Blockbohlenhaus als Gartenhaus

Grundwissen rund ums Blockbohlenhaus in der Verwendung als Gartenhaus

Blockbohlenhaus als Gartenhaus
Blockbohlenhaus als Gartenhaus © Deyan Georgiev shutterstock.com

Das Blockbohlenhaus gehört zur gehobenen Klasse der Gartenhäuser. Die meisten Blockbohlenhäuser strahlen einen rustikalen Charme aus. Sie sind eine der beliebtesten Gartenhäuser und zugleich ein Ort, um dem Alltag zu entfliehen. Ein Blockhaus als Gartenhaus ist Refugium und Blickfang zugleich.

Als Gartenhaus, Wochenendhaus oder Ferienhaus, ein Blockbohlenhaus eignet sich für jede der genannten Anwendungsfälle. Beim Blockbohlenhaus wird sich an der klassischen Bauweise bedient, die mit modernen Techniken weiterentwickelt wurde.

Übersicht aller Blockbohlenhäuser

Blockbohlenhaus und Blockhaus – wo liegt der Unterschied?

Es ist gut möglich, dass sich die Hersteller des Blockbohlenhauses an der Optik des wesentlich komplexeren Blockhauses orientiert haben. Doch abgesehen von der äußeren Form ist der Aufbau eines Blockbohlenhauses ungleich dem eines Blockhauses. Begründet liegt der Unterschied in der Konstruktionsbauweise. Blockhäuser bestehen in ihrer Gesamtheit aus Blockbohlen (starke Rundhölzer). Blockbohlenhäuser besitzen dagegen eine Holzrahmenkonstruktion, um welche herum die Blockbohlen angebracht werden. Die unterschiedliche (Auf-)Bauweise ist es also, die Blockhaus und Blockbohlenhaus voneinander unterscheiden und den höheren Preis beim Blockhaus erklärt.

Blockhhaus im Freilichtmuseum Talcy am Baikalsee
Blockhhaus im Freilichtmuseum Talcy am Baikalsee © by-studio fotolia.com

Wenn Sie ein Blockhaus als Gartenhaus angeboten bekommen, schauen Sie, ob es sich um ein Blockbohlen- oder doch um ein Blockhaus handelt. Denn inzwischen werden diese beiden Begriffe recht synonym verwendet.

Blockbohlenhaus Ferienhaus

Fahren Sie nach Norden, werden Sie sie in Hülle und Fülle vorfinden: die Blockhäuser. Gerade ein Ferienhaus in den Alpen ist des Öfteren ein Blockhaus. Die urige Atmosphäre, die Ihnen bereits beim Eintritt entgegenkommt, und die zumeist robust geschmückten Holzwände mit urigem Mobiliar sind typische Anzeichen für „eine gute Stube“. In kleinerem Rahmen können Sie sich dieses Flair mit einem Naturholz-Blockhaus bzw. -Blockbohlenhaus in den Garten holen. Für den urigen Anstrich und das Interieur sind Sie freilich selbst verantwortlich.

Blockbohlenhaus bauen

Die erste Frage, die Sie sich bereits vor dem Kauf und daher auch vor dem Bauen stellen sollten, ist die nach der Baugenehmigung. Davon hängt ab, welches Fundament Sie wählen und wie groß Sie Ihr Gartenhaus planen können.

Wählen Sie eine genehmigungsfreie, das heißt: verfahrensfreie Bauweise, können Sie beispielweise kein Betonfundament verwenden. Auch darf es nicht größer sein als ca. 30 Kubikmeter. In Sachsen darf es nicht einmal die Größe von 10 Kubikmetern überschreiten.

Warum Sie kein Betonfundament bei einem verfahrensfreien Bau verwenden dürfen, liegt in der Definition begründet. Denn ein Gartenhaus soll nicht mehr als ein Aufbewahrungsort für Geräte oder ein temporärer Aufenthaltsort für Sie sein. Als temporärer Unterschlupf sollte es  bei Bedarf zudem schnell wieder entfernt werden können. Das ist mit einem Häuschen, das auf Beton steht, wesentlich schwieriger als mit einem Häuschen ohne betoniertes Fundament. Auch die Größe ist entscheidend. Ab einer bestimmten Kubikmeteranzahl kommen Sie um ein stabiles Betonfundament nicht mehr herum.

Gartenhaus ohne Betonfundament

Für ein verfahrensfreies Blockbohlenhaus verzichten Sie auf Beton. Da ein Blockbohlenhaus ein Holzhaus ist, sollten Sie dennoch eine Art Fundament verwenden. Denn Holz beginnt bei Nässe zu faulen. Ein Holzhaus auf einem Erdboden haben Sie nicht lange. Als Alternative für Beton bieten sich Steinplatten oder ein mobiles Stahlfundament an.

