10 Tipps für den nächsten Grillevent

Grillen im Garten
Grillen im Garten © FreeProd fotolia.com

Das Steak ist nicht durch, der Fisch auseinander gefallen, Speisereste kleben am Rost und eine Stichflamme verbrennt die Würstchen? Im Folgenden erfahren Sie in zehn Grilltipps, wie Sie den meisten Grillkatastrophen entgehen.

Grilltipps und Tricks zu Grill und Grillgut

Erfahren Sie mehr über den passenden Grill für Ihr Grillgut, sinnvolle Methoden und ein paar Tricks, wie sich Fisch, Gemüsespieß und Steak auf einem Grill zubereiten lassen.

Tipp 1: Welchen Grill sollten Sie favorisieren?

Holzkohlegrill mit Grillgut
Holzkohlegrill mit Grillgut © karepa fotolia.com

Der Holzkohlegrill ist immer noch „das liebste Kind“ der Grill-Profis. Denn für viele ist es die wohlschmeckendste Art, Gemüse und Fleisch zu genießen. Das Grillgut erfreut den Gourmet mit einem einzigartigen Aroma und rauchigem Geschmack.

Auch das Ritual des Anzündens ist für Grillfans immer ein wichtiger Bestandteil für einen perfekten Grillabend, der dem Beisammensein in geselliger Runde den Hauch eines besonderen Ambientes verleiht. Abgesehen von der besonders aromatischen Würze der gegrillten Speisen sind die verstellbare Höhe des Rostes, das klassische indirekte Grillen, das sich vor allem für die Zubereitung von Barbecue eignet, sowie die Unabhängigkeit von Gas oder Strom absolute Vorteile des Holzkohlegrills.

Doch auch diese Grillvariante hat ihre Nachteile: Sie ist ausgesprochen zeitintensiv, die Rauchentwicklung könnte Ihre Umgebung belästigen, und durch das offene Feuer erhöht sich die Brandgefahr.

Tipp: Können Sie sich vorstellen, oft und in kleiner gemütlicher Runde zum Beispiel auf dem Balkon zu grillen, probieren Sie es einmal mit einem rauchfreien Grill. Durch eine spezielle Belüftungstechnik arbeiten diese mit Holzkohle oder Briketts arbeitenden Tischgrills rauchfrei. Mehr über diese Techniken erfahren Sie im Beitrag Rauchfrei grillen.

Gasgrill Keansburg von Tepro
Gasgrill Keansburg von Tepro | Bild: Tepro

Der Gasgrill dagegen ermöglicht es Ihnen, nach dem Einschalten sofort mit der Zubereitung zu beginnen. Sie brauchen auch nicht ständig Kohle nachzulegen und können darüber hinaus die Temperatur regeln. Er ist sauberer, macht keinen Qualm, und die etwas höheren Anschaffungskosten amortisieren sich mit der Zeit durch die günstigeren Betriebskosten. Vor allem dann, wenn Sie viele Gäste erwarten, eignet sich ein Gasgrill zur Bewirtung.

Tipp: Bei einem Gasgrill mit Sizzle-Zone kommen Sie auf Temperaturen bis zu 800 °C.  Möchten Sie also besonders dicke Steaks zubereiten, ist dieser Grill unter anderem dafür bestens geeignet. Bei der Sizzle Zone bewegen Sie sich bereits in der Grill-Premiumklasse. Mehr über diese Technik finden Sie unter Sizzle Zone.

Elektrogrill Arvada von Tepro
Elektrogrill Arvada von Tepro | Bild: Tepro

Der Elektrogrill wird oft als „Stiefkind“ behandelt. Wer jedoch Gasbetrieb aus persönlichen Sicherheitsgründen ablehnt, eine Steckdose griffbereit in der Nähe hat und für zwei bis drei Personen brutzeln möchte, der kann auch auf einen Elektrogrill zurückgreifen. Besonders ergiebig sind die Kontaktgrills. Flaches Grillgut wie Steaks können auf beiden Seiten gleichzeitig gegrillt werden. Vor der Anschaffung lohnt sich ein Vergleich nach Leistung und Stromverbrauch.

Tipp 2: Direktes oder indirektes Grillen?

Möchten Sie Ihr Steak und die Spare Ribs besonders schnell und scharf anbraten, dürfte es Ihnen am besten beim direkten Grillen gelingen. Bedenken Sie dabei jedoch, dass diese Methode als gesundheitsschädlich erachtet wird. Das Grillgut befindet sich auf einem Rost direkt über der Grillkohle. Tropft Fett auf die Glut, werden bedenkliche Stoffe freigesetzt, wie zum Beispiel PAK.

Beim indirekten Grillen sind Glutbett und Grillgut getrennt. Sie verteilen die Glut auf der einen Seite Ihres Grills, während Sie die andere frei lassen. Mehr dazu finden Sie unter Direktes und indirektes Grillen. Die indirekte Hitze taugt vor allem für die Zubereitung größerer Fleischstücke, wie zum Beispiel für einen Braten oder ganze Hähnchen.

