Mähroboter: täglicher Rasenschnitt ganz automatisch

Mähroboter auf dem Rasen
Mähroboter auf dem Rasen | Bild: Daniel Nimmervoll fotolia.com

Fährt in Nachbars Garten neuerdings ein kleines Gefährt leise dahin, vollzieht merkwürdige Muster, stoppt, wendet und kehrt nach getaner Arbeit zu seinem Ausgangspunkt zurück? Dann hat sich Ihr Nachbar jüngst eine automatische, elektronische Mähunterstützung zugelegt. Dafür gibt es viele Bezeichnungen: Rasenroboter, Mähroboter, Automower, elektronisches Schaf. Wie sie funktionieren und was man über sie wissen sollte, erfahren Sie hier.

Wann lohnt sich ein Rasenroboter?

Mäh- oder Rasenroboter sind preisintensive elektronische Gartengeräte, deren Anschaffung sich vor allem für folgende Personen lohnen:

  • Personen mit körperlicher Beeinträchtigung: Rasenmähen erfordert Körperkraft und Beweglichkeit. Ein Rasenroboter nimmt Ihnen diese körperlichen Anforderungen ab. Er ist daher für Senioren oder Menschen, die in ihrer Beweglichkeit oder Körperkraft eingeschränkt sind, zu empfehlen.
  • Personen mit wenig Freizeit: Sind Sie oft auf Dienstreise, arbeiten Sie in Schichten oder so viel, dass Sie Ihren Garten selten besuchen können, empfiehlt sich ein Rasenroboter, speziell ein Mähroboter mit Fernzugriff.
  • Personen mit Heuschnupfen: Viele Gräser können Allergien auslösen. Verantwortlich sind die Pollen in den Gräsern. Ein regelmäßig gekürzter Rasen minimiert das Aufkommen von Pollen. Rasenroboter halten den Rasen aufgrund ihrer Arbeitsweise nachhaltig kurz. Es befinden sich somit weniger Allergene in der Umgebung. Außerdem müssen Allergiker den Gräsern, wie beim Rasentrimmen oder Rasenmähen, nicht zu nah kommen. Die Arbeit erledigt der Rasenroboter.
  • Personen mit Rasenflächen ab 100 m2: Mähroboter erhalten Sie für Rasenflächen ab ca. 100 m2. Gehören Sie zu keiner der oben genannten Personengruppen, pflegen jedoch einen Rasen von 100 m2 und mehr, ist eine Anschaffung ebenfalls überlegenswert. Neben der körperlichen Anstrengung bleibt Ihnen der Zeitaufwand fürs Rasenmähen erspart, sodass Sie Ihre Freizeit mit anderen Tätigkeiten ausfüllen können.

Mähroboter: Funktion

Etwas mehr als einen halben Meter tief und lang ist so ein elektronisches Schaf, wie der Mähroboter von vielen Gartenbesitzern liebevoll genannt wird. Die Höhe können Sie sogar an einem 30-cm-Lineal bequem ablesen. Doch steckt in ihm eine Power, die je nach Leistung eine Rasenfläche von 500 bis 1000 m2 und mehr bearbeiten kann.

Basis- und Ladestation

Die Kraft zieht der Mähroboter aus seinem Akku, der regelmäßig an der Basisstation wieder aufgeladen wird. Automatische Rasenmäher haben etwa eine Spannung von 18 bis 32 Volt. Die Basisstation wird mit Strom versorgt. Je nach Hersteller können Sie sie an Steckdosen für 110 V bis 240 V anschließen und somit auch an eine normale Hausstrom-Steckdose (230 V). Um die Spannung für den Roboter anzupassen, wird ein Netzteil mit Transformator zwischengeschaltet. Von der Basis aus beginnen und enden die Arbeitswege des Mähroboters.