Bei beiden Arten sollte der Boden ebenerdig sein. Möchten Sie eine stützende Kiesschicht unter das Fundament legen, sollten Sie beim Vorbereiten des Bodens dies berücksichtigen. Tragen Sie daher so viel Erde ab, dass die Steinplatten oder das Stahlblech mit dem Kiesbett eine Ebene bilden.

Als Füllmaterial der Steinplattenkonstruktion eignet sich ebenfalls Kies.

Wichtig ist, dass der Boden eine vor Nässe schützende und stützende Ebene bietet, auf die Sie das Blockbohlenhaus aufbauen können.

Blockbohlenhaus mit Fundament

Hiermit können Sie erst starten, wenn Sie Ihre Baugenehmigung in der Hand halten. Haben Sie das Dokument, können Sie loslegen. Das Fundament ist dabei Schritt 1. Als stabil erweist sich das Betonfundament. Hier gibt es drei mögliche Ansätze.

Betonplatte

Sie können ganz schlicht eine Betonplatte als Fundament verwenden. Dazu stecken Sie die Fläche Ihres Gartenhäuschens ab und heben den Boden in der doppelten Höhe Ihres Betonfundaments aus. Dann folgt eine Kiesschicht in ungefähr der gleichen Höhe wie die der Betonschicht. Diese verhindert das Eindringen von Nässe und das Beton und dient als Frostschutz. Jetzt können Sie den Beton in die Grube und auf die Kiesschicht gießen. Ist der Boden an einigen Stellen zu unterschiedlich, sollten Sie an eine Schalung denken, damit der Beton auch dort hinfließt, wo es für ihn vorgesehen war. Dafür sollten Sie jedoch um die 15 cm mehr Umfang für Ihren Aushub einplanen.

Betonfundament für ein Haus
Betonfundament für ein Haus © Schlegelfotos fotolia.com – unterscheidet sich nur von der Größe von einem Fundament für ein Gartenhaus

Punktfundament

Ein Punktfundament besteht aus mehreren Fundamentbestandteilen (Fundamentpunkten), die anstelle eines ganzheitlichen Fundaments (wie eine Betonplatte) erstellt werden. Sie verlegen oder gießen also mehrere Fundamentteile, die zusammen das Blockbohlenhaus stützen sollen. Verlegen oder gießen Sie die Punktfundamente unter der Frosttiefe, in Deutschland liegt diese bei 80 cm.

Der Vorteil dieser Bauweise:

  • Sie sparen Material.
  • Sie können ein Punktfundament auch an sehr unebenen Plätzen errichten.

Der Nachteil:

  • Das Punktfundament ist keine Fläche im Ganzen. Es entstehen also Aussparungen. Die Aussparungen können dazu führen, dass an den Stellen der Balkenboden mit der Zeit absackt.
Brücke - Beispiel für Punktfundament
So können Sie sich ein Punktfundament vorstellen © Chrispo fotolia.com

Streifenfundament

Streifenfundamente verwendet man für längliche Gebilde wie zum Beispiel eine Mauer. Sie können jedoch auch für ein Gartenhaus von Bedeutung werden, zum Beispiel dann, wenn man die Luftzirkularität, also die Atmung des Holzes, berücksichtigen möchte. Die Streifenfundamente werden dort eingesetzt, wo später die Wände stehen sollen. Der Rest wird mit Kies aufgefüllt.

Streifenfundament
Streifenfundament für ein Haus © Eléonore H fotolia.com

Bei Streifenfundamenten wird der Beton länglich verlegt. Dafür legen Sie an die entsprechenden Stellen längliche Schalungen, in die der Beton anschließend gegossen werden und aushärten kann.

Der Vorteil für das Holz als Baumaterial ist die bessere Belüftung von unten. So bleibt auch bei ein wenig Nässe noch ein gewisser Spielraum, bis das Holz zu faulen beginnt.

Fundament schützen

Um ein Betonfundament gegen Risse und dergleichen zu schützen, wird von Fachmännern eine Bewehrung empfohlen. Bewehrung ist ein Netz aus Stahl, das als eine Schicht zwischen zwei Betonschichten gelegt wird. Haben Sie zum Beispiel einen 30 cm tiefen Betonschacht und möchten Sie diesen verstärken, schütten Sie 15 cm Beton hinein, legen bzw. rollen Sie das Stahlnetz darauf und gießen Sie anschließend die zweite Schicht Beton darüber. Das Stahlnetz ist nun im Beton und stärkt das Baumaterial. Bewehrung können Sie bei kleinen wie auch größeren Betonbauten verwenden. Auch für die Punktfundamente eignet sich Bewehrung.

offene Stelle der Bodenplatte - Bewehrung zu erkennen
offene Stelle einer Bodenplatte – hier ist die Bewehrung aus Stahl gut zu erkennen © Kara fotolia.com

Während Ihrer Arbeiten am Betonfundament streichen Sie mithilfe von Streichwerkzeugen den Beton glatt. Außerdem sollten Sie ihn verdichten. Dazu gibt es mehrere Methoden von Klopfen bis Rütteln. Beim Beton an den Schalungen empfiehlt sich das Rütteln.

