Wurzelsperre für den Garten

Wurzelsperre
Wurzelsperre © LianeM shutterstock.com

Für manche Pflanzen ist sie einfach ein Muss, wenn Sie als Gartenbesitzer nicht Gefahr laufen wollen, permanent gegen eine sich ausbreitende Pflanzenflut anzukämpfen: Die Wurzel- beziehungsweise Rhizomsperre. Warum diese so wichtig ist, wie sie zur Anwendung kommt und was es zu beachten gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist eine Wurzelsperre?

Der Name ist eigentlich bereits selbsterklärend: Eine Wurzelsperre verhindert eine Ausbreitung von Pflanzenwurzeln über eine bestimmte Begrenzung hinaus. Mit anderen Worten „sperrt“ sie die Wurzeln ein. Je nach Pflanzenart ist der Begriff „Wurzeln“ nicht ganz korrekt, da es sich bei einigen Gewächsen eben nicht um die Wurzeln, sondern um sogenannte Erdsprosse (Rhizome) handelt, die für die unterirdische Ausbreitung der Pflanzen verantwortlich sind. Daher spricht man in diesem Zusammenhang auch von einer Rhizomsperre. Zur Veranschaulichung des Gegenstands: Bei den frischen Ingwerknollen, die Sie im Supermarkt oder bei Ihrem Gemüsehändler kaufen können, handelt es sich um die Rhizome der Ingwerpflanze.

Ein klassisches Ingwer-Rhizom
Ein klassisches Ingwer-Rhizom

Wurzelsperren bestehen zumeist aus hochstabilen und widerstandsfähigen Kunststoffen wie Polypropylen oder Polyethylen (HDPE). Diese sind in Rollenform erhältlich und können so, den eigenen Bedürfnissen entsprechend, auf die passenden Längen zugeschnitten werden. Vereinzelt werden auch Metall oder Plastikwannen verwendet.

Eigenschaften einer Wurzelsperre

Um in ihrem Wirken auch effektiv zu sein, sollten Sie beim Kauf einer Wurzelsperre unbedingt darauf achten, dass diese gewisse Eigenschaften mitbringt. Denn wenn eine einmal eingebaute Rhizomsperre sich im Nachhinein als untauglich erweist oder kaputt geht, ohne dass dies sofort bemerkt wird, kann sich genau der Wildwuchs einschleichen, der eigentlich verhindert werden sollte. Daher sollte eine gute Wurzelsperre für den Garten die folgenden Attribute mitbringen:

  • Wurzelfestigkeit(keine noch so starken Triebe können die Sperre durchbrechen)
  • UV-Resistenz: überirdisch angelegte Teile der Wurzelsperre werden durch beständigen Sonnenlichteinfall nicht in ihrer Stabilität beeinträchtigt
  • Frostresistenz: Temperaturen unter dem Gefrierpunkt führen nicht dazu, dass die Rhizomsperre porös oder brüchig wird
  • Nagetier-Resistenz: Mäuse, Ratten und Maulwürfe haben keine Chance, den Schutz durchzuknabbern und so dem Fortwuchs den Weg zu ebnen
  • Schadstofffreiheit: Obwohl es hier darum geht, der Natur sanfte Fesseln anzulegen – Schadstoffe, die bei Feuchtigkeit nach starkem Regen o.Ä. ausgewaschen und so in den Boden gelangen können, gehören nicht in die Wurzelsperre.

Welche Pflanzen benötigen eine Wurzelsperre?

So sehr Sie sich auch an einem üppigen Pflanzenwachstum erfreuen mögen: Manche Gewächse lassen sich in ihrer Vermehrung einfach sehr schlecht kontrollieren und übernehmen schnell die Vorherrschaft im Garten, wenn ihnen kein Einhalt geboten wird. Dies führt nicht nur dazu, dass andere Pflanzen irgendwann vor der rhizomgetriebenen Übermacht kapitulieren, sondern schlimmstenfalls auch dazu, dass die Invasion auf Nachbargärten oder angrenzende Grundstücke übergreift. Ist dies erst einmal geschehen, kann die nachhaltige Entfernung unter Umständen sehr teuer werden, da Sie diese Arbeiten in die Hände von Fachkräften geben müssen. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Pflanzen, welche die Verwendung eines Wurzelschutzes erheischen, zusammengetragen.