Smart Sileno+ Basisstation / Ladestation | Bild: Gardena
Basisstation/Ladestation mit Garagendach für Gardena-Rasenroboter | Bild: Gardena

Sensoren

Bei der Arbeitsweise orientiert sich der Mähroboter an Sensoren. Es gibt u.a.:

  • Sensoren für die Begrenzung
  • Sensoren für das Ausweichen von Hindernissen (Stoßsensoren)
  • Sensoren für die Rasenerkennung (siehe Abschnitt Ohne Begrenzungsdraht)
  • Sicherheitssensoren
  • Regensensoren (wenn vorhanden)

Begrenzungssensoren signalisieren dem Mähroboter, dass eine bestimmte Markierung nicht überfahren werden darf. Sie orientieren sich an dem elektromagnetischen Feld, das durch Induktionsschleife aufgebaut wird. Mehr darüber erfahren Sie im Abschnitt Begrenzungsdraht verlegen.

Gardena Sileno Ansicht von unten
Gardena Sileno Ansicht von unten, die Vorderräder lassen sich einzeln ansteuern

Die Stoßsensoren signalisieren ein Hindernis.

Trifft der Rasenroboter beispielsweise auf einen Baum oder kommt der Begrenzungsmarkierung nahe, geben die entsprechenden Sensoren die Information an die Basis weiter, sodass der Befehl zum Rückwärtsfahren und Wenden an den Roboter eingeleitet werden kann. Wenden können die Mähroboter dank ihrer einzeln ansteuerbaren Vorderräder.

Sicherheitssensoren erkennen, wenn der Rasenroboter vom Boden abhebt. Wird er aufgehoben, umgedreht oder fällt er um, werden die Klingen gestoppt.

Einige Fabrikate verfügen außerdem über Regensensoren. Be Regen wird die Stromversorgung unterbrochen. Der Roboter fährt zu seiner voreingestellten Zeit nicht hinaus. Je nach Hersteller ist es auch möglich, dass der Roboter bei Regen seine Arbeit unterbricht und zurück zur Basis fährt. Diese Option hat Vor- und Nachteile:

  • Vorteil: Ihr elektronisches Schaf ist bei Sturm, Platzregen und Gewitter nicht draußen auf freier Fläche
  • Nachteil: Die Rasenfläche wird nicht gemäht, je nach Regenzeit kann dies bis zu mehreren Tagen andauern
Rasenroboter smart Sileno+ im Regen | Bild: Gardena
Rasenroboter smart Sileno arbeitet wetterunabhängig | Bild: Gardena

Lässt sich der Roboter von der Ferne aus steuern, lohnt sich auch im Urlaub ein Blick auf die heimische Wetterkarte. Dann haben Sie selbst darauf Einfluss, ob der Rasenroboter pausieren soll oder nicht – mehr dazu unter Smart Garden.

Arbeitsweise und Eigenschaften

Wie ein Rasenroboter arbeitet und auf welche Eigenschaften Sie vor der Anschaffung achten sollten, erfahren Sie im Folgenden.

Sie haben sich schon gründlich über die Arbeitsweise informiert und möchten als Nächstes mehr über die Verlegung des Begrenzungskabels erfahren? Dann springen Sie gleich zu diesem Abschnitt.

Mulchen

Rasenroboter arbeiten ohne Fangkorb. Nachdem sie das Gras mit ihren Messern geschnitten haben, landet der Grünschnitt wieder auf dem Rasen. Mit dem frischen Grünschnitt erhält Ihr Rasen eine natürliche Düngung. Diese Arbeitsweise wird als mulchen bezeichnet.

Zufallsprinzip

Mähroboter fahren nicht in Bahnen, wie Sie es beim Führen eines Rasenmähers gewohnt sind. Vielmehr wird jeder Bereich bis zum Begrenzungskabel per Zufallsprinzip durchquert. Je nachdem, wann der Roboter aufgrund von Hindernissen oder anderen Störungen seine Fahrt stoppen und wenden muss, entstehen auf der Fahrt wilde Zick-Zack-Streifen. Während Sie einen Rasenmäher aber höchstens zweimal die Woche herausholen, sollte ein Rasenroboter täglich seine Runden fahren. Auf diese Weise bildet sich in wenigen Tagen der gewünschte und nachhaltige Rasenschnitt.

Tipp: Für ein zeitnah zufriedenstellendes Ergebnis lohnt es sich, vor dem ersten Einsatz den Rasenmäher anzuwerfen und den Rasen einheitlich zu kürzen. Am nächsten oder übernächsten Tag lassen Sie den Rasenroboter mit der Arbeit beginnen. Auf diese Weise ersparen Sie sich das anfängliche Zick-Zack-Muster im Rasen.

