Rasenmähen: wie Sie optimal Ihre Grünflächen schneiden

Rasenmähen
Rasenmähen

Damit Ihr Rasen wachsen und gedeihen kann, sollten Sie ihn regelmäßig mähen. Denn auch das Rasenmähen gehört zur Rasenpflege. Im Folgenden erfahren Sie, warum und wie oft Sie Ihre Grünfläche schneiden sollten, wann ein Rasen gemäht werden sollte und weitere Tipps zur richtigen Rasenpflege mit dem Rasenmäher.

Frühjahr ist die beste Zeit zum Rasenmähen

Im Frühjahr erwacht der Rasen aus seiner Winterruhe. Dann ist die richtige Zeit, Ihren Rasen zu stärken, zu pflegen und zu mähen. Doch bevor Sie mit dem Mähen beginnen, sollten Sie ihn von Unkraut, faulen Stellen und Laubresten befreien. Nehmen Sie dazu eine Harke oder einen Rechen und harken Sie behutsam über den durch den Winter strapazierten Rasen. Bei dieser Gelegenheit sehen Sie zudem schnell, wo sich kahle Stellen befinden und demzufolge ein Nachsäen erforderlich ist.

Rasen harken im Frühjahr
Den Rasen im Frühjahr harken bedeutet: ihn von Laub, Schmutz und verendeten Partikeln befreien

Das Harken ist für das Mähen insofern wichtig, als dass Sie Ihren Rasenmäher so vor dem Einfangen von ungewünschten Partikeln wie Laub, Rasenfilz und dergleichen bewahren. Haben Sie den Rasen gesäubert, können Sie ihn nun zurecht stutzen. Achten Sie jedoch darauf, ihn nicht zu kurz zu mähen. Der Rasen muss sich erst einmal wieder erholen. Behandeln Sie ihn daher wie einen jungen Rasen und stellen Sie die Höhe auf etwa eins bis zwei Zentimeter unter der aktuellen Rasenhöhe. Nach zwei bis drei Wochen hat sich der Rasen soweit erholt, dass Sie ihn wieder auf die gewünschte Länge schneiden können.

Optimal ist ein 4 cm Rasen

Ein gut gepflegter Rasen, der als Spiel- und Gebrauchsrasen verwendet wird, sollte in etwa 4 cm Höhe aufweisen. Ein Zuviel würde für den Rasen mehr Wildwuchs bedeuten und die Unkräuter im Wachstum stärken. Ein Zuwenig macht den Rasenboden anfälliger, da die Grashalme ihn nicht mehr schützen. Ist der Rasenboden nicht gesund, gibt er weniger Nährstoffe ab, die der Rasen wiederum so dringend benötigt, und die ersten kahlen Stellen werden sich bald zeigen. Besonders verheerend kann für einen sehr kurzen Rasen eine anhaltende Trockenperiode sein. Die Sonne brennt auf die Halme und den wenig bedeckten Boden. Die Folge: Der Rasen verbrennt, der Boden gibt keine Nährstoffe ab und vertrocknet durch Feuchtigkeitsmangel. In diesen Zeiten, und dazu zählen vor allem Juli und August, sollte der Rasen sogar einen Zentimeter höher stehen als im Optimalfall. Denn bei einem 5 cm Halmendach und ausreichender Bewässerung kann der Boden etwas abkühlen und übersteht die heiße sowie trockene Zeit des Jahres.

Rasen frisch gemäht
Rasen frisch gemäht

Bewährt hat sich die Regel, den Rasen etwa 4 cm kurz zu schneiden. Weniger ist dem Rasen nicht zuträglich. Lediglich bei einem Zierrasen, der nicht zum Spielen oder Betreten gedacht ist, können es auch 3 cm Schnitthöhe sein. Ausschließlich bei anhaltender Trockenzeit empfiehlt sich eine Rasenhöhe über den 4 cm auf etwa 5 cm.

Vegetationspunkt beachten mit der 1/3-Regel

Waren Sie länger nicht im Garten? Kommen Sie von einer Urlaubsreise zurück? Oder haben Sie den Garten mit Rasen erst erworben und der Rasen wurde länger nicht mehr gepflegt? In all diesen Fällen ist es schwer, die 4 cm Schnitthöhe mit einmal Rasenmähen zu erzielen, ohne dabei den Rasen enorm zu schwächen. Doch keine Sorge, Schnitt für Schnitt kommen Sie Ihrer Wunschhöhe näher, nur nicht beim ersten und möglicherweise auch nicht beim zweiten Rasenmähen. Kürzen Sie nämlich mit einem Mal den Rasen über 1/3 nach unten, dann kann es passieren, dass viele Grashalme dies nicht überstehen. Die sogenannte 1/3-Regel folgt dem natürlichen Wachstum des Grashalms, indem sie den Vegetationspunkt beachtet. Der Vegetationspunkt befindet sich in etwa 1/2 unter der Halmspitze und sorgt für das Weiterwachsen des Halmes. Kappen Sie diesen durch den Rasenmäher, gefährden Sie damit die Entwicklung des Grashalms. Da der Vegetationspunkt durch das Wachstum bedingt ist, ist er veränderbar. Daher ist es ratsam, einen hohen Rasen nach und nach zu kürzen, sodass sich der Vegetationspunkt jedes einzelnen Grashalms nach und nach selbstständig nach unten korrigieren kann.

