Lagerfeuer im Garten

Lagerfeuer im eigenen Garten
Lagerfeuer im eigenen Garten © SvedOliver shutterstock.com

Das Feuermachen ist, auch auf Privatgrundstücken, an Vorschriften gebunden, welche die Brandgefahr minimieren sollen. Mehr über Rechte und Pflichten rund um das Lagerfeuer im Garten erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist ein Lagerfeuer?

Lagerfeuer: Schutz vor Kälte und wilden Tieren
Lagerfeuer: Schutz vor Kälte und Wildtieren | Bild: watcherfox fotolia.com

Ein Lagerfeuer ist ein von Menschen auf dem Erdboden entzündetes Feuer, das ursprünglich mehrere Funktionen erfüllte:

  • Schutz vor wilden Tieren
  • Wärmespender
  • Garen von Speisen
  • Bestandteil von Ritualen

Die Faszination für Feuer ist auch in unseren modernen Zeiten, da wir seines Schutzes und oft auch seiner wärmenden Funktion nicht mehr bedürfen, ungebrochen. Nach einem Grillabend mit Freunden oder auch nach einem anstrengenden Arbeitstag im Garten bei einem prasselnden Feuer beisammen sitzen und dem Tanz der Flammen zusehen, eventuell ein Stockbrot oder Marshmallows zubereiten: Schöner kann der Tag kaum ausklingen.

Wer indes denkt, er könne einfach einen Haufen Brennholz zusammentragen und diesen nach Herzenslust abbrennen, irrt.

Bei offenem Feuer: Ordnungsamt informieren

Von einem offenen Feuer wird gesprochen, wenn die Feuerstelle kein feuerfestes geschlossenes Behältnis darstellt. Geschlossen meint hier: mit Deckel und/oder Tür. Funkenflug kann sich bei Feuer immer bilden und einen Brand verursachen. Auch Feuerschalen zählen zu den offenen Feuerstellen. Eine bundesweite, einheitliche Regelung über Feuer im (eigenen) Garten gibt es zwar nicht, doch:

Offenes Feuer unterliegt grundsätzlich strengen Regeln und Auflagen.

Bezogen auf Gärten gelten erlassene Auflagen der Gemeinden in erster Linie dem Verbrennen von Laub, Strauchwerk und Ästen, die bei der Gartenarbeit über das Jahr anfallen. Oft wollen sich die Gärtner die Kosten und Mühen einer Entsorgung solcher Gartenabfälle ersparen und sind daher erpicht darauf, sich dieser mittels Feuer zu erledigen. Das ist oft mit Problemen behaftet, da es neben einer potentiellen Brandgefahr auch zu starker Rauchentwicklung kommen kann, was nicht selten als Belästigung der Nachbarn angesehen wird.

Auch wenn der Fokus unseres Interesses das Lagerfeuer darstellt, bleibt die folgende Grundregel bestehen:

Vor dem Entzünden eines Lagerfeuers sollten Sie sich genau über die örtlich geltenden Regelungen informieren, um Beschwerden Ihrer Nachbarn und schlimmstenfalls Bußgelder durch das Ordnungsamt zu vermeiden.

Informationen über die Zulässigkeit und die Auflagen hinsichtlich eines offenen Feuers in Ihrem Garten erhalten Sie in der Regel bei folgenden Institutionen:

  • Ordnungsämter
  • Polizeibehörden
  • Örtliche Feuerwehr
  • Umweltämter

Die Ordnungsämter sind es auch, die die eventuell benötigte Genehmigungen für ein offenes Feuer im Garten ausstellen.

Die Feuerstelle im Garten

Neben der Klärung der grundsätzlichen Regularien seitens der Gemeinde und der zuständigen Behörden muss ein Gartenbesitzer, der ein Lagerfeuer abbrennen möchte, seine Feuerstelle im Einklang mit den geltenden Regeln errichten. Hierzu seien im Folgenden einige grundlegende Dinge aufgeführt.

