Wasserführender Kaminofen – Unterstützung für die Heizung

Wasserführender Kaminofen Faro Aqua | Bild: Justus
Wasserführender Kaminofen Faro Aqua | Bild: Justus

Möchten Sie die Wärme Ihres Kaminofens nicht nur im Wohnzimmer, sondern im ganzen Haus genießen, dann schließen Sie Ihren Kamin an das Heizungssystem an! Nicht jeder Kamin oder Kaminofen ist hierfür geeignet. Wasserführende Kaminöfen sind aber mit dieser Fähigkeit ausgestattet. Erfahren Sie, wie dieser Kaminofen funktioniert, was Sie erwarten können und wie Sie Ihren Kaminofen zu einem wasserführenden Kaminofen nachrüsten können.

Wie funktioniert ein Kaminofen?

Ein Kaminofen ist ein mit Holz befeuerter Zimmerofen mit großer Sichtscheibe. Das Feuerholz für Ihren Kamin legen Sie in den Brennraum oder Feuerraum. Der für die Verbrennung benötigte Sauerstoff wird aus der Umgebungsluft genommen (raumluftabhängig) oder durch ein externes Zuluftrohr am Kaminofen (raumluftunabhängig) zugeführt. Während des Betriebs wird die Abluft durch den angeschlossenen Schornstein ins Freie geleitet.

Bei diesen Verbrennungsprozessen entstehen zwei unterschiedliche Arten von Wärme. Zum einen entsteht durch den Verbrennungsprozess eine sogenannte Konvektionswärme. Die Wärme, die über den Kaminofen abgegeben wird, wird durch die Luft weitergeführt und auf diese Weise im ganzen Raum verteilt.

Zum anderen wird Strahlungswärme erzeugt. Im Übrigen eine für Mensch und Tier sehr angenehme, denn diese Wärme ist natürliche Strahlung, die jener der Sonne ähnelt. Die Strahlungswärme wird dabei vom Brennmaterial abgegeben und durch die Feuerraumtür gesendet. Anders als ein klassischer Kamin besitzt ein Kaminofen eine Vorrichtung, die Brennraum und Umgebung trennt. Diese ist bei einem Kaminofen mit einer Sichtscheibe versehen. Über die Sichtscheiben lässt sich die Strahlungswärme wesentlich effektiver transportieren als über Metall. Der ungehinderte Blick auf die Flammen erzeugt eine behagliche Stimmung, die normalerweise nur bei einem offenen Kamin entsteht.

Wo ist der Unterschied zum wasserführenden Kaminofen?

Ein wasserführender Kamin ist von der baulichen Grundsubstanz dem Kaminofen gleich. Auch seine Wärme entsteht im Brennraum, die Abluft tritt durch den angeschlossenen Schornstein aus und die Wärme verteilt sich als Strahlungs- und Konvektionswärme. Im Unterschied zum klassischen Kaminofen hat ein wasserführendes Modell jedoch eine Zusatzverbindung zum häuslichen Heizungssystem. Diese wird durch sogenannte Wassertaschen, auch Registrierung genannt, realisiert. Die Wassertasche fungiert als Wärmetauscher. Sie benötigen sie, um Ihren klassischen Kaminofen in einen wasserführenden umzuwandeln.

Wie funktioniert ein wasserführender Kaminofen?

Beim wasserführenden Kaminofen wird zusätzlich ein Wärmetauscher (Wassertasche) mit Wasserkreislauf  (Zulauf und Ablauf) integriert, der an ein bestehendes Heizungssystem mit eigenem Warmwasserspeicher angeschlossen werden kann.

Die durch die Verbrennung erzeugte Wärme wird in den Wärmetauscher geleitet. Das Behältnis ist mit Wasser gefüllt, das durch die Wärmewirkung erhitzt wird und durch ein zusätzliches Rohr mit dem Heizungssystem verbunden ist. Das erhitzte Wasser zirkuliert im Heizungssystem. Erwärmtes Wasser steigt in den Heizkreislauf, während kühles Wasser in die Wassertasche zurückfließt, das dort wiederum erwärmt wird.

Für die Raumbeheizung werden ca. 30 Prozent Wärme abgegeben. Die übrigen 70 Prozent werden dem Heizungssystem zugeführt. Dort wird das Wasser erwärmt und als Brauchwasser und Heizungswasser weitergeleitet.

