Gartenteich anlegen und pflegen

Seerose auf Gartenteich
Seerose auf Gartenteich | Bild: ulrichpruemm

Für viele Menschen gehören neben dem knisternden Feuer in Grill oder Feuerstelle auch typische Geräusche eines Bachlaufs oder eines Teiches zu einer perfekten Wohlfühloase. In einem Garten lässt sich solch ein kleines Stück Eden anlegen. Was Sie dazu benötigen, welche Regelungen Sie kennen sollten und wie Sie Ihren Gartenteich anschließend pflegen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Gartenteich und Gesetze

Grundsätzlich ist jedes Bauvorhaben genehmigungs- oder zumindest anzeigepflichtig. Es gibt jedoch Ausnahmen, die sich auf Verwendung, Tiefe oder Höhe beziehen. Diese Ausnahmen – genehmigungsfreie Bauvorhaben – sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und können sogar von Gemeinde zu Gemeinde verschieden geregelt sein. Gewissheit erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Bauamt bzw. bei Ihrer zuständigen Bauaufsichtsbehörde.

In vielen Bundesländern lassen sich Gartenteiche genehmigungsfrei anlegen, wenn folgende Bedingungen eingehalten werden:

  • Wasservolumen bis zu 100 m3
  • Tiefe bis zu 1,49 m (ab 1,50 m müssten Sie vielerorts mit einer Genehmigungspflicht rechnen)

Ihr Teich könnte demnach zum Beispiel 1,49 m tief und ca. 9 m lang wie breit sein.

Außerdem sollten Sie den obligatorischen Abstand zur Nachbarsgrenze einhalten. Dieser liegt bei mindestens 3 m.

Sind die gesetzlichen Regelungen geklärt, können Sie sich überlegen, wie Sie Ihren Gartenteich inhaltlich gestalten. Einige Möglichkeiten erfahren Sie im Folgenden.

Gartenteich

Gartenteich ist genau genommen ein Teich im Garten. In dieser Bezeichnung steckt noch keine Verwendung desselben. Daher folgen nun einige Inspirationen, wie Sie Ihren Gartenteich ausgestalten können.

Naturbelassenes Biotop

Für viele ist ein Gartenteich ein kleines Biotop, in dem sich nach und nach Frösche ansiedeln und mit etwas Glück der Reiher ab und an vorbeischaut. Diese Art ist am einfachsten zu bauen und zu pflegen. Sobald Sie den Gartenteich mit ein paar Wasserpflanzen angelegt haben, überlassen Sie der Natur die inhaltliche Ausgestaltung.

Gartenteich naturnah
Gartenteich naturnah

Fischteich

Möchten Sie in Ihrem Teich auch Fische halten, müssen Sie auf zusätzliche Aspekte achten. Zum einen ist der ph-Wert des Wassers sowie die Temperatur und der Sauerstoff-Gehalt überlebenswichtig für Ihre schwimmenden Gartenbewohner. Außerdem sollten Sie schützende Bauten im Wasser errichten bzw. schattenspendende Pflanzen setzen, damit sich die Teichbewohner bei Gefahr von oben verkriechen und auch allzu starken UV-Strahlen davonschwimmen können.

Fischteich mit Koi
Fischteich mit Koi | Bild: Pexels

Insbesondere bei einem Koi-Teich sind erhöhte Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Die preisintensiven und sehr empfindlichen Karpfen aus Japan benötigen neben der artgerechten Ernährung eine hohe Wasserqualität, angemessene Wassertemperatur, ausreichend Platz und starken Sonnenschutz.

Hinweis: Ein klarer Teich schmeichelt nur dem menschlichen Auge. Vielmehr schützt ein naturgemäß trüberer Teich sogar die Teichbewohner in gewisser Weise. Denn Sonnenstrahlen und somit die gefährliche UV-Strahlung dringen mühelos durch klares Wasser, wohingegen sie bei leicht trübem Wasser in ihrer Intensität deutlich abgeschwächt werden. Nur ein großer Teil findet den Weg ins Wasser, der andere wird zurückgeworfen (reflektiert).