Schnitthöhe

Die Schnitthöhe liegt je nach Hersteller und Gerät bei 2 – 5 cm. Sie lässt sich beim Rasenroboter manuell einstellen. Einige Modelle passen sie auch automatisch an.

Schnittbreite

Die Schnittbreite eines Rasenroboters variiert je nach Hersteller und Gerät. Sie finden auf dem Markt Modelle zwischen 20 cm und mehr als 30 cm. So besitzen der smart Sileno eine Schnittbreite von 22 cm, Robolinho je nach Modell zwischen 28 und 32 cm, der Bosch Indego je nach Modell bis zu 26 cm, der Automower von Husqvarna je nach Modell zwischen 17 und 26 cm.

Rasenfläche

Rasenroboter gibt es in den unterschiedlichsten Preisklassen für große, mittlere und kleinere Rasenflächen. Ein Rasenroboter für kleinere Rasenflächen kann zwischen 300 und 500 m2 Fläche mähen, bei einfacher Rasenaufteilung. Automatische Mähhilfen für mittlere und komplexere Rasenflächen mit Korridoren / Engstellen und ähnlichem finden Sie ab 500 m2. Für große Flächen und besonders komplexe Führung sind Mähroboter ab 1000 m2 und mehr geeignet.

Die Komplexität ist ein wichtiger Faktor bei der Auswahl. Roboter, die oft wenden oder rückwärts fahren, verfahren mehr Fläche als jene, die nur eine einfache Rasenfläche bearbeiten. Sie verbrauchen daher mehr Energie und müssen eine höhere Akkukapazität aufbieten. Außerdem finden Sie bei den Rasenrobotern für mittlere Rasenflächen häufiger Modelle, die auch für komplexere Flächen geeignet sind.

Lautstärke

Da Mähroboter täglich Ihren Rasen bearbeiten werden, ist es von Vorteil, auf die Lautstärke, gemessen in Dezibel (dB), zu achten. Inzwischen gibt es Mähroboter zwischen max. 60 und 70 Dezibel, welche einer Lautstärke eines normalen Gespräches bis Büroalltags nahe kommen.  So liegt der Gardena Sileno bei 60 dB, der ROB R1000 von Mc Culloch bei 60/62 dB oder der Robolinho 110 von AL-KO bei max. 65 dB.

Hinweis: In der 32. BImSchV ist eine Geräte-  und Maschinenlärmschutz-Verordnung festgeschrieben. Diese besagt, dass Geräte wie Rasenmäher generell an Sonn- und Feiertagen nicht betrieben werden dürfen und an Werktagen nur von 7 Uhr bis 20 Uhr (Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit). Rasenmäher werden als „geführt“ und „fahrergesteuert“ definiert (Quelle), worunter Rasenroboter per definitionem nicht einzuordnen sind. Aber: Man sollte davon ausgehen, dass in rechtlichen Angelegenheiten grundsätzlich Mähroboter als Rasenmäher zählen werden. Eine abschließende Begriffsbestimmung liegt bisher nicht vor.  So leise Ihr Rasenroboter auch sein mag, als vermeintlicher Rasenmäher unterliegt er dieser Verordnung.

Steigung

Ähnelt Ihr Garten zum Teil einer Hügellandschaft, lohnt sich ein Blick auf die max. Steigung. Viele Mähroboter schaffen eine Steigung von 25 Prozent, einige wie der Bosch Indego oder Gardena Sileno+ auch 35 Prozent, neuere Automower-Modelle bis zu 45 Prozent.

Mit und ohne Begrenzungskabel

Ein Mähroboter ist nur so gut wie sein Arbeitsbereich – in diesem Fall: Ihr Rasen. Der Roboter muss erkennen können, wo die zu bearbeitende Rasenfläche beginnt und wo sie endet. Für diese Aufgabe gibt es zwei Möglichkeiten, die im Folgenden näher erklärt werden.