  • Ein gewisser Abstand zum eigenen Haus beziehungsweise zur Gartenlaube und sonstigen Gebäuden (auch denen des Nachbarn) muss gewahrt sein. Als Richtwert kann ein Abstand von mindestens 10 Metern angesehen werden, insbesondere dann, wenn es sich bei den Gebäuden um solche handelt, die nur über eine weiche Bedachung verfügen (zum Beispiel ein Reetdach). Auch Holzhäuser, wie etwa eine Gartenlaube oder ein Geräteschuppen, sowie benachbarte Gehölze sollten mit dem gebührlichen Sicherheitsabstand behandelt werden.
  • Im Idealfall schaffen Sie eine kleine Grube für das Feuer. Eine Tiefe zwischen 5 und 10 Zentimeter ist ausreichend, um die Hitze der Glut über einen längeren Zeitraum zu konservieren.
  • Die Feuerstelle muss befestigt sein, sodass das Brennmaterial und die Glut keine einfache Möglichkeit haben, durch Wind oder sonstige Umwelteinflüsse aus der Feuerstelle heraus in die Umgebung geschleudert zu werden. Zudem unterstützt der Wall die Selbstkontrolle hinsichtlich der Größe des Feuers, da die Scheite nicht über den Wall hinaus aufgeschichtet werden sollten. Für eine solche Befestigung empfiehlt es sich, einen Schutzwall anzulegen, der beispielsweise aus Sand oder Steinen besteht.
  • Um für alle Fälle vorbereitet zu sein, müssen Löschmittel in unmittelbarer Nähe des Feuers bereitstehen. Dabei kann es sich um einen funktionstüchtigen Feuerlöscher handeln. Aber auch ein Eimer mit Wasser oder ein Gartenschlauch, der an eine Wasserquelle angeschlossen ist, erfüllen ihren Zweck.
  • Auf keinen Fall darf die Feuerstelle unbeaufsichtigt gelassen werden. Vergewissern Sie sich daher, dass bis zum vollständigen Erlöschen der Glut immer mindestens eine Person die Feuerstelle im Blick hat. Das Erlöschen kann bei Bedarf mithilfe der bereitstehenden Löschmittel schneller eingeleitet werden.

Alternativen zur Feuerstelle

Wer nicht regelmäßig Lagerfeuer im Garten veranstalten will oder aus Platzgründen keine wie oben beschriebene Feuerstelle anlegen möchte, findet in gängigen Gerätschaften Abhilfe, die extra für Feuer-Enthusiasten geschaffen wurden. Hier seien der Feuerkorb und die Feuerschale genannt, auf die an dieser Stelle nur kurz eingegangen werden soll.

Feuerkorb | Bild: tepro
Feuerkorb | Bild: tepro

Feuerkörbe erhielten ihren Namen durch die Art ihrer Konstruktion und ihres Aussehens. Sie bestehen in der Regel aus Stahlstreben, die in der Form eines Korbes gebogen und am Ende mit einem Bodenstück verschweißt sind, welches wiederum auf Standfüßen befestigt ist. In diesen Stahlkorb können Holzscheite stilvoll und sicher abgebrannt werden. Auch hier ist natürlich auf die Sicherheit zu achten. Bei plötzlich aufkommendem starken Wind, Funkenflug oder übermäßiger Rauchentwicklung sollte das Feuer sofort gelöscht werden.

Feuerschalen tragen ihren Namen ebenfalls nicht von ungefähr. Die Art des Feuers, das unter Zuhilfenahme einer solchen Schale entfacht werden kann, ähnelt mehr dem klassischen Lagerfeuer als demjenigen, welches mit einem Feuerkorb erzeugt werden kann. Feuerschalen sind aus Edelstahl, Eisen, Ton oder Terrakotta und in verschiedenen Größen erhältlich. Sicherheitsabstände zu Gebäuden und Nachbarn müssen auch beim Einsatz solcher Schalen gewahrt werden.