  • Bambus: Wenn von der Verwendungspflicht einer Wurzelsperre gesprochen wird, fällt sein Name meistens als Erstes. Und in der Tat gelten die Bambus-Arten, die Ausläufer austreiben, hinsichtlich der raschen Verbreitung sowie der Kraft der Rhizome, die sogar Keramik zu sprengen vermag, als besonders „aggressiv“. Sollten Sie also vorhaben, Bambus zu pflanzen, der zur Unterart der Phyllostachys gehört, ist eine Rhizomsperre unverzichtbar. Gartenbambus (Fargesia) hingegen benötigt keine Wurzelsperre, sondern muss durch Betonbegrenzungen oder regelmäßiges Abstechen im Zaum gehalten werden.
Bambus neigt zu besonders starker Rhizombildung
Bambus neigt zu besonders starker Rhizombildung
  • Himbeere: So köstlich die Früchte dieser Gattung auch sein mögen, sei es in ihrer puren Form, als Marmelade, Sirup oder auch Likör: Da diese Pflanzen auch zu den rhizombildenden Gewächsen gehören, um stets genug Feuchtigkeit und Nährstoffe im Boden auszumachen, schreitet ihre Verbreitung im ungebremsten Zustand rasend schnell voran. Obwohl es sich bei der Himbeere um einen sogenannten Flachwurzler handelt, sollten Sie mindestens 40 Zentimeter für die Wurzelsperre einplanen.
  • Sanddorn: Die zunehmende Tendenz, den eigenen Garten mit Sanddorn anzureichern, sei es nur zur Zierde oder wegen des vitaminhaltigen Obstes, ging für so manchen Gärtner mit der schmerzlichen Einsicht einher, dass er ohne adäquate Wurzelsperre bald ein Problem mit den Pflanzen bekommt. Er ist zwar außerordentlich pflegeleicht, wenn die Qualität des Bodens stimmt, treibt aber auch weitläufig verzweigte Wurzeln aus. Um diese erfolgreich einzudämmen, sollte eine Rhizomsperre mit mindestens 1,5 Metern Durchmesser sowie einer Tiefe von 60 Zentimetern eingeplant werden.
sanddorn
Schmückend und stark wurzelnd zugleich: Der Sanddorn
  • Essigbaum: Gartenliebhaber schätzen diese Baumart vor allem wegen der Rotfärbung seiner Blätter, die im Herbst einen besonders schön leuchtenden Ton annehmen. Darüber hinaus handelt es sich um ein weitestgehend anspruchsloses Gewächs, was ihn insbesondere bei Garten-Neulingen sehr beliebt macht. Vorsicht ist jedoch geboten, denn abgesehen davon, dass alle Teile dieser Pflanze giftig sind, weshalb sie für einen Familiengarten eher nicht in Frage kommt, ist auch das Wurzelwerk sehr umtriebig. Daher sollte entweder eine Haltung im Topf oder eine Wurzelsperre in Betracht gezogen werden, die eine Tiefe von 40 Zentimetern nicht unterschreiten darf. Als Sperrmaterial genügt hier eine stabile Teichfolie, da die Wurzeln nicht so stark sind wie die des Bambus.
  • Minze: Allseits beliebt wegen ihres Duftes oder, je nach Sorte auch wegen ihres Geschmacks, ist die Minze eine weitere Pflanze, die einen besonders starken Lebens- und Wachstumsdrang besitzt, wenn die Bodenqualität stimmt. Um dieser Wanderleidenschaft Herr zu werden, sollten Sie eine Wurzelsperre mit mindestens 40 Zentimetern Tiefe und 10 Zentimetern oberhalb des Bodens einplanen. Eine gute Alternative ist auch im Falle der Minze die Haltung in einem ausreichend großen Topf.
  • Topinambur: In unseren Breitengraden wird das Knollengewächs zwar in der Küche noch unterschätzt (da es im 18. Jahrhundert zunehmend von der in Europa eingeführten Kartoffel verdrängt wurde), ist aber unter Feinschmeckern und Anhängern des gesunden Essens bereits sehr beliebt. Zudem eignet er sich aufgrund seine Höhe und seiner gelben Blüten sowohl als Sichtschutz als auch als Zierpflanze. Allerdings steckt in den kleinen, unterirdisch wachsenden Knollen des Topinamburs auch eine enorme Kraft. Denn die Pflanze wächst nicht nur mit rasender Geschwindigkeit in die Höhe (bis zu 3 Meter), sondern wurzelt auch stark in alle verfügbaren Richtungen. Die Wurzeln sind überaus kräftig und sollten daher mit der gleichen Wurzelsperre eingedämmt werden, die auch beim Bambus verwendet wird (Polypropylen oder Polyethylen).