Lassen Sie den Beton nach der Fertigstellung gut aushärten. Geben Sie ihm dafür mindestens  3 Wochen Zeit.

Bauen Sie auch immer so, dass sich das Fundament mindestens 80 cm tief im Erdboden befindet. So sollte der Bodenfrost ihm nicht schaden können.

Blockbohlen fürs Blockbohlenhaus

Welche Wandstärke ein Blockbohlenhaus haben sollte, hängt von der Größe Ihres Gartenhauses und der geplanten Nutzung ab.

Möchten Sie ein neues Gerätehaus oder eine Fahrradbox mit dem Blockbohlenhaus gewinnen, reichen 28 mm Wandstärke. Für kühle Sommernächte und als Ihr Sommerrefugium sollte die Wandstärke mindestens 45 mm betragen. Je stärker die Wandstärke ausfällt, umso mehr Wärmeisolierung wird Ihr neues Gartenhaus haben.

Blockbohlenhaus bauen

Wer ein Blockbohlenhaus oder besser ein Blockhaus sein eigen nennt, möchte weitestgehend dem großen skandinavischen Bruder nacheifern. Daher bleiben Schrauben, Muttern und Nägel im Schrank. Ein Blockhaus wird ohne Hämmern und Schrauben gebaut.

Dazu benötigen Sie Blockbohlen mit einer vorgefertigten Aussparung, der Nut, von oben und von unten, und Stützbalken.

In die Nut legen Sie den Stützbalken. Die Stützbalken müssen höher sein als die Nut, sodass sie aus ihr herausschauen. Dieser Überstand wird wiederum für die nächste Nut verwendet. So wird das Haus im Stecksystem nach oben gebaut. Die für Blockhäuser typische Form an den vier Außenecken entsteht durch das Zusammenstecken von Stützbalken und Balken mit Nut. Denn der Stützbalken wird nicht mit der Spitze in die Nut gesteckt, sondern es bleibt noch ein wenig Freiraum, ähnlich den alten Balkenriegeln von Holztoren.

Blockbohlenwände schützen

Die meisten Blockbohlenhäuser, die Ihnen im Fachmarkt angeboten werden, bestehen aus nordischer Fichte. Das heißt, Sie haben Baumaterial von höchster Qualität.

Gartenhaus dem Holz der nordischen Fichte typisch für Weka und Karibu
Hersteller wie karibu und Weka verwenden für ihre Gartenhäuser, aber auch für ihre Saunen Holz aus nordischer Fichte | Bilder: Weka (links), Karibu (rechts)

Alternativ bekommen Sie Balken aus kesseldruckimprägniertem Fichten- oder Kiefernholz. Das heißt, Sie haben bereits witterungsbeständiges Holz, das Ihnen auch naturbelassen ein paar Jahre Schatten und ein Regendach spenden kann.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, können Sie das Holz nach Fertigstellung mit Lasur schützen. Gefällt Ihnen die Maserung Ihres Gartenhäuschens, verwenden Sie farblose Lasur. Sie ist schwach pigmentiert und für Weichhölzer wie Fichte, Kiefer oder Lärche geeignet. Für mehr UV-Schutz können Sie eine dunklere Lasur wählen. Merken Sie sich aber die gewählte Lasur, denn nach zwei bis drei Jahren werden Sie sie wieder benötigen. Es ist empfehlenswert, beim Zweitanstrich die gleiche Lasur in der gleichen Farbe wieder zu verwenden, um unschöne Flecken oder Streifen zu vermeiden.

Neben dem Streichen lassen sich die Bohlen am Blockbohlenhaus – wie die Außenbretter bei jedem anderen Gartenhaus auch – mit einer einfachen Methode schützen. Planen Sie an der ungeschütztesten Stelle des Hauses ein Vordach ein. So schirmt dieses Vordach die Außenwand des Häuschens vor Sonne, Wind und Regen ab.

Für das Dach sollten Sie sich für Bitumen-Dachpappe entscheiden. Mehr dazu finden Sie im Gartenhaus-Artikel Dachpappe für Gartenhaus.

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