Feuerschale mit einem Lagerfeuer
Feuerschale mit einem Lagerfeuer © juhe-IdeeID shutterstock.com

Sowohl für Feuerkörbe als auch für Feuerschalen gibt es übrigens spezielle Einsätze und Roste, um sie kurzerhand zu Grills umfunktionieren zu können.

Brennmaterial für das Lagerfeuer

Wie weiter oben in anderem Zusammenhang angemerkt, ist das Verbrennen von Gartenabfällen, Baumbeschnitt etc. schon aus rechtlicher Sicht problematisch. Hinzu kommt aber auch, dass es kein optimales Brennmaterial für ein Lagerfeuer liefert. Für ein Lagerfeuer sollte ausschließlich unbehandeltes Holz verwendet werden, da es nicht übermäßig qualmt und auch keine durch Leim, Lacke oder sonstige Stoffe indizierten Dämpfe entstehen können, die der Gesundheit abträglich sind.

Am besten eignen sich dünne Holzscheite, die komplett durchgetrocknet und frei von Baumharz sind. Aber auch unter den Holzsorten selbst bestehen Unterschiede hinsichtlich ihrer Brenneigenschaften. Nadelhölzer brennen zum Beispiel sehr hell und schaffen somit einen großen Lichtkegel rund um die Feuerstelle. Jedoch besitzt dieses Holz häufig Harzeinschlüsse, was zwar für schöne, knackende Geräuscheffekte sorgt, aber auch leicht Funkenflug verursacht. Im Gegensatz dazu kann Birkenholz als perfekte Holzsorte für ein Lagerfeuer angesehen werden, denn obschon es nicht so hell abbrennt wie Nadelholz, entwickelt es so gut wie gar keinen Rauch und macht dadurch das Verweilen in der Nähe des Feuers wesentlich angenehmer.

Brennholz beschaffen

Sie mögen es nicht glauben, aber es ist Realität: Einfach in den nächsten Wald zu fahren und dort nach Herzenslust Holz für das abendliche Lagerfeuer einzusammeln, ist nicht erlaubt. Auf dem eigenen Grundstück können Sie natürlich schalten und walten, wie es Ihnen beliebt. Um Holz aus öffentlichen Gebieten mitzunehmen, müssen Sie jedoch einen Holzsammelschein (auch Holzleseschein genannt) besitzen, den Sie zuvor bei Ihrer Gemeinde oder dem zuständigen Forstamt beantragen müssen. Dort erhalten Sie auch alle Informationen rund um das Holzsammeln (welche Hölzer Sie sammeln dürfen, welche Werkzeuge zugelassen sind, wie der Abtransport zu erfolgen hat etc.). So viel vorweg: Verwechseln Sie Holzsammeln nicht mit Holzfällen!

Alternativ zum Sammeln können Sie Brennholz natürlich auch beim Holzhändler oder im Baumarkt kaufen.

Lagerfeuer im Garten aufschichten

Haben Sie Ihr Feuerholz organisiert und die Feuerstelle im Garten steht sicher und fest, muss das Feuer nur noch fachgerecht vorbereitet werden. Dazu sollten Sie mit dem sogenannten Anmachholz (kleinere Holzstücke und Späne, die sich leicht entzünden lassen) ein Gitter in der Mitte der Feuerstelle aufschichten. Darüber wird dann noch einmal eine Schicht aus Spänen gestreut, bevor, gleich einem Indianerzelt, die größeren Holzscheite oben aneinander gelehnt werden. Schlussendlich können die Zwischenräume mit Zeitungspapier ausgestopft werden, um zu gewährleisten, dass die Scheite schneller Feuer fangen. Wer aus gesundheitlichen Gründen auf Zeitungspapier verzichten möchte, kann anstelle vom bedrucktem Papier Reisig als Stopfmittel verwenden.

