Holzbearbeitung: Heimwerken mit Holz

Holzbearbeitung/Heimwerken | Bild: M. Schuppich fotolia.com
Holzbearbeitung/Heimwerken | Bild: M. Schuppich fotolia.com

Eifrige Hobbyisten haben immer was zu tun. Will der Garten von Frühjahr bis Herbst gepflegt werden, geht es an den kalten Tagen des Jahres im Hobbyraum weiter. Das Mädchen braucht ein Puppenhaus, der Junge eine Spielkiste und die Meisen ein neues Vogelhaus. Mit einer Grundausstattung an Werkzeugen für Holzarbeiten haben Sie den ersten Schritt zum neuen Voegelhaus schon gemeistert. Hier erfahren Sie, was Sie als Heimwerker zuhause haben sollten.

Arbeiten mit Holz

Was lässt sich mit einem Werkstoff anfangen? Ob Puppenhaus oder Spielkiste – um den Begriff Heimwerken für sich zu verinnerlichen, ist es empfehlenswert, sich alle Möglichkeiten ins Gedächtnis zu rufen, wie ein Werkstück behandelt werden könnte.

Planen, Messen und Markieren

Bevor Sie munter draufloswerkeln, sollten Sie sich einen Plan machen:
1) Welche Teile benötige ich und welche Maße sollten diese haben?
2) Wo soll das fertige Objekt zum Schluss platziert werden, reicht der Stellplatz aus?

Tipp: Dank dem Internet können Sie auf eine Vielzahl an Erfahrungen anderer Heimwerker zurückgreifen. Es ist gut möglich, dass Sie Bauanleitungen und Muster finden, die Ihren Vorstellungen nahe kommen. Probieren Sie es aus, unter Stichworten wie „selber bauen“ oder „Bauanleitung“ können Sie nützliche Informationen erhalten.

Haben Sie Ihren Plan fertig, geht es los. Der erste Schritt der Holzbearbeitung besteht im Messen und Markieren der zu bearbeitenden Flächen. Zum Markieren nutzen Sie einen Bleistift, zum Korrigieren einen Radiergummi. Bleistifte unterscheiden sich im Härtegrad. Je härter die Mine ist, umso schmaler und präziser wird Ihre Markierung. Besonders präzise arbeiten Sie mit einem Druckbleistift oder mit einer Reißnadel.

messen und markieren mit Lineal und Bleistift | Bild: kwb
messen und markieren mit Lineal und Bleistift | Bild: kwb – weitere Messwerkzeuge

Es gibt auch den Zimmermannsbleistift. Dieser hat eine standardisierte, wenn auch weichere Mine, durch seine ovale Form sitzt der Stift fest in der Hand. Übrigens nutzen nicht nur Holzverarbeiter den Zimmermannsbleistift, sondern auch Maurer oder Metallbauer. Um den Zimmermannsbleistift anzuspitzen, können Sie für diesen angefertigte Anspitzer nutzen. Ist solch ein Anspitzer nicht zur Hand, lässt sich alternativ auch Schleifpapier oder ähnliches verwenden.

Unabdingbar für den Heimwerker ist beim Anzeichnen ein Lineal. Hier sollten Sie je nach Präzisionswunsch auf ein Hartkunststoff- oder Metall-Lineal zurückgreifen. Arbeiten Sie mit einer Reißnadel, empfiehlt sich ein Lineal aus Stahl. Wählen Sie ein Lineal, das Sie am besten beherrschen. So oder so, die Linien müssen gerade werden. Prüfen Sie im Zweifel Ihre Linien mit einem rechtwinkligen Dreieck. Liegt das Dreieck bei den Linien sauber bei 90° an, endet die Prozedur Bleistift vs. Radiergummi.

Hinweis: Die Markierungen sind Ihre Anleitungen für die weitere Holzbearbeitung. Bereits in dieser Phase können durch Ungenauigkeit und Ungeduld Fehler entstehen. Gedanken wie „Korrigiere ich später“ sollten Sie gar nicht erst in die Tat umsetzen. Lieber jetzt genau arbeiten, als später umständlich nacharbeiten zu müssen.

In den meisten Fällen sind die Markierungen für das Sägen oder Schneiden des Werkstoffs gedacht. Der nächste Schritt ist demzufolge: das Trennen.