Mit Begrenzungsdraht

Ihre Rasenfläche begrenzen Sie mit einem sogenannten Begrenzungsdraht oder Begrenzungskabel. Das Kabel führen Sie von der Basisstation zum Rasen und wieder zurück. Dabei handelt es sich um eine Induktionsschleife, die ein elektromagnetisches Feld erzeugt. So erkennt der Roboter über seine Sensoren, wo er zu stoppen und zu wenden hat. Um die Induktionsschleife aufrecht zu erhalten, muss Strom durch den Begrenzungsdraht (Induktionskabel) verlaufen. Das Kabel ist an die Basisstation angeschlossen, die den erforderlichen Strom liefert. Die Basisstation muss für diese Aufgabe mit einer Stromquelle (z.B. Steckdose zum Hausstrom) verbunden sein.

Verlegung

Zur Verlegung nutzen Sie ein Lineal und messen den Abstand zur Rasenkante ab. Bedenken Sie die Breite Ihres Mähroboters und setzen Sie die Grenze so, dass der Roboter nicht an die Rasenkante schrammen könnte. Dies ist vor allem zu empfehlen, wenn Ihr Rasen von einer Rasenkante aus Holz, Metall, Kunststoff oder Stein umgeben ist. Um den Draht Meter für Meter abzustecken und zu fixieren, verwenden Sie je einen Stift (ähnlich einem Hering beim Zeltaufbau). Begrenzungsdraht und Stift befinden sich zumeist im Lieferumfang. Sie müssen sie also nur noch nutzen.

Videoausschnitt Kabelverlegung für Robolinho 100 | Bild: AL-KO
Videoausschnitt Kabelverlegung für Robolinho 100 – das Video sehen Sie hier | Video: AL-KO

In der Bedienungsanleitung des Mähroboters werden Sie vorgeschriebene Begrenzungsabstände für verschiedene Objekte vorfinden. Diese sollten eingehalten werden. Andernfalls könnte der elektronische Mähgehilfe unbeabsichtigt an Wände/Mauern oder harte Rasenkanten stoßen, die zu Schäden am Gehäuse oder der Elektronik führen. Im schlimmsten Fall könnte die Garantie aufgrund des eigenen Verschuldens nicht in Anspruch genommen werden.

Folgen Sie den Anweisungen, kann Ihnen am Ende der Markierung ein Rasenstreifen bleiben, den Sie anschließend mit einem Rasentrimmer oder ähnlichem korrigieren müssen.

Um den Rasenstreifen zu vermeiden, haben Hobbygärtner einen Trick parat:

  • keine künstlichen Rasenkanten (wie aus Holz, Metall, Kunststoff oder Stein) anlegen
  • oder: Rasenkante nur so hoch setzen, dass der automatische Mäher problemlos darüber fahren kann; Messer/Klingen (Höhe, Radius) bei Rasenkantengestaltung berücksichtigen

Wenn Ihr elektronisches Schaf nun über die Kante fährt, muss es keine Verletzungen befürchten, da sich die Bodenhöhe nicht verändert und kein Hindernis im Weg liegt. Es wird auf diese Weise möglich, die Begrenzung so anzupassen, dass kein Rasenstreifen übrig bleiben muss.

Gardena R70 Rasenbegrenzung | Bild: Gardena
Gardena R70 fährt über ebene Rasenbegrenzung | Bild: Gardena

Verzichten Sie auf Beetbegrenzungen, können Sie Ihren Mäher ebenso ein Stück über die anliegenden Beete fahren lassen und so den Rasen vollständig schneiden. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Gemüse oder Ihre Blumen einen Sicherheitsabstand zum Beetende aufweisen, an der der Roboter entlang fährt. Um ganz sicher zu gehen, befüllen Sie den zu befahrenden Rand mit Holzschnitzeln oder ähnlichem. So wissen Sie genau, dass Sie dort keine Kartoffeln oder Veilchen anpflanzen, da diese sonst nicht lange Freude am Wachsen haben werden.

Um wie viele Zentimeter Ihr Rasenroboter über die Rasenkante fahren sollte, um sie sauber zu mähen, lässt sich wie folgt herausfinden:

  • Abstand zwischen Messer und Gehäuse-Rand (vorn und ggf. seitlich) berechnen
  • diesen Abstand bei der Begrenzungsverlegung berücksichtigen

Hinweis: Beim Wenden und Drehen benötigt der Rasenroboter einen größeren Radius. Lassen Sie ihm daher ein paar Zentimeter Sicherheitsabstand bzw. passen Sie Ihre Beetenden entsprechend an.