Regelmäßig den Rasen mähen

Ein regelmäßig gepflegter Rasen ist ein gesunder Rasen. Dazu zählt neben dem Vertikutieren und Düngen auch das Rasenmähen. Häufiges Mähen macht die Grasnarbe bzw. Grasdecke widerstandsfähiger. Denn wie auch beim Fell wird durch regelmäßiges Stutzen das Wachstum angeregt – eine Voraussetzung für eine dichte Grasnarbe.

Haben Sie einen Standardrasen, ist es angebracht, mindestens einmal in der Woche zu mähen. Beim Zierrasen sollten Sie das Rasenmähen sogar zweimal in der Woche einplanen.

Neben einem schönen Rasen sparen Sie sich ebenso den Ärger mit zu hohem Gras. Während Sie beim regelmäßigen Rasenmähen eine einfache Tour fahren werden, werden Sie bei einem unregelmnäßigen Schneiden öfter auf Probleme stoßen: zu hohes Gras verkettet sich in den Messern, Unkräuter wachsen und machen dem Rasen in Sachen Nährstoffaufnahme Konkurrenz, außerdem wird das Mähen durch die unterschiedliche Wuchshöhe schwerer von der Hand gehen als bei einem regelmäßig geschnittenen Rasen mit einheitlicher Wuchshöhe.

Es empfiehlt sich also eine regelmäßige Pflege Ihres Rasens. Was für Besonderheiten es zu beachten gilt, erfahren Sie jetzt.

Jungen Rasen schneiden

Im Frühjahr oder im Herbst wird ein Rasen normalerweise gesät. In diesen Jahreszeiten ist die Erde wieder oder noch warm, denn Wärme benötigen die Pflänzchen ebenso wie eine ausreichende Bewässerung. Damit die Pflänzchen dadurch nicht zu Schaden kommen, empfiehlt sich eine behutsame Tropfbewässerung. Danach sollten Sie den jungen Rasen solange ruhen lassen, bis er etwa 8 bis 10 cm Wuchshöhe erreicht hat.

Junger Rasen
Junger Rasen

Nun können Sie ihn das erste Mal mähen. Setzen Sie die Schnitthöhe jedoch höher an als bei einem ausgewachsenen Rasen und belassen Sie sie auf etwa 6 bis 5 cm. Zwei Wochen später kann er dann auf das Optimum von 4 cm geschnitten werden. Dazu finden Sie mehr weiter unten im Beitrag.

Nassen Rasen mähen

Viele Gartenbesitzer scheuen sich davor, einen nassen Rasen zu mähen. Aus gutem Grund: Der Rasenschnitt ist schwerer, verklebt den Fangkorb und macht die Messer stumpf. Wenn das Wetter nun mal keine andere Möglichkeit bietet, als den Rasen nach einem Regen zu schneiden, wird es trotzdem möglich sein. Beachten Sie folgende Hinweise:

Mulchen ist tabu: Der nasse Rasenschnitt würde den Rasen ersticken und die Halme würden unter der Belastung brechen. Denken Sie daher immer an einen Fangkorb.

Fangkorb bereits halbvoll entleeren: Nass wiegt ein Rasenschnitt mehr als doppelt so viel als trocken. Vermeiden Sie daher eine Zusatzbelastung für Ihren Rasenmäher und entleeren Sie den Fangkorb rechtzeitig.

Nur auf gemähten Bereich treten: Achten Sie darauf, dass Sie auf den bereits geschnittenen Flächen laufen. Niedergedrückte nasse Halme fassen die Messer des Rasenmähers sehr schlecht bis gar nicht.

Nur scharfe Messer benutzen: Verwenden Sie für nassen Rasenschnitt ausnahmslos scharfe Messer. Schneidewerkzeuge, bei denen Sie schon Probleme beim trockenen Rasenschnitt haben, sollten Sie gar nicht erst bei nassem Grünschnitt ausprobieren. Die Folgen wären: Nasse Rasenpartikel bleiben an den Messern und im Schneideraum kleben, der Rasen wird nicht ordentlich geschnitten und die Messer können Sie anschließend entsorgen. Befürchten Sie nicht, dass Sie mit einem nassen Rasenschnitt Ihre guten Messer beschädigen. Wenn Sie sie anschließend säubern und gegebenenfalls schleifen, sind sie beim nächsten Einsatz wieder startklar.

Schnitthöhe dem Wetter anpassen: Bei nassem Rasen empfiehlt sich eine Schnitthöhe von bis zu 2 cm über der Normalhöhe, was einen sehr behutsamen Umgang darstellt. Sie können den Rasenmäher auch zweimal über die Rasenfläche schieben. Mit dem ersten Mähen wird der Rasen bereits ein wenig getrocknet und wenn Sie später abermals über die Fläche fahren, ist er schon wieder fast der alte.