Tipp 3: Flammen nicht mit Bier löschen

Was tun, wenn die Flammen höher schlagen? Es hat sich in solchen Fällen eingebürgert, Flammen einfach mit Bier zu löschen, mit der Begründung, das Fleisch bekäme so ein ganz besonderes Aroma und schmecke einfach besser. Wenn Sie jedoch Bier in die brennende Glut schütten, verdampft es und wirbelt vor allem Asche auf, die am Fleisch kleben bleibt. Außerdem entsteht Rauch, der unter anderem PAK enthält. Beim Verzehr kann das unangenehme Auswirkungen auf Ihre Gesundheit haben.

Bier am Grill
Das Bier sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe lieber am als im Grill verwenden © exclusive-design fotolia.com

Sollte es sich darüber hinaus um marinierte Fleischstücke handeln, wird durch das Bier die Marinade entfernt. Außerdem kann übermäßiger Gebrauch nicht nur das Grillgut, sondern auch die Kohle löschen.

Ziehen Sie das Grillgut im Fall einer Stichflamme stattdessen neben die Glut und warten Sie ab, bis sich die Flamme wieder verkleinert. Im Idealfall haben Sie einen Deckel, mit dem Sie den Grill abdecken. Auf diese Weise schwächen Sie die Stichflammen durch Sauerstoffentzug.

Flammen auf und über dem fettigen Rost
Flammen auf und über dem fettigen Rost © Joshua Resnick fotolia.com

Stichflammen entstehen, wenn auf dem Rost Speisereste oder Fett, also brennbare Überreste, kleben und vom Feuer erfasst werden. Ebenso kann Fett oder Fleischsaft eine Stichflamme verursachen, sobald sie in die Glut tropfen. Lassen Sie es erst gar nicht dazu kommen, indem Sie auf einen vor Betrieb sauberen Rost achten, stark mariniertes und sehr fettiges Grillgut abtupfen, bevor Sie es auf den Rost legen, und tropfendes Fett in die Glut durch die indirekte Grillmethode vermeiden.

Tipp 4: wie Sie lästiges Ankleben vermeiden

Bevor Sie das Fleisch oder andere Zutaten auf den Grill-Rost legen, pinseln Sie ihn mit ein wenig Öl ein. Wir empfehlen Ihnen ein Öl zu verwenden, das hitzebeständig ist und nicht oxidiert. Rapsöl eignet sich ideal, denn es kann besonders hoch erhitzt werden.

Marinade für Fleisch
Marinade für Fleisch © Africa Studio fotolia.com

Tipp 5: Gekaufte oder selbst zubereitete Marinade?

Auch wenn der typische Grillgeschmack Fisch und Fleisch bereits veredelt, kommen viele Grillrezepte nicht ohne passende Marinaden aus. Verzichten Sie jedoch anlässlich Ihres Grillevents auf gekaufte Marinaden, da fertige Mischungen häufig Geschmacksverstärker enthalten,
die manch einem Magen nicht zuträglich sind. Marinieren Sie möglichst salzfrei, denn das Salz entzieht dem eingelegten Fleisch oder dem Fisch die Feuchtigkeit. So trocknet das Grillgut aus.

Wenn Sie stattdessen das Grillgut erst zwanzig bis dreißig Minuten vor dem Grillen salzen, erhalten Sie jedoch wunderbar saftige Köstlichkeiten.

Gegrilltes Steak
Gegrilltes Steak © Mara Zemgaliete fotolia.com

Tipp 6: Steaks grillen – so machen Sie es richtig

Ein vollendetes Steak zuzubereiten, ist wahrlich eine Kunst. Damit Sie sich und Ihre Gäste mit einem echten lukullischen Genuss verwöhnen können, müssen Briketts oder die Kohle besonders heiß sein und eine Temperatur von ungefähr 230 bis 290 Grad Celsius erreichen.

Sollten Sie einen Gasgrill besitzen, dann stellen Sie ihn bitte auf die höchste Stufe.

Das Steak sollten Sie auf beiden Seiten bei direkter Hitze scharf anbraten, damit sich die Aromen schnell voll entfalten können.

Sind Sie ein Fan besonders dicker Steaks, braten Sie Steaks ab einer Dicke von etwa 2,5 Zentimetern scharf an und lassen Sie sie bei indirekter Hitze fertig garen.

gegrillte Garnelenspieße
gegrillte Garnelenspieße © karelnoppe fotolia.com

Tipp 7: Spieße ins Wasser eintauchen

Lieben Sie Schaschlik oder Garnelen- und Gemüsespieße und bevorzugen dabei die Verwendung von Holzstäbchen, weichen Sie sie vor ihrer Verwendung etwa eine halbe Stunde in Wasser ein. Wenn sie sich mit Wasser voll saugen, können sie nicht so schnell anbrennen. Darüber hinaus lösen sich Fisch, Fleisch und Gemüse nach der Zubereitung viel leichter von den Spießen.