Schwimmteich/Badeteich

Möchten Sie lieber selbst in Ihrem Teich eine Runde schwimmen, haben Sie die Wahl zwischen einem Pool und einem Badeteich. Während ein Pool eine künstlich gepflegte Wasseranlage ist, sollte sich ein Badeteich über eine natürliche Filterung sauber halten. Dazu sind im Voraus verschiedene Zonen zu planen:

  • Schwimmbereich: der Bereich, in dem Sie sich aufhalten
  • Regenerationszone: der Bereich, in dem Wasser- und Uferpflanzen für Sauerstoff und eine angemessene Wasserqualität sorgen; diese Zone ist in verschiedene Teilzonen unterteilt
Schwimmteich
Schwimmteich | Bild: rgerber

Bachläufe

Haben Sie nur wenig Platz in Ihrem Kleingarten, müssen Sie dennoch nicht auf Wasserspiele verzichten. Platzsparende Bachläufe mit oder ohne auslaufendem Becken können Sie auch in kleine Gärten setzen. Mit einem Wasserfall, sozusagen einer vertikalen Wasseranlage, lässt sich auf wenig Raum eine erholsame Wasserstelle einrichten.

Bachlauf (Überlauf-Element) | Bild: Ubbink
Bachlauf (Überlauf-Element) | Bild: Ubbink

Etwas Schatten schadet nie

Ob Sie ein naturnahes Biotop, einen Fischteich oder Schwimmteich anlegen möchten – für alle Arten von Gartenteichen ist die Lage im Halbschatten dem Platz in der Sonne vorzuziehen. Dies hat mehrere Gründe. Ihre Fische, aber auch Ihre Haut werden es Ihnen danken, denn besonders im (klaren) Wasser ist die Gefahr für Sonnenbrand gegeben. Algen fühlen sich besonders unter starker Sonneneinstrahlung wohl. Ein Zuviel an Algen nimmt Ihrem Teich den nötigen Sauerstoff und kann das stehende Gewässer zum Umkippen (Säuresturz) bringen. Der Teich wird sauer, Pflanzen und Fische ersticken. Außerdem führt eine hohe Konzentration an Sonnenstrahlung zu hohen Temperaturen. Neben der übermäßig hohen Wassertemperatur, die Ihren Teichbewohnern ebenfalls das Leben kosten kann, besteht auch hier die Gefahr, dass der Teich auf lange Sicht sauer wird. Denn je kühler der Teich ist, umso mehr Sauerstoff kann er beinhalten.

Sonnensegel über Gartenteich
Sonnensegel über Gartenteich | Bild: Mike Richter fotolia.com

Planen Sie daher von Anfang an, Ihren Teich an einen halbschattigen Ort anzulegen. Sollten Sie in Ihrem Garten keinen ausreichenden Platz im Halbschatten finden, können Sie sich mit künstlichem Sonnenschutz wie einem Sonnensegel oder einem natürlichen Schutz wie einer Hecke oder einem Baum behelfen.

Tipp: Bevorzugen Sie einen natürlichen Sonnenschutz für Ihren Teich, der jedoch erst einmal angepflanzt werden und wachsen muss, können Sie als temporäre Maßnahme auf ein Sonnensegel zurückgreifen. Sobald Ihre Hecke oder Ihr Baum Größe und Umfang erreicht haben, um sich als Sonnenschutz zu behaupten, lässt sich das ein Segel leicht wieder einpacken, verstauen oder an anderer Stelle wieder aufbauen.

Gartenteich ausheben

Ist die Entscheidung für Art, Größe und Ort des Gartenteiches gefallen und alle gesetzlichen Regelungen wurden berücksichtigt, beginnt die Bauphase.

Diese besteht in erster Linie aus dem Aushub des Gartenbodens und wird die kraftaufwendigste Maßnahme darstellen. Je nach Größe sollten Sie eventuell auf einen Bagger zurückgreifen. Diese Arbeitsgeräte können Sie kaufen oder mieten und auch für den Aushub samt Arbeitsgerät gibt es Dienstleistungen.