Trennen: Sägen

Comfort-Bügelsäge | Bild: Gardena
Comfort-Bügelsäge | Bild: Gardena – Bügelsägen ansehen

Für den Heimwerker für Holzverarbeitung lohnt es sich, eine Bügelsäge mit wechselnden Sägeblättern zuhause haben. Das Sägeblatt wird durch das Einschieben in den Bügel und im Idealfall durch einen speziellen Spannhebel gespannt. Die Bügelsäge arbeitet in der Regel auf Stoß, kann aber auch je nach Sägeblatt auf Stoß und Zug arbeiten. Mit Stoß ist gemeint, dass das tatsächliche Sägen in Stoßrichtung erfolgt, dann also, wenn Sie Ihre Säge von sich wegstoßen. Auf Zug passiert, wenn Sie die Säge zu sich heranziehen. Entsprechend kann die Sägezahnstellung  folgende Arten aufweisen:

  • auf Stoß: Sägezahnspitze links (nach vorn) stehend
  • auf Zug: Sägezahnspitze rechts stehend (zum Griff zeigend)
  • auf Stoß und Zug: Schnittwinkel 120°

Ein Sägeblatt besteht aus Sägezähnen, zwischen den Zähnen bilden sich die Zahnzwischenräume. In den Zwischenräumen sammelt sich der Span an, der durch das Sägen des Holzes entsteht. Je weicher ein Werkstück ist, umso größer sollte der Zwischenraum sein, da die Säge sonst verstopft und steckenbleibt. Die Säge sollte immer etwas schmaler sein als der eigentliche Schnitt im Werkstoff. Aus diesem Grunde ist ein bestimmter Anteil der Sägezähne nach Vorgaben geschränkt, das heißt: nach außen gebogen.

Fuchsschwanz | Bild: Bahco
Fuchsschwanz | Bild: Bahco – Handsägen ansehen

Für den Heimwerker, der gern mit Holz arbeitet, empfiehlt sich neben einer Bügelsäge ein Fuchsschwanz. Der Fuchsschwanz ist für gröbere Arbeiten optimal geeignet. Gröbere Arbeiten sind zum Beispiel das Ablängen, also das Kürzen eines Holzstücks.

Gehrungslade mit Feinsäge | Bild: Circum Pro
Gehrungslade mit Feinsäge | Bild: Circum Pro – Gehrungsladen und -Sägen ansehen

Für einen Gehrungsschnitt wiederum eignet sich eher eine Bügelsäge oder ein Fuchsschwanz mit 45°-Anschlag. Für einen sehr feinen Gehrungsschnitt, zum Beispiel bei der Herstellung eines Bilderrahmens, empfiehlt es sich, auf eine Feinsäge zurückzugreifen. Ein Gehrungsschnitt ist ein Schnitt in einem Winkel von 45° Grad. Für einen präzisen Schnitt können Sie hier eine Gehrungslade verwenden. Die Lade  ist mit vorgefertigten Aussparungen im Winkel von 90° und 45° ausgestattet, die als Führungsschiene fungieren. Ihre Leisten für den Bilderrahmen legen Sie in die Lade, in die entsprechende Aussparung setzen Sie Ihre Säge an.

Entgraten

Beim Sägen entstehen Grate, unsaubere Kanten, die nach dem Sägen für eine bessere Weiterbearbeitung oder aus optischen Gründen entfernt werden sollten. Für das Entgraten haben Sie mehrere Werkzeuge zur Auswahl – von Schleifpapier über Hobel bis Feile. Die Feilen werden eingeteilt in Grob- und Feinfeilen. Benötigen Sie nur eine glatte, kantenfreie Fläche zum Weiterarbeiten, dann genügt in vielen Fällen eine grobe Feile. Soll die zu bearbeitende Stelle jedoch später sichtbar sein, sollten Sie eine Feile für Feinarbeiten vorziehen.