Wurzelsperre einbauen: So wird’s gemacht

Wenn Sie sich für eine Pflanze entschieden und die entsprechende Wurzelsperre (beziehungsweise das benötigte Material) besorgt haben, geht es an den Einbau. Als Beispiel werden wir hier den Vorgang der Rhizomsperre für Bambus näher beleuchten. Das Prinzip ist jedoch bei allen Pflanzen gleich. Der benötigte Platz ist abhängig von den Bedürfnissen der jeweiligen Pflanze einerseits und Ihren individuellen Wünschen hinsichtlich des Wachstums andererseits.

  • Bestimmen Sie zunächst, wo genau Ihr Bambus wachsen soll und welche Fläche Sie ihm einräumen wollen. Beachten Sie, dass er ein gewisses Areal benötigt, um sich adäquat entfalten zu können (mindestens 3 Quadratmeter für eine mittelhohe Bambussorte).
  • Die Wurzelsperre sollte mindestens 60 Zentimeter tief in die Erde eingebracht werden. Gleichzeitig ist es wichtig, dem Bambus genug Platz zu lassen, um sich in der Breite zu vermehren. Ansonsten wird er seine Ausläuferbemühungen nach unten verdoppeln und so eventuell die Sperre trotz großer Tiefe unterwandern. Planen Sie als Durchmesser mindestens 150 Zentimeter ein (insgesamt 3 Quadratmeter Fläche, siehe oben).
  • Die Wurzelsperre sollte am Ende einen Ring bilden, der die Pflanze beziehungsweise ihr vorgesehenes Wachstumsareal komplett umschließt. Dieser Ring muss zusätzlich mit einer Aluminiumschiene gesichert werden. Dazu müssen zuvor an den sich überlappenden Stellen der Sperre Löcher gebohrt werden, in denen die Aluschienen hinterher verschraubt werden können.
  • Aus der Erde sollten mindestens 5 Zentimeter (besser sind 10) der Wurzelsperre herausragen, um zu verhindern, dass sich einzelne Rhizome über die Absperrung davonmachen. Zudem empfiehlt es sich, die Sperre in ihrem oberen Bereich leicht schräg anzulegen. Dadurch drängen Rhizome, die an der Barriere scheitern, eher nach oben als nach unten. Dort sollten Sie dann regelmäßig kontrollieren und auswachsende Rhizome händig entfernen.
rhizomsperre-anlegen
Wurzelsperre anlegen

Rhizomsperre nachtäglich einbauen

Haben Sie die Notwendigkeit einer Wurzelsperre im Vorfeld nicht bedacht und müssen diese nun nachträglich ergänzen, ist dies ebenfalls möglich, auch wenn es sich wesentlich komplizierter gestaltet. Zunächst gilt es, die bereits vorhanden Wurzelausläufer zu durchtrennen. Allein das erweist sich je nach Pflanze unterschiedlich schwierig. Vor allem der Bambus verfügt über sehr starke Wurzeln, die sich selbst mit starken Spatenhieben nicht immer durchtrennen lassen. Hier wird eventuell der Griff zur Axt oder Säge erforderlich sein.
Wenn Sie am Ende sicher sind, alle Ausläufer durchtrennt zu haben, verfahren Sie wie oben in der Anleitung beschrieben. Halten Sie in den nächsten Wochen (je nach Jahreszeit auch für die nächsten Monate) Ausschau nach Keimlingen, die sich außerhalb der Wurzelsperre an der Bodenoberfläche blicken lassen.

Mehr Beiträge über den GartenAlle Garten-Artikel im Magazin

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*