Hinweis: Nach dem Aushub sollte das Ufer gerade sein, das heißt alle Uferränder weisen idealerweise eine Höhe auf.  Dies ist vor allem beim Einsetzen von Teichbecken und beim optimalen Auslegen einer Teichfolie relevant.

Teichbau mit Teichrandpflöcken
Teichbau mit Teichrandpflöcken | Bild: Heissner

Gartenteich-Zonen

Ein Teich besteht aus einem vom Ufer zur Mitte hin tiefer werdenden Becken. Diese Ordnung sollten Sie auch in Ihrem Gartenteich berücksichtigen:

  • Sumpfzone: max. 20 cm Tiefe
  • Flachwasserzone: 20 bis 50 cm Tiefe
  • Tiefwasserzone: ab 50 cm Tiefe

Die Aufteilung ist vor allem für das Setzen der entsprechenden Wasserpflanzen-Arten relevant. In der Sumpfzone wachsen Rohrkolben, Binse oder Sumpflilien. Sie bieten Unterschlupf für Teichbesucher wie Vögel und Nützlinge und stabilisieren das Ufer.

In der Flachwasserzone gedeihen Pfeilkraut, Froschlöffel, diverse Arten Hahnenfuß und weitere Pflanzen, die über die Wasseroberfläche hinaus wachsen. Sie ziehen die Nährstoffe aus dem Wasser und vermindern den Algenbefall.

In die Tiefwasserzone gehören die sehr hochwachsenden, schwimmenden oder Unterwasserpflanzen wie diverse Seerosen oder Wasserpest. Auch sie sorgen für den Erhalt des Teiches durch Sauerstoffabgabe und Nährstoffaufnahme.

Die Zonen sollten Sie zu je einem Drittel anlegen. Somit ist jede Zone mindestens 30 cm breit, auf denen die Pflanzen wachsen können. Möchten Sie Ihre Teichbewohner im Teich überwintern lassen, sollte das Tiefwasser-Drittel je nach Fischbestand etwa 2 m3 betragen und unter der Frostgrenze von mindestens 80 cm, besser 1 m liegen.

Hinweis: Bei Fischen ist es wie bei Pflanzen – nicht alle Fische sind im Teich „winterhart“.  Informieren Sie sich daher zuvor bei Ihrem Zoohändler.

Rohre legen

Sobald der Aushub mit allen Zonen geschafft ist, sollten Sie sich Gedanken um die Verrohrung machen. Nachdem die Teichfolie liegt, ist ein nachträglicher Einbau nur schwer zu realisieren.

Für einen Teich können folgende Komponenten erforderlich werden:

  • Bodenablauf
  • Filter und Pumpe
  • Skimmer

Bodenablauf

Bodenablauf | Bild: Heissner
Bodenablauf | Bild: Heissner

Der Bodenablauf ist der Abflussbereich des Teiches. Empfehlenswert ist diese Komponente für alle Teichgrößen. Erforderlich wird er bei großen Teichen. Der Bodenablauf hält den Boden von Schlamm frei und dient ebenso zum Ablassen des Wassers. Er besteht aus einem Gehäuse, dem sogenannten Klemmflansch und einem Schutzdeckel. Das Gehäuse wird mit der Verrohrung an der tiefsten Stelle des Teiches verbunden. Dieser Schritt geschieht noch vor Verlegen der Teichfolie.
Nach Verlegen der Teichfolie wird an gleicher Stelle der Flansch in das Gehäuse geschraubt und durch Teichfolienkleber (siehe weiter unten) abgedichtet.

Filter und Pumpe

Durch den Filter wird das Wasser von gröberen Partikeln befreit, bevor es gereinigt den Weg zurück in den Teich findet. Dass das verbrauche Teichwasser in den Filter gelangt, ist Aufgabe der Pumpe. Den Prozess

verbrauchtes Teichwasser in die Pumpe –> in den Filter –> zurück in den Teich

nennt man Umwälzen. Das Umwälzen wird meist in Stunden angegeben.