Tipp: Einige Modelle verfügen über einen Rasenkantenschnitt. Sie können den Roboter so einstellen, dass er genau auf der Begrenzungslinie fährt. Bei Robo Scooter 400, 500 und 600 von Wolf Garten beispielsweise ist dies die Funktion „Edge Off/On“.

Bei weiteren Modellen  lässt sich einstellen, wie viel Zentimeter der Rasenroboter den Begrenzungsdraht überfahren darf, bevor er umkehren muss. Beim smart Sileno zum Beispiel haben Sie ein Spanne von 15 bis 50 cm.

Unterirdische Verlegung

Sie können das Induktionskabel oberirdisch verlegen, aber auch in den Erdboden einlassen. Zu diesem Zweck benötigen Sie einen geraden Spaten, mit dem Sie gerade Linien stechen können. Die Tiefe beträgt etwa 5 bis 10 cm – je nach Bedienungsanleitung. Anschließend können Sie den Draht in der Vertiefung verlegen und die Grasnarbe wieder begradigen:

  • Linien stechen
  • Draht verlegen
  • Grasnarbe begradigen

Der Vorteil bei der unterirdischen Verlegung besteht darin, dass der Draht nicht mehr sichtbar ist und keine Stolperfalle darstellt. Der Nachteil: Der Draht ist ohne Bemühungen nicht mehr auffindbar.

Draht aufspüren

Wenn Sie in dem Bereich, wo das Induktionskabel liegt, ein Beet neu setzen oder anderweitige Verschönerungen vornehmen möchten, sollten Sie genau wissen, wo sich der Draht befindet. Ein zu tiefer Spatenstich kann das Kabel zerstören. Um den Draht wieder aufzuspüren, haben Sie zwei Möglichkeiten. Mit einem Kabeldetektor oder einem Radio (Mittelwelle) in der entsprechenden Frequenz lassen sich stromdurchflossene Induktionskabel aufspüren.

Hält Ihr Rasen-Robo plötzlich an und rührt sich nicht mehr, kann ein defektes Induktionskabel daran schuld sein. Ist der Fall eingetreten, wird an der Basisstation eine LED in entsprechender Farbe (siehe Bedienungsanleitung) aufleuchten. Dann ist es an Ihnen, das Kabel zu reparieren. Sie können hierfür einen Kabelservice engagieren, der die Schadstelle findet und behebt. Möchten Sie die Sache lieber selbst in die Hand nehmen, müssen Sie zunächst die Schadstelle identifizieren.

Maehroboter-Reparatur-Kit für Robolinho | Bild: AL-KO
Mähroboter-Reparatur-Kit für Robolinho | Bild: AL-KO

Ist das Kabel gebrochen (Strom fließt nicht, das elektromagnetische Feld wird nicht hergestellt) machen Sie mit einem Kabelbruchdetektor die Schadstelle ausfindig. Folgen Sie dabei den Anweisungen der Detektor-Bedienungsanleitung. Mit dem Empfänger gehen Sie das Induktionskabel ab. Während dieser Zeit hören Sie ein Signal. Wo das Signal schwächer wird oder vollständig verebbt, befindet sich die Beschädigung. Tauschen Sie die Stelle durch ein neues Kabel aus und verbinden Sie es mit dem System durch Kabelverbinder, die Sie bereits aus der Installationsphase kennen. 

Hinweis: Für die oberirdische Verlegung reicht in der Regel ein Standard-Kabelbruchsuchgerät aus. Für das Aufspüren einer Schadstelle an einem unterirdisch verlegten Induktionskabel benötigen Sie Detektoren für das Erdreich.