Durch die sehr hohe Wärme sollte ein wasserführender Kaminofen nicht direkt an einen Heizkreislauf angeschlossen werden. Zwischengeschaltet wird daher ein Pufferspeicher.

Wasserführender oder wassergeführter Kaminofen?

Sie werden das eine oder andere Mal über den Ausdruck „wassergeführt“ stolpern. Lassen Sie sich davon nicht beirren. Dieser Begriff ist eine falsch verwendete Variante. Wassergeführt würde bedeuten, dass der Kaminofen vom Wasser geführt wird. Man stelle sich die Frage, wie eine solche Situation eintreten sollte. Stattdessen führt ein Kaminofen mit dieser Funktion Wasser aus den Wassertaschen in den Heizungskreislauf bzw. wird selbst an ein bestehendes wasserführendes, also mit Wasser gefülltes bzw. Wasser verwendendes, System angeschlossen – an das Heizungssystem. Der Anschluss kann, wie bereits weiter oben erwähnt, durch eine Wassertasche mit Zu- und Ablauf erfolgen.

Kaminofen wasserführend nachrüsten

Echte wasserführende Varianten sind für Luft- und Wassererwärmung ausgelegt. Alle technischen Voraussetzungen sind bereits getroffen, damit eine entsprechend hohe Energieausbeute erreicht werden kann. Dazu zählt zum Beispiel eine doppelseitige Stahlwand sowie der Anschluss an das Heizungssystem.

Rückansicht wasserführender Kaminofen Faro Aqua | Bild: Justus
Rückansicht wasserführender Kaminofen Faro Aqua | Bild: Justus – dieses und weitere Modelle finden Sie hier

Nachgerüstete wasserführende Kaminöfen nutzen nur die Abgaswärme zur Aufheizung des Wassers in den Wassertaschen. Dadurch kann weniger Wasser erwärmt werden. Dennoch lohnt sich die Umrüstung. Die Heizung wird in ihrer Wärmeleistung unterstützt.

Wichtig ist der Standort des Kamins. Der Versorgungsübergang sollte sich am Anfang des Heizkreislaufes, beim Wasserzulauf, befinden. Andernfalls kann es zu Richtungsirritationen des Brauchwassers im System kommen. Die Folge: Ein wesentlich geringerer Teil der Wohnung könnte mit Heizwasser versorgt werden. Dies ist bereits bei den wasserführenden Kaminöfen zu beachten. Bei nachgerüsteten Kaminen mit Wassertaschen ist eine fehlerhafte Standortwahl hinsichtlich der Wärmewirkung umso fataler.

Kamineinsatz wasserführend | Bild Oranier
Kamineinsatz wasserführend | Bild Oranier – weitere finden Sie hier

Alternative: wasserführende Kaminkassette

Neben dem fertigen Kaminofen gibt es Kaminbausätze. Sie sind als Standard- oder wasserführende Varianten erhältlich. Wie der Name vermuten lässt, werden fertige Formteile als Bauteile zu einem Kamin zusammengesetzt. Dabei stellt der Kamineinsatz bzw. die Kaminkassette das Herzstück dar. Solche Kamineinsätze können auch einzeln erworben werden. Sie werden in Wandaussparungen montiert und mit dem Schornstein verbunden. Damit bilden sie die Grundlage für einen neuen Kamin. Die Einsätze werden ummauert und individuell verkleidet. Kaminbausätze sind Kamineinsatz plus Verkleidung. Darüber hinaus müssen sie als wasserführender Kamineinsatz an das Heizungssystem angeschlossen werden.

Kaminkassetten können einen klassischen (also offenen) Kamin in einen geschlossenen umwandeln. Sie werden in den Brenn- bzw. Feuerraum eingesetzt und über den Schornstein angeschlossen. Wasserführende Varianten sind für diese Komponenten erhältlich. Sie können jedoch nicht mit den nachgerüsteten Kaminöfen oder den wasserführenden Kaminöfen mithalten. Die Wärme kann nicht optimal abgegeben werden, sodass auch die Wassernutzung im Wärmetauscher entsprechend begrenzt ist. Hier kommt es darauf an, für welche Zwecke sie verwendet werden sollen.

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