Sauna und Infrarotkabine

Sauna vs. Infrarotkabine
Sauna vs. Infrarotkabine | Bilder: blankita_ua (Sauna), alhim fotolia.com (Infrarotkabine )

Vor einiger Zeit bekam die Sauna als gesundheitsfördernde Einrichtung eine starke Konkurrenz: die Wärmekabine. Statt wie in der Sauna durch die Erwärmung der Umgebungsluft ins Schwitzen zu kommen, geschieht die Aspiration und Wärmeentwicklung über direkte Infrarotbestrahlung. Wie genau sich die beiden Arten unterscheiden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Sauna: Schwitzen mit heißer Luft

Beim Saunieren erfolgt so oder ähnlich der Ablauf : Der Saunaofen mit Kohle wird entzündet oder der Saunaofen mit Stromanschluss wird angeschaltet. Die Saunakabine erwärmt sich, das Saunieren kann je nach Ofenleistung zeitnah beginnen. Traditionellerweise haben Sie Saunasteine auf dem Ofen platziert. Diese sorgen für den Aufguss, wenn über sie im heißen Zustand kaltes Wasser geschüttet wird. Bei elektrischen Saunaöfen kann auch eine Verdampfereinheit für eine höhere Luftfeuchtigkeit sorgen. Damit machen Sie aus Ihrer Sauna eine Biosauna. So oder so wird der Ofen die Umgebungsluft erwärmen, und das Schwitzen kann beginnen. In regelmäßigen Abständen schütten Sie Wasser auf die Saunasteine, sodass sich die Luftfeuchte erhöhen kann. Für eine angenehme Stimulierung haben Sie ein paar Tropfen Duftessenz zuvor in den Aufguss gegeben.

Finnische Sauna mit Saunaofen
Finnische Sauna mit Saunaofen | Bild: EsaRiutta

Wärmekabine: Schwitzen ohne Lufterwärmung

In der Wärmekabine werden Sie  keinen Saunaofen vorfinden, denn die erzeugte Hitze wird nicht durch einen Ofen, sondern durch an den Wänden installierte Röhren oder Platten transportiert. Wärmekabinen werden immer elektrisch betrieben, Feuer spielt bei dieser Form der Schwitzhütte keine Rolle.

In der Infrarot-Wärmekabine geschieht die Erwärmung des Körpers auf induktivem Wege, auf Anregung durch die Infrarot-B- und/oder Infrarot-C-Strahlung. Die Temperatur der Luft liegt in der Kabine bei nur etwa 50°C oder auch darunter. Die unsichtbare Infrarot-Strahlung erwärmt den Körper direkt ohne das Transportmedium Luft, ohne die Lufttemperatur wesentlich zu erhöhen. Die Belastung des Kreislaufs ist geringer – ein besonderer Vorteil für ältere Menschen.

Infrarotkabine / Wärmekabine
Infrarotkabine / Wärmekabine © alhim fotolia.com: Die Wärme wird über die dunklen Wärmeflächen in den Raum geleitet

Nach 30 Minuten Schwitzen verlässt der Nutzer die Kabine. Nicht nur der Kreislauf wird in der Infrarot-Wärmekabine weniger beansprucht als in der Sauna. Die niedrigere Lufttemperatur mit geringerer Verdünnung der Luft hat auch eine geringere Veränderung des Sauerstoffpartialdruckes in der Wärmekabine zur Folge. In der Sauna hingegen ist die Abnahme des Sauerstoffpartialdruckes die Ursache dafür, dass der Körper vorübergehend weniger Sauerstoff erhält. Die Herabsetzung des Sauerstoffpartialdruckes entsteht in Folge der erheblichen Erwärmung beim Aufheizen der Sauna, weil die Luft dabei einer Ausdehnung unterliegt. Im oberen Bereich der Sauna steht ein Drittel weniger Sauerstoff zur Verfügung. Der ältere und der chronisch kranke Mensch werden die Infrarot-Wärmekabine bevorzugen. Die trockene Wärme, wie sie in einer Wärmekabine vorherrscht, ist für kranke und körperlich-schwache Menschen angenehmer als die schwüle Luft in der Sauna. Je trockener die umgebende Luft ist, umso rascher erfolgt die kühlende Verdunstung des Schweißes.

Die Wärmekabine soll das Schwitzen in der Sauna durch ein Schwitzen ohne Hitze ersetzen oder ergänzen und das vorzugsweise im häuslichen und individuellen Bereich. Wer Geselligkeit und Kommunikation wünscht und das heiße Schwitzen liebt, geht in die Sauna – auch unter dem Motto der Finnen: In der Sauna verraucht der Zorn. Aber nicht jeder verträgt die heiße Luft in der Sauna.

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