Wie oft das Teichwasser umgewälzt werden sollte, hängt von der Teichverwendung sowie dem anzunehmenden Grad der Verunreinigung ab. Ein Fischteich wird durch Kot, Fischfutter und ähnliches schneller verunreinigt werden als ein kleiner Deko-Teich. Es muss daher für regelmäßige Reinheit gesorgt werden, damit die Teichbewohner darin leben können. Bei einem naturnahen Biotop wiederum wird der Teich naturtrüb gehalten, sodass sich viele mit einer langsameren Pumpe zufrieden geben oder ganz auf sie verzichten.

Filterarten

Während der Filter je nach Art innerhalb oder außerhalb des Teiches positioniert werden kann, ist die Pumpe immer im Wasser. Planen Sie entsprechend eine Verrohrung von der Pumpe zum Filter ein. Für viele Teiche eignen sich Durchlauffilter.

Teichfilter Durchlauffilter | Bild: Heissner
Durchlauffilter | Grafik: Heissner

Für Bachläufe oder höher gelegene Ebenen sollten Sie Druckfilter verwenden. Die Pumpe übergibt das Wasser an den Druckfilter, den Sie in einer Entfernung von ca. 2 m vergraben können. Das gereinigte Wasser gelangt unter Druck über den Filter nach oben, wo es als Bachlauf den Weg zurück ins Becken findet.

Bachlauf-Druckfilter/-Pumpe | Grafik: Oase
Bachlauf-Druckfilter/-Pumpe | Grafik: Oase

Für kleine Teiche oder Dektoteiche für den Balkon können Sie platzsparende Unterwasserfilter verwenden. Dieses Gerät beinhaltet Pumpe und Filter in einem. Eine Verrohrung müssen Sie daher nicht einplanen. Der Filter benötigt lediglich eine Stromquelle.

Unterwasserfilter
Unterwasserfilter | Bild: Heissner

Tipp: Ein hochwertiger Filter besitzt eine UV-C-Kammer. Die dort erzeugten UV-C-Strahlen töten Bakterien und Algen ab, die mit dem Teichwasser in den Filter geraten sind.

Skimmer

Teichskimmer | Bild: Heissner
Teichskimmer | Bild: Heissner

Ein Skimmer sammelt Schmutzpartikel auf der Wasseroberfläche und trägt auf diese Weise zur Säuberung des Wasserspiegels bei. Denn was der Skimmer fängt,  kann sich gar nicht erst auf dem Teichboden ablagern. Skimmer können Sie mit und ohne Verrohrung einsetzen. Möchten Sie einen Skimmer an ein außen verlegtes Rohr anschließen, müssen Sie auch hier eine entsprechende Rohröffnung einplanen.

Stromanschlüsse

Neben den Rohranschlüssen sollten Sie auch die Öffnungen für die Stromkabel berücksichtigen. Strom benötigen Sie mindestens für Pumpe und Filter und falls Sie auch dieses einplanen: Unterwasserbeleuchtung.

Tipp: Bauen Sie Schächte aus leeren Rohren. Diese fallen etwas größer aus als die echten Rohre und werden Sie mehr Arbeitszeit kosten. Anschließend können Sie Rohre und vor allem (Strom-)Kabel wesentlich einfacher anschließen und wechseln.

Teichbecken oder Teichfolie

Ist der Aushub geschafft, haben Sie die Wahl zwischen Teichschale, Teichfolie und Beton. Für Teiche bis ca. 3 m und einer Tiefe bis zu 2 m finden Sie Teichschalen, auch Teichbecken genannt. Teichbecken setzen Sie in den Aushub ein und haben damit Phase 2: Teich einsetzen abgeschlossen.

Fertigteich einsetzen | Bild: Ubbink
Fertigteich einsetzen | Bild: Ubbink

Möchten Sie jedoch Ihren Gartenteich als Schwimmteich ausbauen oder entscheiden sich aus anderen Gründen gegen ein vorgeformtes Becken, können Sie wählen zwischen Teichfolie und Beton.

