoden (SK steht für Steinernema kraussei) empfohlen werden. HM-Nematoden benötigen eine Bodentemperatur von ca. 12°C, bevor sie aktiv werden. SK-Nematoden sind für Bodentemperaturen von 5°C geeignet, sodass sie auch im Frühjahr oder Herbst noch ausgebracht werden können. Auch gegen den Gartenlaubkäfer, Ameisen und Wiesenschnaken sind diese Nematoden wirkungsvoll.

Gegen Schnecken können Sie PH-Nematoden (Phasmarhabditis hermaphrodita) einsetzen. Bedenken Sie jedoch, dass Nematoden nur dann Wirkung zeigen, wenn die Schädlinge im Boden leben oder zumindest dort Unterschlupf suchen. Da Nematoden nur im dunklen, feuchten Boden existieren können, ist es ihnen unmöglich, auf der Erde lebende Schnecken anzugreifen.

Hinweis: Nematoden werden durch Sprühen auf den Erdboden ausgebracht. Damit möglichst alle Nematoden ihr Ziel erreichen, sollten Sie vor der Behandlung die Düsen und Sprühsysteme von Schmutzsieben und Filtern und dergleichen befreien.

Auch gegen die Larven des Apfelwicklers können Sie Nematoden einsetzen. Da sich die Mehrzahl zum Verpuppen in die Borke zurückzieht, ist es wenig sinnvoll, die Nematoden nur auf den Erdboden zu sprühen. Die SF-Nematoden (Steinernema feltiae) können Sie daher auch unter der Borke platzieren – notfalls mit einem flachen breiten Pinsel aus dem Malerhandwerk.

Hinweis: Wie alle anderen Fadenwürmer vertragen ebenso SF-Nematoden keine Trockenheit und keine Sonne (UV-Strahlen). Wenn Sie die Fadenwürmer freisetzen, sollten Sie dafür einen Morgen oder Abend mit hoher Luftfeuchtigkeit wählen. Sollte ausgerechnet in diesem Zeitraum sehr viel Trockenheit herrschen, besprühen Sie  die Einbringungsorte (Borke und Erdboden) stärker als bei ausgeglichener Luftfeuchte.

Exkurs: Insekten in der Mülltonne

Larven finden Sie nicht nur im Obstbaum, sondern auch in Ihrer Mülltonne. Dabei handelt es sich allerdings weniger um den Nachwuchs eines Falters, sondern vielmehr um den von zahlreichen Fliegen. Obgleich keine Pflanze daran Schaden nimmt, soll dieses Thema bezüglich Schädlingsbekämpfung kurz erläutert werden.

Biotonne | Bild: Christian Schwier fotolia.com; Collage: edinger
Unverschlossene Bio(-Müll)-Tonnen sind eine Einladung für Fliegen und andere Insekten | Bild: Christian Schwier fotolia.com, Collage: edinger

Fliegen-Larven (Maden) fühlen sich wohl, wenn es schön warm und feucht ist. Diesen Mikrokosmos ermöglichen enge Räume wie Mülltonnen, besonders die Bio-Mülltonne mit ihrer nährstoffreichen Befüllung. Angezogen werden Fliegen von Fäulnis, Wärme und Feuchtigkeit. Der strenge Fäulnisgeruch wird durch nährstoffzersetzende Bakterien hervorgerufen. An solchen Orten legen die Fliegen ihre Eier ab, aus denen wenig später die Maden schlüpfen.

Gerüche neutralisieren, Feuchtigkeit gering halten

Haben Sie Maden in Ihrer Mülltonne, hilft in erster Linie eine Grundreinigung. Waschen Sie die Mülltonne, zum Beispiel mit Essigwasser, gründlich ab und duschen Sie sie anschließend mit einem Gartenschlauch ab. Der Druck entfernt auch die letzten Reste von Eiern oder Müll. Um die Feuchtigkeit in der Mülltonne einzudämmen, legen Sie diese mit Zeitungspapier aus. Das Papier entzieht dem Müll die Feuchtigkeit. Sie können zusätzlich Backpulver (Natron) auf dem Boden streuen, um schlechte Gerüche langfristig zu binden.

Mülltonnenbox für Insekten und Nager unbegehbar machen

Mülltonnenbox aus Metall, Dekor Eiche | Bild: Duramax
Mülltonnenbox aus Metall mit seitlich angebrachter Belüftung und abschließbar | Bild: Duramax

Fliegen und andere Insekten lassen sich durch den Fäulnis-Geruch anlocken. Auch wenn Sie den Deckel der Mülltonne schließen, kommen diese immer wieder aus der Mülltonne und Schädlinge in die Mülltonne, wenn der Deckel nicht hermetisch abschließt. Sie haben nun zwei Möglichkeiten. Sie nutzen entweder einen zusätzlichen hermetisch abschließenden Deckel, sogenannte Madendeckel, die mit Filtereinsatz schlechte Gerüche neutralisieren, oder Sie stellen Ihre Mülltonnen in eine dichte und abschließbare Mülltonnenbox. Letztere hat den Vorteil, dass Mäuse und Ratten keine Möglichkeit mehr haben, Ihrer Tonne zu nah zu kommen und Fliegeneier, die sich auf dem Rand der Mülltonne befinden, während ihres Beutezugs in die Mülltonne zu befördern.

Diese Methoden sind vorbeugende Maßnahmen, um die Fliegen am Eierablegen zu hindern. Es empfiehlt sich außerdem, feuchten Bio-Müll (zum Beispiel Gemüse- und Obstreste) zuvor in Zeitungspapier einzuwickeln, um schon mit dieser Maßnahme die Feuchtigkeit in der Mülltonne recht gering zu halten. Für die Biotonne gibt es kompostierbare Beutel aus Stärke, die Sie ebenfalls verwenden können.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*