Nasses Gras
Nasses Gras

Gedüngten Rasen mähen

Auch bei gedüngtem Rasen ist für viele guter Rat teuer. Wann kann ich meinen Rasen nach dem Düngen mähen oder sollte ich ihn erst mähen und dann düngen? Wie Sie sich auch entscheiden, wichtig ist vor allem, dass der Dünger bis zum Mähtermin eingezogen ist. Wenn Sie ihn noch auf dem Rasen liegen sehen, sollten Sie das Rasenmähen auf einen anderen Tag verschieben. Schneiden Sie das Gras, noch bevor der Dünger in den Erdboden verschwunden ist, könnte das Mittel bei Ihrem Rasenmäher zum Verkleben führen und das tiefe Erdreich gar nicht erst erreichen.

Rasen-Dünger
Rasen-Dünger

Es empfiehlt sich daher, nach dem Mähen zu düngen. Aber nicht direkt danach! Warten Sie zwei bis drei Tage, bis sich die Gräser von dem Schnitt erholt haben, und tragen Sie dann den Dünger auf. Vorteil: Ein gemähter Rasen ist ein gekürzter Rasen. Der Dünger kann somit schneller den Erdboden erreichen und einziehen. Optimal ist das Düngen in den Abendstunden und kurz vor einem Sprühregen.

Rasenmäher richtig nutzen

Sie haben nun einige Informationen über das regelmäßige Rasenmähen erhalten, das Rasenmähen unter bestimmten Witterungsbedingungen und Umständen sowie über die optimale Wuchshöhe des Rasens. Aber wie verwendet man den Rasenmäher so, dass er alle Grashalme berücksichtigt? Darüber erfahren Sie im Folgenden mehr.

Scharfe Messer

Für einen gelungenen Rasenschnitt sind scharfe Messer das A un d O. Das Nutzen von stumpfen oder halbstumpfen Messern führt zu einem unsauberen Flächenschnitt. Die Messer fassen oder schneiden nur einen Teil des Rasen. Sie müssen schlimmstenfalls mehrmals über den Rasen,  bis Sie alle Halme auf die gewünschte Länge geschnitten haben.

Ebene Flächen

Zum Rasenmähen eignen sich ebene Flächen. Auf diesen können Sie mühelos Ihren Rasen mähen. Der Schnitt wird sauber und Sie selbst ermüden auch bei einer größeren Fläche nicht so schnell wie bergauf oder bergab. Nutzen Sie die Schnittbreite optimal aus, indem Sie mit einem Rad auf einer bereits gemähten Fläche vorwärtsfahren. So erreichen Sie einen nahtlosen Übergang.

Querfeldein bei bergauf und bergab

Nicht nur für Fußgänger ist es mühsam, sich bergab zu schieben und bergab zu bremsen. Auch Sie als Rasenmäherführer werden bald merken, welches Zusatzgewicht in dem Rasenmäher steckt. Zudem ist die unebene Fläche ein Garant für einen unsauberen Schnitt. Haben Sie auf Ihrem Rasen eine Anhöhe, empfiehlt es sich, den Rasenmäher nach links und rechts, statt nach oben und unten zu fahren. Sie erreichen eine halbwegs gerade Strecke und der Rasenmäher nimmt Ihnen nicht die ganze Kraft beim Schieben oder Abbremsen.

Möchten Sie sich die körperliche Anstrengung ersparen, können Sie alternativ auch einen Mähroboter auf Ihren Rasen setzen. Der automatische Rasenmäher fährt zwar – in den meisten Fällen – via Zufallsprinzip. Da er jedoch fast täglich zum Einsatz  kommt, wird Ihre Rasenfläche dennoch gleichmäßig kurz. Mehr zum Mähroboter erfahren Sie in diesem Beitrag.

Erst bei Winterruhe mit Mähen aufhören

Ein Rasen wächst weiter, solange er sich nicht in Winterruhe begibt. Auf die Monate achtet er dabei nicht. Wenn es also einen milden Oktober, November und Dezember geben sollte, können Sie auch weiterhin mähen. Beachten Sie jedoch, dass der Rasen vorher von Laub und Geäst befreit sein sollte, sondern leidet Ihr Gefährt darunter und Sie müssen sich vor dem neuen Frühjahr nach einem neuen Rasenmäher umsehen.

Herbst: Bodenfrost auf Rasen
Herbst: Bodenfrost auf Rasen

Wenn sich die Nächte allmählich der Null-Grad-Grenze nähern, dann wird auch der Rasen seinen Winterschlaf antreten. Vorher sollten Sie ihm noch einmal eine Düngung schenken, damit er gut durch den Winter kommt.

1 Kommentar zu Rasenmähen: wie Sie optimal Ihre Grünflächen schneiden

  1. Über mehrere Jahre habe ich mit unserem Rasenmäher versucht das richtige Ergebniss zu bekommen.
    Ein Freund hat mir einen Kreiselmäher empfohlen, mit dem komme ich nun viel weiter.
    Der Kreiselmäher eignet sich eindeutig besser für große Flächen meiner Meinung nach.
    Sonst gefällt mir der Artikel echt gut!

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