Schleifklotz zum Entgraten und Glätten | Bild kwb
Schleifklotz zum Entgraten und Glätten | Bild kwb – Schleifwerkzeuge ansehen

Entscheidend beim Entgraten: Feilen oder schleifen Sie immer in Faserrichtung. Hier werden Sie den wenigsten Widerstand spüren und die Gefahr des Splitterns ist verschwindend gering. Eine zu 100 Prozent sichere Methode gibt es für das Erkennen des Faserverlaufs zwar nicht. Jedoch können Sie sich zum Beispiel mit einem vorsichtigen Anschleifen mit der Hand behelfen. Je nach Richtung wird sich das Brett rau (Fasern stehen nach oben) oder glatt anfühlen (Fasern bleiben liegen). Bleiben die Fasern liegen, haben Sie Ihre Richtung zum Schleifen gefunden.

Hinweis: Ganz besonders für diesen Test, aber auch generell bei Holzbearbeitung sollten Sie an Arbeitsschutz denken! Um Splitter in der Haut zu vermeiden, tragen Sie Handschuhe. Bei jedem Spanverfahren entsteht Feinstaub, also kleine Partikel, die sich von einem Festkörper lösen, achten Sie daher ebenso auf Schutz für Augen und Atemwege.

Bohren

Auch das Bohren gehört zu den spanenden Fertigungsverfahren. Oftmals dient das Bohren der Fixierung eines Werkstoffs. So werden Löcher gebohrt, um Holzdübel oder andere Stifte als Verbindungselement zwischen zwei Werkstücken einzusetzen bzw. um Dübel mit Schraube in die Wand zu bringen, sodass Sie Ihren Bilderrahmen oder andere Dekorationen aufhängen können. Ebenso schafft es Aussparungen, die eine Strecke verkürzen oder freigeben, um zwei Komponenten miteinander zu verbinden, ähnlich einem Tunnel. In der Holzbearbeitung werden Holzbohrer verwendet. Sie erkennen sie an einer deutlich sichtbaren Spitze. Metallbohrer dagegen zum Beispiel haben eine abgeflachte Spitze.

v. l. n. r.: Bohrer für Metall, Stein, Holz | Bild: kwb
v. l. n. r.: Bohrer für Metall, Stein, Holz | Bild: kwb

Sie finden auf dem Markt sowohl maschinell als auch durch reine Muskelkraft bedienbare Bohrer, die sogenannten Vorbohrer. Sie sollen Löcher für Schrauben oder Dübel vorbohren, sodass diese schneller und sicherer in das Holz greifen können. Der manuell zu nutzende Vorbohrer besteht aus einem zweiflügeligen Griff, der eine bessere Kraftübertragung ermöglicht. Mit seinem Gewinde schrauben Sie den Bohrer ein und wieder hinaus.

Dielen-Bohrer-Set | Bild: Fisch
Dielen-Bohrer-Set für Senklöcher | Bild: Fisch

Zum Fixieren von Holzböden nutzt man Dielenbohrer. Diese schaffen Senk-Löcher. Senklöcher haben den Nutzen, Schrauben soweit eindrehen zu können, dass diese im Holzboden scheinbar verschwinden. Der Grund liegt im Arbeiten des Holzes: Bei Kälte zieht sich das Holz zusammen, sodass Schrauben nun herausschauen würden. Diese unschöne Optik sowie die potenzielle Verletzungsgefahr werden vermieden, wenn die Schrauben von Anfang tiefer als die Oberfläche des Holzbodens eingebracht werden.

Kunstbohrer für runde Aussparungen | Bild: kwb
Kunstbohrer für runde Aussparungen | Bild: kwb – Holzbohrer ansehen

Möchten Sie stattdessen Aussparungen schaffen, nutzen Sie einen Forstnerbohrer oder einen Kunstbohrer. Beide Bohrerarten sind mit einer Zentrierspitze und Peripherieschneiden, die mitunter einer Turbine ähneln, ausgestattet. Die Zentrierspitze sorgt für einen sichere Positionierung auf dem Werkstück, die Peripherieschneiden bohren sich ins Holz.

Alternative: Stichsäge

Stichsäge | Bild: Bosch
Stichsäge | Bild: Bosch – Stichsägen ansehen

Für Aussparungen, die den Radius Ihrer Bohrer übersteigt, können Sie in alter Manier auf den Einsatz einer Stichsäge zurückgreifen. Diese Säge setzen Sie nicht etwa am Werkstück-Rand an, sondern auf dessen Oberfläche. Die Säge wird in das Werkstück eintauchen. Führen Sie sie anschließend entlang Ihrer zuvor markierten Aussparungsränder.