Lagerfeuer im Winter
Lagerfeuer im Winter © BlueOrange Studio fotolia.com

Lagerfeuer im Winter

Wie das Wintergrillen ist auch das Lagerfeuer im Winter eine Kunst für sich. Der Boden ist kalt, feucht und hart – gänzlich ungeeignet für ein feuriges Erlebnis. Dennoch, Lagerfeuer ist auch im Winter möglich, wenn Sie einiges beachten:

Die Stelle für das Feuer sollte eben und trocken sein. Sie könnten zum Beispiel Ihre Feuerstelle schon im November mit einer Plane überdecken und sie vor den kühlen Niederschlägen schützen.

Um das Feuer möglichst lange brennen zu lassen bzw. es überhaupt zu entfachen, empfiehlt es sich besonders im Winter, eine Grube zu graben. Insofern Sie die Plane über der Feuerstelle rechtzeitig ausgelegt haben, ist ein Aushub auch im Winter möglich.

Die Grube wirkt wie eine Feuerschale, indem sie das Feuer beim Anzünden vor Wind schützt. Außerdem verteilt sich die Wärme schneller in einem kleineren Bereich wie einer Grube als in einem offenen Bereich wie dem Garten. Wie oben bereits erwähnt, ist eine Tiefe von 5 bis 10 cm ausreichend.

Das Brennmaterial sollte trocken sein. Bedenken Sie dabei, dass im Winter die Feuchtigkeit in die kleinsten Ritzen ziehen kann. In einer ungedämmten Gartenlaube oder einem einfachen Keller liegt das Brennmaterial während der feuchten und kalten Jahreszeit möglicherweise nicht sicher genug.

Wie Sie das Lagerfeuer im Garten anzünden, erfahren Sie hier im Artikel unter Lagerfeuer aufschichten.

4 Kommentare zu Lagerfeuer im Garten

  1. Ich möchte mal wissen ob in der Wohnsiedlung Feuer gemacht werden darf…ich hab grundsätzlich ja nix dagen… Was mich aber stört ist die Rauch Entwicklung die ständig in meine Wohnung zieht und ich dadurch gezwungen bin meine Balkon Tür zu zumachen und das in den warmen Sommer tagen…also kann ich dagen tun!!?

    • Hallo und vielen Dank für Ihre Anfrage!
      Hier ist sicher der Fall gegeben: Wo kein Kläger, da kein Richter. Sobald Sie als Person unter diesem Vorgang (Lagerfeuer) leiden, kann dagegen vorgegangen werden. Zum einen kann der verursachende Personenkreis in einem freundlichen Gespräch auf die Folgen hingewiesen werden. Vielleicht wird auf diese Weise bereits eine gemeinsame Lösung gefunden. Außerdem: Schon in der Hausordnung sollte das Thema „offenes Feuer“ geregelt sein. Daran müssen sich auch – ohne Einsicht für Ihre Situation – die Verursacher halten. In vielen Fällen wird ein Lagerfeuer ohnehin von den Eigentümern nicht akzeptiert. Offenes Feuer muss außerdem, wie im Beitrag beschrieben, vielerorts beim Ordnungsamt der Stadt/Gemeinde angekündigt werden. Dort können Sie sich über die gesetzliche Lage – speziell für Ihre Ortschaft – weiter informieren.

  2. Seit gestern zünden unsere nachbarn in einem kunstvollen eisenobjekt feuer, das stundenlang unterhalten wird. Welcher brennstoff verwendet wird, weiss ich nicht. Irgendwas künstliches, denn es stinkt und zieht in unser haus. Gegrillt wird nicht, nur gefeuert. Und das bei sommertemperaturen. Als ob nicht genug abgase in die luft gejagt würden! Morgen werd ich das ordnungsamt verständigen, wenn kein gespräch mit den nachbarn zustande kommt. Danke fürs „zuhören““!😊

  3. Hallo Frau Lüderitz,

    wir wünschen Ihnen für die kommenden Gespräche viel Glück und Erfolg! Wenn Sie mögen, teilen Sie gern Ihre Erfahrungen in einem weiteren Kommentar. So können Menschen, die sich in ähnlichen Situationen befinden, aus Ihren Aussagen ihre nächsten Schritte ableiten.

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