Für Teichwände aus Beton ist es empfehlenswert, entsprechende Maurerkenntnisse mitzubringen. Daher soll hier nicht näher auf diese Option eingegangen werden.

Das Einsetzen einer Teichfolie kann auch von einem Laien mit Handwerkergeschick und nötiger Präzisionsbereitschaft bewerkstelligt werden – obgleich nicht verschwiegen werden soll, dass es auch für diese Phase entsprechende Dienstleistungen gibt.

Teichfolie für den Teich

Bei der Teichfolie gibt es verschiedene Materialien, wobei die PVC-Variante die preiswerteste und meist genutzte Folie darstellt. Sie ist leicht zu verlegen und kann heiß- und kalt geschweißt werden. Ein Manko ist jedoch ihre geringe UV-Beständigkeit. Achten Sie daher darauf, dass auch der Überstand mit Pflanzen und Steinen versehen wird. Ansonsten können ungeschützte Stellen durch die Sonneneinstrahlung brüchig werden. Außerdem sind nicht alle PVC-Folien besonders gesund für Pflanzen und Fische. Achten Sie daher auf bedenkenlose Inhaltsstoffe.

Stabiler, gesundheitlich unbedenklich, UV-beständig und preisintensiver ist die Folie aus PE (Polyethylen). Diese ist jedoch wesentlich unflexibler im Gebrauch und nur bei kleinen Becken zu verwenden. Reparaturen sind ebenfalls schwierig zu bewerkstelligen, da die Folie sich nur heiß schweißen lässt.

Teichfolie aus EPDM | Bild: Ubbink
Teichfolie aus EPDM | Bild: Ubbink

Besonders preisintensiv und auch besonders stabil wie flexibel ist die Folie aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk). Sie kann heiß und kalt geschweißt werden, ist gesundheitlich unbedenklich und UV-beständig.

Hinweis: Je größer der Teich ist, umso mehr muss die Folie aushalten (Wasserdruck, Bodendruck). Außerdem spielt auch der schon erwähnte Wuchstrieb der umstehenden Pflanzen eine Rolle.  Nutzen Sie daher eine ausreichende Stärke für die Teichfolie. In der Regel sind Teichfolien von 1 bis 1,5 mm empfehlenswert. Robuste Folien mit einer Stärke von ca. 0,5 bis 1 mm sind EPDM-Folien. Für PVC-Folien können Sie auch Stärken bis 2 mm finden.

Folie berechnen

Bevor Sie die Teichfolie auslegen, sollten Sie diese erst einmal berechnen und bestellen. Teichfolien-Rechner wie der von Heissner sind für diesen Schritt hilfreich. Kalkulieren Sie einen Überstand von etwa 50 cm (sowohl in der Länge als in der Breite) ein, denn dieser ist wichtig, um die Folie ausreichend an den Ufer-Rändern umzuklappen und zu befestigen.

Haben Sie die Foliengröße ermittelt, können Sie Ihre Folie nun bestellen. Je nach Größe erhalten Sie Folienbahnen, die Sie zu einem Stück schweißen, oder ein Folie zum Auslegen.

Tipp: Die oben genannten Schritte leiten die meisten Teichbauer bereits während der Planung des Teichaushubs ein. Die Auslieferung der Teichfolie könnte somit im Idealfall am Folgetag des fertigen Aushubs erfolgen.

Teichfolie auslegen

Teichvlies
Teichvlies | Bild: Ubbink

Vorneweg ein Hinweis: Um Schäden an Ihrer Teichfolie über die Jahre, die sie liegen wird, zu vermeiden, sollten Sie ihr einen weichen Untergrund schaffen. Entfernen Sie sämtliche spitzen und scharfen Objekte wie Steine und Hölzer. Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Hecken oder Bäume einen allzu starken Wuchstrieb in Richtung Teich verzeichnen. Besonders wucherfreudig sind zum Beispiel Bambus und diverse Beerensträucher. In diesem Fall sollten Sie Ihren Teich mit einer Rhizomsperre schützen. Zusätzlich können Sie den Untergrund mit weichem Teichvlies auslegen.