Fixieren

Holz kann auf vielfältige Weise miteinander oder mit anderen Materialien verbunden werden. Im Gegensatz zu anderen Werkstoffen wie Stein oder Metall ist auch das Kleben eine einfache und sichere Möglichkeit, um Holz auf Holz oder Stoff aus Holz zu fixieren.

Kleben

Aufgrund der Tatsache, dass der Kleber tief in die Holzfasern einziehen kann, lässt sich Holz leicht kleben. Man spricht beim Kleber für Holz von Holzleim. Damit der Kleber seine Wirkung voll entfalten kann, sollte die zu beklebende Stelle staubfrei, fettfrei und trocken sein. Zu unterscheiden sind außerdem Holzleim für Innenanwendung oder zum Beispiel für den Garten. Möchten Sie ein Vogelhaus kleben, benötigen Sie Kleber für Außenanwendungen. Beim Puppenhaus fürs Kinderzimmer genügt ein Kleber für Innenanwendungen.

Holzwerkstück in Schraubzwinge | Bild: amlbox fotolia.com
Holzwerkstück in Schraubzwinge | Bild: amlbox fotolia.com – Holzleim ansehen | Schraubzwinge ansehen

Damit Ihr Werkstück stabil wird und bleibt, sollten Sie die Einwirkzeit des Klebstoffes beachten. Die Angabe finden Sie auf der Verpackung. Pressen Sie die Holzstücke in einer Schraubzwinge aneinander und warten Sie die Einwirkzeit ab. Prüfen Sie – äußerst vorsichtig! – nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit, ob sich die Holzverbindung stabil anfühlt. Haben Sie Bedenken, behalten Sie die Werkstücke noch eine Weile in der Schraubzwinge. Die volle Festigkeit wird sich jedoch erst nach ein paar Tagen einstellen. Geklebte Stühle oder Tische sollten Sie daher ein paar Tage ruhen lassen, bevor Sie sie belasten.

Hinweis: Im Interesse der Gesundheit Ihrer Familie und Ihrer tierischen Familienmitglieder verzichten Sie auf schadstoffreiche Zusätze wie Formaldehyd. Nutzen Sie Weißleim oder achten Sie auf das Attribut: Lösungsmittelfrei. So lassen sich Werkstücke zu Puppenheim, Hundehütte oder Hamsterbau ungiftig zusammenkleben.
Bitte achten Sie auch auf die Arbeitsanweisungen des Herstellers, die Sie auf oder in der Verpackung finden. Mitunter sind Handschuhe und ausreichend Belüftung dringend anzuraten.

Nageln

Mit Hammer und Nagel fixieren Sie Holz mit Holz, aber auch mit Stoff. Beim Hammer sollten Sie auf eine feste Verbindung zwischen Hammerkopf und Stiel achten, um Verletzungsgefahr zu vermeiden. Die meist gebrauchte Form beim Heimwerken und im Haushalt ist der Schlosserhammer. Möchten Sie den Hammer auch zum Herausziehen von Nägeln nutzen, verwenden Sie einen Zimmermannshammer, auch Latthammer genannt.

Zimmermann mit Latthammer | Bild: Ingo Bartussek fotolia.com
Zimmermann mit Latthammer | Bild: Ingo Bartussek fotolia.com – Hämmer ansehen

Die große Auswahl an Nägeln erlaubt eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Für das Aufhängen Ihres Bilderrahmens in die Wand, eignet sich ein Stahlnagel. Für das Befestigen eines neuen Bezuges für Ihr Sofa gibt es sogenannte Polsternägel. Um zwei Holzstücke aufeinanderzupressen, können Sie neben dem Kleber auch Holznägel verwenden. Diese besitzen keinen Kopf, sondern nur je eine Spitze an beiden Enden, verschwinden daher nach getaner Arbeit vollständig in der Holzverbindung. Bei dem Begriff besteht Verwechslungsgefahr: In früheren Tagen wurden aus robustem Holz geschnitzte Nägel tatsächlich zum Fixieren verwendet. Sie kamen zum Beispiel zum Einsatz, um Nut und Feder doppelt zu sichern. Auch diese nennen sich Holznägel.