Ohne Begrenzungsdraht

Der Rasenroboter ohne Begrenzungsdraht ist mit einem Sensor für die Graserkennung ausgestattet. Auf diesen Sensor ist er bei der Arbeit angewiesen – und auf die Beschaffenheit der Arbeitsfläche, die Sie ihm bieten. Um ihm das Erkennen der Rasenkante so leicht wie möglich zu machen, sollten Sie das Gegenteil von dem durchführen, was Sie im Abschnitt „Mit Begrenzungsdraht“ erfahren haben. Das bedeutet:

  • Rasenkanten deutlich markieren (mit Rasenkanten aus Holz, Kunststoff, Stein oder Metall)
  • Rasenkanten höher setzen
Rasenkanten aus Holzpalisaden | Bild: ediGarden
Rasenkanten aus Holzpalisaden | Bild: ediGarden – mehr Rasenkanten

Mit dieser Vorsichtsmaßnahme vermeiden Sie Missverständnisse. Pflanzen und Gemüse auf den Beeten werden es Ihnen danken. Außerdem sollte die Rasenfläche so geschaffen sein, dass der Roboter die vollständige Fläche als Arbeitsfeld wahrnimmt. Achten Sie daher bei den ersten Mähvorgängen darauf, wo der Roboter stoppt oder wendet.

Neben der Beetabgrenzung sollten Sie bei der Planung auch den Eingang Ihres Gartens berücksichtigen. Hört Ihr Rasen beispielsweise an der Gartentür auf, sollten Sie die Tür geschlossen halten, während Ihr elektronisches Schaf seine Arbeit verrichtet. Ansonsten ist es schnell aus Ihrem Garten herausgefahren.

Teichbrücke über Gartenteich | Bild: ediGarden
Rasenfläche am Teich | Bild: ediGarden

Haben Sie eine durch Rasen gesäumte Wasserstelle wie einen tiefer gelegten Pool, Schwimmteich oder Gartenteich, ist es ratsam, die Begrenzung zu diesem Objekt deutlich zu markieren. Pflaster- oder entsprechende Natursteine rund um die Wasserstelle sichern ab, dass der Mäher die Markierung wahrnimmt.

Ebenso verhält es sich mit Stufen. Endet der Rasen an einer stufen- oder bordsteinkantenähnlichen Begrenzung, an der der Rasenroboter hinunterfallen könnte, wären Vorsichtsmaßnahmen angebracht.

Back to Basis

Das Induktionskabel kann auch als Suchkabel verwendet werden. Das Suchkabel führt den Mäher zurück zur Ladestation. Für Begrenzungs- und Suchfunktion gibt es unterschiedliche Anschlüsse an der Basisstation. Das Induktionskabel ist jedoch dasselbe. Sie benötigen daher keine speziellen Suchdrähte. Anhand der Anschlüsse erkennt der Roboter, ob es sich um einen Suchdraht oder einen Begrenzungsdraht handelt. Während er sich zu jeder Zeit am Begrenzungsdraht orientiert, wird der Suchdraht nur dann berücksichtigt, wenn der Akku wieder aufgeladen werden muss. Sowohl Begrenzungs- als auch Suchdraht beginnen und enden an der Ladestation.

Der automatische Weg zur Aufladung kann nach aktuellem Stand nur über Induktionskabel gewährleistet werden. Rasenroboter ohne Induktionskabel müssen manuell aufgeladen werden. Mähroboter, die ohne Leitkabel den Weg zurück zur Basis finden, scheint es aus heutiger Sicht noch nicht zu geben.

Rasenroboter-Navigation: Indego 800 | Bild: Bosch
Rasenroboter-Navigation „Logicut“: Indego 800 | Bild: Bosch

Navigation und GPS

Mittels GPS, wie zum Beispiel beim Automower 330 X von Husqvarna, oder eines anderweitig entwickelten Navigationssystems, wie zum Beispiel Logicut beim Bosch Indego 800, ist es für einen Rasenroboter möglich, bereits geschnittene Rasenflächen als solche zu erkennen. Während der Fahrt über Ihren Rasen werden die bearbeiteten Rasenflächen auf einer digitalen Karte gescannt und eingezeichnet. Der Bosch Indego schafft es auf diese Weise, in parallel laufenden Bahnen seine Arbeit zu verrichten.