Gegrillter Lachs
Gegrillter Lachs © Jacek Chabraszewski fotolia.com

Tipp 8: Fisch – außen knusprig, innen zart

Damit Ihnen das Grillen von Fischfilets und Fischsteaks gelingt, der Fisch eine zarte Kruste erhält und sich leicht vom Rost löst,
grillen Sie Ihren Fisch bei starker, jedoch indirekter Hitze, wenn möglich bei geschlossenem Deckel.

Damit die Kruste knusprig wird, sollten Sie den Fisch auf der Seite mit der Haut etwas länger liegen lassen. Wenden Sie ihn lediglich einmal.

Ist es Ihnen übrigens auch schon einmal passiert, dass der Fisch während des Grillens auseinander gefallen ist? Das kann seine Ursache in einer falschen Marinade gehabt haben. Denn sollten Sie zum Beispiel Zitronensaft oder Weißwein verwendet haben, zerstören die Säuren dieser Zutaten beim Garen das Eiweißgewebe des Fisches. So wird sein Fleisch noch weicher und zerfällt.

Anzündkamin von Dancook
Anzündkamin von Dancook | Bild: Dancook

Tipp 9: wie Sie Briketts und Grillkohle schnell anzünden können

Mit einem Anzündkamin gelingt Ihnen das einfache und sichere Anzünden von Grillkohle und Briketts. Legen Sie dazu zwei bis drei Würfel Grillanzünder auf den Rost und zünden Sie diese an. Danach stellen Sie den mit Briketts gefüllten Anzündkamin darüber. Auf Grund der Kaminwirkung des Gerätes beginnen alle Briketts innerhalb kürzester Zeit zu brennen, sodass Sie nach ungefähr zwanzig Minuten die einwandfrei glühenden Briketts auf dem Kohlerost oder das Kohlebett verteilen können.

Grill reinigen
Grill reinigen © fotoknips fotolia.com

Tipp 10: sauberen Grill erhalten

Die Entfernung der schwarzen Kruste auf dem Rost ist für viele Hobbygriller eine echte Herausforderung. Doch mit diesem Tipp wird lästiges Schrubben völlig unnötig:

Wickeln Sie den Rost Ihres Grills, sobald er abgekühlt ist, in feuchtes Zeitungspapier ein und lassen Sie ihn eingewickelt über Nacht stehen. Am anderen Tag ist die Kruste aufgeweicht, sodass sie sich mit einem Schwamm unter Verwendung von Spülmittel leicht entfernen lässt. Sie können aber auch den Rost während der Nacht ins Gras legen, denn die entstehende Feuchtigkeit weicht ebenfalls die Verkrustung auf und lässt sich am nächsten Tag leicht abwischen.

Wintergrillen

Wie wäre es mit einer Grillparty zu Silvester? Die Aussicht auf ein Lammkarree mit Orangenapfel-Sirup und zum Nachtisch dämpfende Bratäpfel frisch vom Grill wird selbst bei Eis, Schnee und Wind Ihre Gäste zu einem fröhlichen Beisammensein an einen Grill locken.

Wintergrillen mit Bratapfel
Wintergrillen mit Bratapfel © exclusive-design fotolia.com

Beachten Sie folgende Tipps, können Sie auch bei Minustemperaturen Ihre Grillfreuden erleben:

  • Kugelgrill und Barbecue: Bei Minusgraden sollten Sie darauf achten, dass Hitze, Glut und Feuer nicht von den eisigen Temperaturen geschwächt werden. Am besten gelingt Ihnen dies mit einem Deckel. Ein Kugelgrill oder ein Smoker haben von Haus aus einen Deckel, sodass sich diese Geräte auch im Winter eignen. Stellen Sie sich auf eine etwas längere Grillzeit ein.
  • Mindesttemperatur beim Gas beachten: Bei Gasgrills achten Sie darauf, dass das verwendete Gas noch gasförmig ist, wenn Sie es verwenden möchten. Je weiter die Temperatur sinkt, umso eher könnte Ihr Gas wieder flüssig werden. Die Mindesttemperatur steht auf der Produktbehältnis.
  • Schutzhaube fürs Grillgut: Stülpen Sie über Ihr gegartes Grillgut eine Glashaube, damit Sie Ihre Würstchen auch nach ein paar Minuten Lagerzeit auf dem Grilltisch noch als warm bezeichnen können. Besonders dicke Glashauben halten die Wärme davon ab, sich zu verflüchtigen.
  • Warme Beilagen und Heißgetränke: Glühwein und ein warmer Kartoffelsalat eignen sich für ein Wintergrillen eher als Salate und Saft. So halten Sie sich auch von innen warm.

Passende Grillrezepte für den Winter finden Sie zum Beispiel bei Weber-Grill.

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