Frau sichert Dachpappe mit Dachpappennagel | Bild: Janni fotolia.com
Frau sichert Dachpappe mit Dachpappennagel | Bild: Janni fotolia.com

Selbst für das Anbringen von Dachpappe gibt es spezielle Dachpappen-Nägel. Ihr breiter Kopf hält die Dachpappe sicher fest, ein Durchrutschen durch das Nagelloch wird somit vermieden. Heutzutage bestehen viele Nageltypen  aus einem geriffelten Schaft. Die Riffel sorgen für Widerstand, sodass sich der Nagel nicht mehr allzu schnell aus dem Werkstück lösen kann. Bei Haftnägeln, Ringnägeln (wie sie bei Palettenmöbeln vorkommen) oder generell Nägeln mit Widerhaken sollten Sie sich vorher ganz genau überlegen, ob Sie Ihr Werkstück mit ihnen fixieren möchten. Denn sonst könnte es sein, dass Sie beim Lösen viel Kraft und Zeit einplanen müssen.

Schrauben

Ob Sie Ihr Holzwerkstück schrauben oder nageln möchten, ist Ihnen überlassen. Aufgrund des relativ weichen und dennoch stabilen Werkstoffs halten sowohl Nägel als auch Schrauben. Dennoch haben Schrauben mit ihrem Gewinde einen besseren Ruf, was sicheres Verbinden angeht. Außerdem besteht der spätestens beim nächsten Umzug relevante Vorteil, dass sich viele Schrauben einfach herauslösen und später wieder festziehen lassen, ohne dass das Werkstück Schaden erleiden muss. Ein Nagel kann auch nicht nachgezogen werden, löst er  sich, muss ein neuer Nagel hinein, oftmals an anderer Stelle.  Lockert sich dagegen eine Schraube, kann sie in der Regel im selben Loch noch einige Male wieder fixiert werden. Das richtige Anziehen oder Nachziehen einer Schraube korrigiert zudem den Winkel der Steckverbindung zweier Holzteile auf 90°, zum Beispiel zwischen Schrankdeckel und verbundenem Seitenteil.

Der Unterschied zwischen einer Schraube und einem Nagel besteht in der Form, die die Anwendung und das Werkzeug vorgibt. Während Nägel mit einem Hammer in das Holz geschlagen werden, fressen sich Schrauben durch mehrmaliges Drehen mit einem Schraubendreher regelrecht in das Holz hinein. Diese Methode sorgt für die hohe Festigkeit. Nicht umsonst gibt es wie oben bereits erwähnt inzwischen auch viele Nägel mit Riffel.

verschiedene Schraubenprofile/-antriebe | Bild: stockpics fotolia.com
verschiedene Schraubenprofile/-antriebe: 1. Zeile v.l.n.r.: Innensechsrund, PZ, PH, Außensechskant;
2. Zeile v.l.n.r.: Schlitz, Innensechskant (Inbus), Innensechsrund, Innensechskant  | Bild: stockpics fotolia.com – Schraubendreher gesucht? Schraubendreher ansehen

Welchen Schraubenzieher, fachlich gesprochen: Schraubendreher, Sie verwenden müssen, hängt von den gewählten Schrauben ab. Generell gibt es auch bei Holzschrauben Schlitz– und Kreuzschlitzschrauben. Kreuzschlitzschrauben unterscheiden sich weiter in Kreuzschlitz Phillips (PH) und Kreuzschlitz Pozidriv (PZ). Letztere verfügt neben dem Kreuzschlitz zusätzlich über zwei weitere feine Kreuzschlitze, wodurch ein achtzackiger Stern mit vier größeren und vier feineren Zacken entsteht. Das Profil auf dem Schraubenkopf nennt man übrigens Antrieb. Ein wenig können Sie dies ablesen an dem Begriff „Pozidriv“ (oft auch „Pozidrive“ geschrieben), den die Firma Phillips ihrem achtzackigen Antrieb gegeben hat – das englische Wort „drive“ lässt sich übersetzen mit „Antrieb“.  Ein weiterer Antrieb für Schrauben ist der Torx. Sie erkennen ihn an seiner Form: ein sechseckiger Stern mit abgerundeten Zacken, daher auch Sechsrund genannt, und weil er sich zentral im Schraubkopf befindet, wird er auch als Innensechsrund bezeichnet. Besonders in skandinavischen Möbeln finden Sie zudem Schrauben mit Inbus-Profil. Hierbei handelt es sich um einen Innensechskant-, statt einen Innensechsrund-Antrieb.

