Was insbesondere im Sommer aus den Mülltonnen riecht, sind organische Abfälle wie Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch: Lebensmittel. Im Rahmen der EU-Vorgabe gegen Lebensmittelverschwendung wird von mehr als 10 Mio. Tonnen Lebensmittel gesprochen, die jährlich im Müll landen. Bis 2030 soll die Anzahl halbiert werden. Hersteller, Händler und Konsumenten werden gleichermaßen aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten. Was Sie als Endverbraucher unternehmen können, das erfahren Sie hier.

Geplant einkaufen

Viele Menschen gehen “hungrig” und ohne Plan in den Supermarkt. Die Folge: Es wird mehr gekauft als nötig und so manches Mal werden die Lebensmittel vergessen, für die man eigentlich das Geschäft betreten hat. Mit einem Einkaufszettel haben Sie einen gezielten Plan, was Sie benötigen. Streichen Sie die Posten nach und nach ab. In einem größeren Geschäft wie einem Supermarkt kann es sinnvoll sein, die Posten in der Reihenfolge aufzuschreiben, wie Sie durch die Abteilungen gehen. So ersparen Sie sich größere Umwege.

Mit einem Einkaufszettel in den Supermarkt | Bild: Gina Sanders adobe stock

Mit einem Einkaufszettel in den Supermarkt | Bild: Gina Sanders adobe stock

Ordnung im Kühlschrank

Kennen Sie das auch? Manch ein Joghurt oder eine Salami zeigen sich erst, nachdem das Mindesthaltbarkeitsdatum längst abgelaufen ist. Zuvor lag eine Wurst davor oder eine Milchreis-Packung stand quer. Diese unschönen Begegnungen können Sie durch ein wenig Ordnung vermeiden. Wurst- und Fleischwaren lassen sich von Milchprodukten trennen. Beispielsweise kommen die Wurstwaren in das obere und die Milchprodukte in das mittlere Fach. Unten befindet sich in der Regel das Gemüsefach. Waren könnten darüber hinaus nach Mindesthaltbarkeit und Verbrauchsdatum in ihren Fächern vorsortiert werden. Die Sortierung müsste somit nach jedem Einkauf ein wenig angepasst werden. Das hätte den Vorteil, dass ein Joghurt oder eine Salami sich nicht mehr so leicht vor Ihnen verstecken könnten.

Frau schaut in einen Kühlschrank | Bild: Andrey Popov adobe stock

Mit ein wenig Ordnung im Kühlschrank lässt sich alles leicht wiederfinden und Lebensmittel können nicht aus dem Blick geraten | Bild: Andrey Popov adobe stock

Unterschied Mindesthaltbarkeit und Verbrauchsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis wann ein Produkt noch in etwa so beschaffen ist wie an dem Tag, an dem Sie es gekauft haben. Bis zu diesem Zeitpunkt ist das Produkt mindestens noch essbar oder trinkbar. Auch darüber hinaus kann es genießbar sein. Es handelt sich um eine Empfehlung. Sie aber entscheiden, ob es für Sie den Wert eines Lebensmittels verwirkt hat. Die Konsistenz lässt sich durch bloßes Hinschauen und ggf. leichtes Schwenken prüfen und über einfaches Riechen erhalten Sie weitere Eindrücke.

Angabe Verbrauchsdatum auf der Verpackung für ein Lebensmittel

Angabe Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung für ein Lebensmittel

Das Verbrauchsdatum hingegen ist eine Maximalangabe. Bis zu diesem Zeitpunkt muss das Lebensmittel verbraucht worden sein. Das Verbrauchsdatum ist für leicht verderbliche Lebensmittel wie abgepackte Frischwaren (z.B. Fleisch, Hackfleisch, Fisch, zubereitete Salate) vorgesehen. Auf diesen Verpackungen finden Sie Hinweise wie: zu verbrauchen bis.

Recycling für Obst und Gemüse: Komposter

Kommt es nun doch zu einem Überangebot in der Küche, können Sie Obst und Gemüse statt in den Müll zu werfen auch zu Kompost verwerten. So tragen die Überreste zu einem humus- und nährstoffreichen Boden in Ihrem Garten bei.

Komposter wird befüllt – von Garantia

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Auch der Balkongarten freut sich über zusätzliche Nährstoffe. Steht Ihnen nur diese Art der grünen Oase zur Verfügung, können Sie mit einem Komposter für die Küche Ihr überschüssiges Obst und Gemüse wiederverwerten.

Im Kompost können Sie Obst und Gemüse eine neue sinnvolle Aufgabe zuteil werden lassen, idealerweise solchem, das noch keine Schimmelflecken oder ähnliches aufweist. Bei Schalen von Zitrusfrüchten besteht der allgemeine Tenor darin, sie nicht zu kompostieren. Die Schalen verrotten sehr langsam. Außerdem haben sie den Ruf, gespritzt worden zu sein. Auf den Kompost gehören grundsätzlich rohe Reste. Gekochte Speisen sollten nicht zum Kompost gegeben werden, da Salz und andere Inhaltsstoffe das Verrotten beeinträchtigen könnten.

Für diese und alle anderen Essensreste gibt es die Bio-Tonne. Der Inhalt aus der braunen Tonne wird in Kompostierungsanlagen verarbeitet und für die Erzeugung von Biogas oder Dünger für die Landwirtschaft wiederverwertet.

Biotonne mit Rasenschnitt | Bild: pure-life-pictures adobe stock

Von Kaffeesatz bis verdorbenes Fleisch – organische Substanzen, die sich nicht für den Kompost eignen, müssen in die Bio-Tonne gebracht werden, um ihnen die Chance für eine neue sinnvolle Aufgabe zu ermöglichen | Bild: pure-life-pictures adobe stock

Kein Kunststoff: Dass Sie Bio-Müll nicht mit Verpackung entsorgen, ist für Sie ggf. selbstverständlich. Doch viele Nutzer bedenken nicht, dass auch Plastik-Müllbeutel kein Bio-Müll sind. Müllbeutel bestehen aus Kunststoff, der die Angewohnheit hat, un- bzw. schlecht verrottbar zu sein. Entsorgen Sie den Bio-Müll mit solchen Müllbeuteln, ist es so, als hätten Sie ihn mit einer großen Verpackung in die Bio-Tonne geworfen.

Nutzen Sie stattdessen für Bio-Müll vorgesehene Papierbeutel oder bringen Sie den Bio-Müll in einem Behälter hinaus.

Biomüll im geeigneten Folienbeutel | Bild: edinger
Speziell für Bio-Müll werden auch Müllbeutel aus kompostierbarer Folie angeboten. Die Folie kann zum Beispiel aus Maisstärke bestehen.

Das geplante, bewusste Einkaufen von Lebensmitteln und ein Einkaufszettel als Hilfsmittel können einen Überschuss im Kühlschrank verhindern. Eine festgelegte Ordnung im Kühlschrank macht das Auffinden leichter. Sollte es dazu kommen, dass Sie unverbrauchte Lebensmittel aus der Küche entfernen müssen, ist die nächste Station die Bio-Tonne. Alternativ ließe sich prüfen, ob sie nicht auch für den Kompost geeignet wären.

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