Erhalten Sie die Teichfolie in einem Stück, können Sie diese nun auf Ihrem Untergrund auslegen. Sinnvoll ist das Verlegen mit mehreren Personen, sodass an jedem Ende mindestens zwei die Folie halten. Um die zusammengelegte Folie etwas zu glätten und einige Stellen auch gegebenenfalls voneinander zu lösen, sollten Sie die Folie schütteln – so, wie Sie eine sehr großen Picknickdecke schütteln würden. Auch hierfür sind mehrere Personen nötig.

Hinweis: Um die empfindliche Folie nicht zu verletzen, sollten Sie weiches Schuhwerk (ohne harte Sohlen, Riemen und Schnallen) verwenden. Nutzen Sie zum Beispiel Stoffhausschuhe oder ziehen Sie bei Betreten der Folie die Schuhe einfach aus.

Drücken und ziehen Sie beim Verlegen die Folie besonders am Boden in ihre gewünschte Form, um Faltenbildung zu vermeiden. Die Folie ist verlegt, wenn die Überstände auf jeder Seite etwa 50 cm betragen bzw. die Maße annehmen, die Sie bei der Bestellung berücksichtigt haben.

Bahnen schweißen

Auch beim Schweißen können Sie so vorgehen, wie beschrieben. Achten Sie darauf, dass sich die einzelnen Bahnen etwa 5 cm überlappen. Das Schweißen kann als Heißluftschweißen erfolgen oder als Quellschweißen.

Beim Heißluftschweißen wird die Überlappung durch Erwärmung zähflüssig gemacht, um die Folien aneinanderzukleben. Achten Sie darauf, dass die Hitze nicht über die Überlappung hinausgeht. Begrenzen Sie sie daher, indem Sie zum Beispiel bei jeder Nahterstellung die Überlappungsgrenze mit einem nicht brennbaren und weichen Gegenstand etwas andrücken, sodass die Hitze sich nicht weiter unter der Folie ausbreiten kann.

Beim Quellschweißen benetzen Sie die Überlappung mit einem Quellschweißmittel, das Sie mit einem Pinsel auftragen. Das Quellschweißmittel verflüssigt ebenso wie das Heißluftverfahren die Folie, wird jedoch aufgrund seiner einfacheren Handhabung bevorzugt.

Kautschuk-Teichfolienkleber | Bild: Heissner
Kautschuk-Teichfolienkleber/Quellschweißmittel | Bild: Heissner

Drücken Sie nach jedem Auftragen die Stelle fest an. Nutzen Sie Beschwerungen, sodass die Naht auch dicht wird. Als Beschwerung eignen sich Säcke, achten Sie darauf, dass diese keine scharfen Stellen aufweisen.

Hinweis: Quellschweißmittel bestehen aus dem Lösungsmittel THF (Tetrahydrofuran). THF wird als krebserregend eingestuft und reizt sowohl Augen als auch Atmungsorgane. Das Mittel sollte daher vor allem im Außenbereich und nur mit entsprechendem Arbeitsschutz angewendet werden.

Dichten Sie die Kanten der Schweißnähte anschließend mit einer Nahtpaste (PVC-Lösung) ab.

Liegt die Folie und wurden die Überstände richtig bemessen, sollten Sie diese nun mit Objekten wie Steinen – auch hier auf spitze Stellen achten – beschweren. Prüfen Sie die Folie noch einmal auf mögliche Beschädigungen.

PVC-Folie beschädigt
PVC-Folie beschädigt | Bild: Heissner

Beim Platzieren können kleinere Risse oder Löcher entstehen. Bessern Sie diese zum Beispiel mit dem Quellschweißverfahren aus.