Der Automower kann je nach Modell mit GPS- und GSM-Funktion ausgestattet sein oder nachgerüstet werden. Um diese Dienste nutzen zu können, benötigen Sie eine SIM-Karte (wie in Ihrem Smartphone). Mit dieser Technologie kann Ihr Rasenroboter ebenso mit Ihrem Smartphone kommunizieren. Via GPS sehen Sie den Weg, den der Rasenroboter zurückgelegt hat. Sie können also seinen Arbeitsweg verfolgen. Mit Ihrem Smartphone lässt sich der Roboter von der Ferne aus in die Ladestation zurückschicken, stoppen oder starten. Außerdem wird er Sie darüber informieren, wenn ihn jemand aufhebt – mehr zu Diebstahlschutz weiter unten. Dank GPS ist auch eine genaue Standortbestimmung möglich.

Voraussetzung sind eine SIM-Karte (plus Anbietertarif) sowie das Programm Automower Connect App.

Bisher gibt es wenige Hersteller, die Rasenroboter mit GPS oder spezieller Navigation anbieten. Sie finden diese bei Mährobotern mit Induktionskabel. Sowohl für Bosch Indego als auch für Automower müssen Sie Begrenzungskabel verlegen.

Smart Garden

Das Bedürfnis nach einem vernetzten Zuhause macht auch beim Garten nicht halt. Inzwischen gibt es via Smartphone gesteuerte Mähroboter. Gardenas Smart-Sileno-Linie ist ein Beispiel dafür. Über eine kostenlos zur Verfügung gestellte App des Herstellers – Gardena smart System – können Sie auf Ihren Mähroboter zugreifen. Voraussetzungen sind ein spezielles Gateway, die App, ein Smartphone oder Tablet und eine Internetverbindung.

Smart Sileno mit Gardena smart-system und smart Gateway | Bild: Gardena
Auf dem Bild sehen Sie neben dem smart Sileno, dem Gardena Gateway und der App ebenso das Sensor-System und Gardena smart Control. Das Gardena smart System kann sowohl für die Ansteuerung des Mähroboters als auch die automatische Bewässerung genutzt werden. Laut Hersteller ist dies das einzige System, das beide Arbeitsprozesse ermöglicht. | Bild: Gardena – mehr über das System

Weitere Hersteller, die ihre Robomäher mit Smartphone- und Tablet-Steuerung ausrüsten, sind zum Beispiel Bosch (Indego Connect), Gardenas Mutterunternehmen Husqvarna oder Worx.

Wie funktioniert’s?

Die Vernetzung von Geräten läuft in vielen Punkten ähnlich ab. Das Gateway verbindet die Teilnehmer: Gartengeräte, Sensor und Hersteller-Server. Es muss über WLAN oder LAN ans Internet angeschlossen werden. Die örtliche Teilnehmerverbindung (Gateway, Sensor, Gartengerät) erfolgt über Funk. Die Funkreichweite ist herstellerabhängig. Bei Gardena beträgt sie bis zu 100 m. Über Funk erfolgt die Informationsübergabe (wie Helligkeit, Bodenfeuchte, Temperatur), die via Gateway an das Hauptprogramm Gardena smart System, das sich auf den Hersteller-Servern befindet, weitergegeben wird.

Die Daten werden über eine App (bei Gardena: Gardena smart App) via Server bzw. in einer Cloud gespeichert. Zugriff auf Hauptprogramm und Cloud erhalten Sie über Ihr Smartphone/Tablet/iPhone. Für die Nutzung müssen Sie sich registrieren. Anschließend werden Ihnen Benutzername und Passwort mitgeteilt oder Sie können Ihre Zugangsdaten selbst bestimmen.

Die App für das Gardena smart System finden Sie im Apple-Store (System iOS) und im Google-Play-Store (System Android).

Sicherheit

Rasenroboter sind in der Regel mit Schutz vor Diebstahl und Fremdnutzung ausgestattet. Über einen PIN-Code lässt sich der Zugriff für Unbefugte untersagen. Via SIM-Karte können Sie eine SMS erhalten, wenn Ihr elektronisches Schaf vom Boden hochgehoben wird. Via GPS ist sogar eine Standortbestimmung möglich.

Mähroboter verfügen im Allgemeinen ebenso über eine Alarmfunktion. Ist diese eingeschaltet, ertönt ein akustisches Warnsignal, das nicht nur die potenziellen Diebe, sondern auch Besitzer und Nachbarn aufschreckt. Gardena Sileno, Husqvarna Automower, Bosch Indego, AL-KO Robolinho oder McCullochs ROB sind beispielsweise mit Alarmfunktion versehen.