Schützen

Holz ist ein natürlicher Werkstoff. Es arbeitet und es kann durch Schädlinge und Witterungseinflüsse zersetzt werden. Damit Sie an Ihrem Holz-Kunststück lange Freude haben, schützen Sie es rechtzeitig mit Pflegemitteln. Zur Auswahl stehen: Öl, Wachs, Lasur und Lack. Holzöl macht nicht nur Ihre Holz-Werkstücke lebendiger. Hartöl kann darüber hinaus auch einen gewissen Nässeschutz leisten. Um die natürliche Maserung Ihres Holzes zum Vorschein zu bringen, können Sie ebenso Wachs verwenden. Bedenken Sie jedoch, dass es keinen Nässeschutz bieten kann, dafür behält es seine natürliche offenporige Struktur. Wie auch beim Öl haben Sie die Wahl zwischen Wachs und Hartwachs. Hartwachs und Hartöl können Sie unter anderem auf Flächen auftragen, denen starke Beanspruchung bevorsteht, wie zum Beispiel Holzdielen.

Öl als Holzschutz für Terrassendielen aus Bangkirai | Bild: fotoknips fotolia.com
Öl als Holzschutz für Terrassendielen aus Bangkirai | Bild: fotoknips fotolia.com

Um die natürliche Struktur Ihres neuen Holzmöbelstücks, -Spielzeugs oder -Dekoartikels zu betonen, eignen sich Öl und Wachs, wobei vor allem Öl tief in die Struktur eindringt und Versiegelungscharakter hat. Möchten Sie Ihr Holz jedoch nicht nur schützen, sondern auch farbig gestalten, bleibt Ihnen eine große Auswahl an Lasuren und Lacken.

Dekorieren

Lasuren und Lacke gibt es in verschiedenen Farben und Varianten. Ob ein Möbelstück lasiert oder lackiert wurde, sehen Sie daran, ob Sie noch die Maserung erkennen können. Bei einem farbig lasierten Stück ist die Maserung noch sichtbar. Bei farbig lackiertem Holz wird die Maserung vollkommen überdeckt. Lasuren lassen sich einteilen in Dünnschicht- bis Dickschichtlasur. Während die Dünnschichtlasur tief in das Holz eindringt und von innen heraus schützt, bildet die Dickschichtlasur auf der Holzoberfläche einen Schutzfilm. Im Gegensatz zu lackiertem Holz fühlt sich lasiertes Holz natürlich rau an.

Holzlasur | Bild: Counselling
Holzlasur | Bild: Counselling

Lack überdeckt die Struktur und macht das Holz glatt. Somit können auch „Schönheitsfehler“ wie zum Beispiel Verfärbungen unsichtbar gemacht werden. Die Oberflächenschicht schützt Ihr Holz vor Witterungseinflüssen. Besonders bei Lacken haben Sie außerdem eine umfangreiche Auswahl an Farben. So können Sie das Puppenhaus pink und die Spielkiste blau anstreichen.

Hinweis: Achten Sie im Interesse Ihrer Gesundheit auf lösungsmittelfreie Lacken und Farben.

Bemalen und bemalen lassen

Ob Vogelhaus oder Spielkiste, individueller wird Ihr Holzwerkstück mit Farben. Besonders Kindern macht es große Freude, Kleinkunst zu bemalen. Statt für einen Anstrich lassen sich lösungsmittelfreie Dispersionsfarben verwenden, wie zum Beispiel Acryllack.

Junge bemalt Vogelhaus | Bild: kosmos111 fotolia.com
Junge bemalt Vogelhaus | Bild: kosmos111 fotolia.com
Holzgrundierung | Bild: ProfiFarben
Holzgrundierung/Dünnschichtlasur | Bild: ProfiFarben

Tipp: Schützen Sie Ihr Holz vor einem farbigen Anstrich oder einer Verzierung mit einer Grundierung. Grundierungen dringen tief ins Holz ein und bieten einen Imprägnierschutz. Auf diese Weise wird das Holz vor Witterungseinflüssen geschützt und die Dauerhaftigkeit für Folge-Anstriche oder Verzierungen erhöht sich. So werden Sie noch lange Freude an Ihrem Holzkunstwerk haben.

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