Rohröffnungen berücksichtigen

Die Rohröffnungen, die Sie in den Teich gelegt haben, müssen nun frei geschnitten werden. Die „Wunden“ sollten Sie luft- und wasserdicht verschließen. Dafür eignen sich spezielle Teichfolienkleber. Setzen Sie das zu installierende Gerät auf die Rohröffnung, schrauben Sie es an oder stecken Sie es fest. Anschließend können Sie die Ränder mit dem Spezialkleber versehen. Der Kleber wirkt nach Aushärtung wie eine Dichtung.

Gartenteich anlegen

Um Ihren Teich von Anfang an mit einem natürlichen Filter auszustatten, können Sie den Boden mit Kies versehen. Nutzen Sie dazu gewaschenen Kies, dieser sollte nur noch aus stumpfen Stellen und keinen scharfen Kanten bestehen. Außerdem bringt gewaschener Kies im Gegensatz zu ungewaschenen weniger Nährstoffe und somit weniger Nahrung für Algen mit in den Teich. Kies eignet sich gut für die Bodenbepflanzung.

Hinweis: Nutzen Sie zum Bepflanzen Ihres Teiches auf keinen Fall Blumenerde, sondern für Teichpflanzen bestimmtes Substrat. Über das Mehr an Nährstoffen, was Sie in jeder Blumenerde finden, freuen sich die Algen.

Kies im Wasser
Kies im Wasser | Bild: mansoek

Lassen Sie das Wasser nun zu einem Viertel einfließen. Der Druck wird die Folie noch etwas tiefer ziehen. Achten Sie daher auch darauf, wie sich der Rand verändert. Prüfen Sie noch einmal die Gleichmäßigkeit der Überstände. Anschließend können Sie den Teich wie gewünscht befüllen.

Starter-Bakterien für Teichfilter
Starter-Bakterien für Teichfilter | Bild: Oase

Ob Sie Regenwasser, Leitungswasser oder Brunnenwasser nutzen, bleibt Ihnen überlassen. Achten Sie nur darauf, dass die Werte denen eines Gartenteiches/Fischteiches entsprechen. Brunnenwasser kann eisenhaltig sein, sodass ein Eisenfilter vorgeschaltet werden sollte. Regenwasser aus der Regentonne kann Schwermetalle vom Dach in die Tonne mit sich tragen, daher sollte auch hier ein Vorfilter zum Einsatz kommen.

Es empfiehlt sich, einige Monate vor Fischeinsetzung Teichorganismen dem Teich oder dem Teichfilter zuzugeben. Diese erhalten Sie auch gefriergetrocknet. Ebenso können Sie etwas Wasser und Teichschlamm aus einem anderen – gesunden – Gartenteich in den neuen einsetzen, damit sich auf diese Weise nützliche Mikroorganismen in Ihrem Teich schneller entwickeln.

Wasseranalyse | Bild: Oase
Wasseranalyse | Bild: Oase

Tipp: Bevor Sie die Fische einsetzen, sollten Sie das Wasser auf Fische verträgliche Faktoren testen, insbesondere die Wasserwerte Gesamthärte (GH), Karbonathärte (KH), ph-Wert, Nitrit, Nitrat, Chlor. Teststreifen für Wasseranalysen finden Sie im Handel.

Gartenteich pflegen

Den Gartenteich pflegen, heißt in erster Linie, ihn sauber zu halten, die Wasserwerte einzuhalten und das Gewässer vor Algen zu schützen. Algen werden durch ein Mehr an Nährstoffen angezogen, diese finden sich in verschiedenen organischen Bestandteilen, zum Beispiel:

  • abgestorbene Pflanzenteile
  • Fischkot
  • übrig gebliebenes Fischfutter
  • nährstoffreiche Substrate (Blumenerde)
Teich reinigen: Algen bekämpfen
Teich reinigen: Algen bekämpfen | Bild: pure-life-pictures fotolia.com

Sie verringern die Algengefahr somit bereits, wenn Sie Ihren Gartenteich regelmäßig säubern. Geeignete Helfer – neben Filter, Pumpe und Skimmer – sind zum Beispiel Kescher. Im Herbst lässt sich mit einem Teichnetz das Laub vom Teich fern halten.