Tipp: Ein Rasenroboter ist ein Gartengerät. Haben Sie eine Hausratsversicherung, die Garten und Gartengeräte einschließt, sollte Ihr Rasenroboter versichert sein. Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrer Versicherung nach. Lassen Sie sich in diesem Zusammenhang genau erklären, unter welchen Konditionen Sie die Versicherung bei Gartengeräte-Diebstahl in Anspruch nehmen können.

Regenschutz und Überwinterung

Der kleine leistungsstarke Rasenpfleger wird mit Basisstation geliefert. Diese besteht aus einer Plattform mit Stromstecker, Anschlüssen für Such- und Begrenzungskabel und Ladeoption. Über die Überdachung und die Überwinterung müssen Sie sich selbst Gedanken machen.

Wetterfestes Domizil

Einen Regenschutz für Rasenroboter gibt es von den Herstellern als extra Angebote, und nicht nur von ihnen. Auch Gartenhaus-Hersteller entwickeln Roboter-Garagen für den Markt. Sind Sie beispielsweise Anhänger von Holz oder Holz-Optik, könnten Sie für Ihren Rasen-Robo einen Unterschlupf im Stil einer Hundehütte in den Garten stellen.

Garage für Gardena-Rasenroboter | Bild Gardena
Garage für Gardena-Rasenroboter | Bild: Gardena
Rasenroboter-Garage | Bild: Weka
Rasenroboter-Garage | Bild: Weka – mehr Rasenroboter-Garagen
Eine Überdachung schützt Ihre Basisstation vor Niederschlägen und Feuchtigkeit von oben. Die Plattform sorgt für den Schutz von unten. Steht sie jedoch auf dem Rasen, kann es bei starkem Regenguss zu Wasserlachen um die Garage kommen. Um diesen vorzubeugen, empfiehlt sich das Aufstellen der Basisstation auf einem härteren Untergrund: Pflastersteine oder Kiesbett. Denken Sie daran, dass die zusätzliche Plattform aus Stein oder Kies eine Höhe haben sollte, mit der der Rasenroboter umgehen kann. Dieselbe Höhe wie der Rasen bzw. der Ein- und Ausfahrtsweg (siehe Beispielbild von Weka) wäre optimal.

Schutz vor Frostschäden

Wandhalterung für Mähroboter Sileno | Bild: Gardena
Platzsparende Aufbewahrung: Wandhalterung für Mähroboter | Bild: Gardena

Im Winter ist der Boden hart und der Rasen benötigt seine Winterruhe. Ihr Rasenroboter sollte daher in dieser Zeit seine Arbeit pausieren. Roboter und Basisstation werden nicht mehr gebraucht und können an einem geschützten Ort überwintern. Empfehlenswert sind ein Gartenhaus sowie ein trockener Keller oder Dachboden.

Kabelbinderschutz | Bild: Gardena
Kabelbinderschutz | Bild: Gardena – zu finden unter Mähroboter

Befreien Sie die Basisstation von Stromquelle, Begrenzungs- und Suchkabel und bringen Sie sie zu ihrem Winterquartier. Damit die Kabelenden nicht ungeschützt auf dem Rasen verbleiben, können Sie diese in frostsicheren Kabelboxen aufbewahren.

Bevor Sie die Stecker ziehen, sollten Sie den Akku Ihres Rasenroboters noch einmal entleeren (bis zum Auflade-Hinweis) und anschließend wieder aufladen. Entleeren können Sie den Akku mit der letzten Fahrt – im Spätherbst, vor dem ersten Bodenfrost. Nach dem letzten Aufladen – und einer gründlichen Säuberung – ist Ihr elektronisches Schaf bereit für den Winterschlaf.

Hinweis: Witterungsbedingt ist der vom Roboter liegen gelassene Grünschnitt/Mulch in dieser Zeit sehr nass und somit sehr schwer. Befreien Sie Ihren Rasen daher von Mulch sowie von Ästen, Obst und ähnlichem und lassen Sie ihn anschließend ruhen – mehr zum Thema „Rasen überwintern“ finden Sie hier.

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