Häufige Algenarten im Gartenteich sind

Schwebealgen:  Diese Algen lassen Ihr Gartengewässer trüb werden. Man spricht bei Schwebealgenbefall auch von Grünwasser. Sie sind standortungebunden und schwimmen auf dem Wasser. Durch ein Überangebot an Nährstoffen und hohe Sonneneinstrahlung entwickeln sich die Algen. In der Regel können sie leicht in den Filter gelangen und auch effektiv mittels UV-C-Bestrahlung bekämpft werden. Außerdem sorgen Teichreiniger gegen Schwebealgen dafür, dass die Algen verklumpen und so im Kescher einzusammeln sind, außerdem bleiben sie in diesem Zustand im Filter hängen und kommen nicht mehr in den Teich zurück.

Fadenalgen: Teppiche auf dem Gartenteich sprechen für Fadenalgenbefall. In Maßen sind diese Algen tolerierbar. Nehmen sie aber überhand, kann ein Gartenteich ersticken. Im Gegensatz zu den Schwebealgen wachsen Fadenalgen fest auf einem Untergrund. Das können Steine, Gehölze oder die Teichfolie sein. Durch den Filter kommen sie daher eher selten. Viele Mittel gegen Fadenalgen sorgen dafür, dass sie sich von ihrem Untergrund lösen, um in den Filter gepumpt bzw. gesogen zu werden. Auch Mittel, die das Absterben auf ihrem Untergrund bewirken, sind im Handel erhältlich.

Hinweis: Absterbende und absinkende Algen sind wiederum Nährstoff für die nächste Algengeneration. Fischen Sie daher konsequent alle abgestorbenen Pflanzenteile aus dem Wasser.

Sie können die Algenpopulation effektiv eindämmen, wenn Sie den Phosphat-Gehalt im Wasser so niedrig wie möglich halten. Phosphat ist wichtig für ein schnelles Wachstum der Algen, allerdings ist Phosphat generell für das Wachstum aller Wasserpflanzen wichtig. Ein zu niedriger Gehalt hemmt daher auch das Wachstum Ihrer bewusst gesetzten Pflanzen. Achten Sie bei Einsatz eines Phosphat-Binders daher auch auf Ihre Wasserpflanzen.

Pflanzen gehören in einen Teich

Als natürliche Konkurrenten der Algen um die Nährstoffe im Gartenteich sowie als natürlicher Filter und Heimat für zahlreiche Teichbewohner sind Wasserpflanzen ein wichtiges Element in einem Teich. Sumpflilie, Rohrkolben oder Wasserpest sowie die Vielzahl an kleinen Mikroorganismen tragen einen bedeutenden Anteil dazu bei, dass die Ökologie im Gleichgewicht bleibt.

Gartenteich mit Pflanzen
Gartenteich mit Pflanzen | Bild: emer fotolia.com

Wie oben bereits erwähnt, sollten Sie ihnen daher einen ausreichenden Stellenwert in Ihrem Gartenteich einräumen. Legen Sie die Zonen bewusst an und setzen Sie die passenden Pflanzen hinein. Nutzen Sie ausschließlich für Teichwasser geeignete Substrate zum Einpflanzen. So können Sie schon bei der Wahl des Substrates einen unnötigen Überschuss an Nährstoffen vermeiden. Für ein einfaches Ein- und Umsetzen der Wasserpflanzen können Sie auf witterungsresistente Pflanzkörbe zurückgreifen.

Ob Sie einen Gartenteich als Fischteich, als speziellen Koi-Teich, als Schwimmteich oder als naturnahes Biotop anlegen möchten – vom Aushub über die Auskleidung bis zur Gestaltung und Pflege sind viele Schritte ähnlich. Diese wurden in dem Beitrag näher beleuchtet. Besonderheiten der einzelnen Teicharten können an anderer Stelle genauer betrachtet werden.

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