Grill anschmeißen – bei Kälte, Eis und Schnee

Winter-Grillen hat seinen eigenen Charme und wird immer beliebter

Auch im Winter kann Grillen Spaß machen. (Foto: amyinlondon / stock.adobe.com)

Wohlfühltemperaturen über 20 Grad Celsius, die Sonne lacht vom Himmel, die Natur steht in voller Blüte – perfekte Voraussetzungen für einen gemütlichen Grillnachmittag… Ach, Schönwetter-Grillen kann doch jeder! Versuchen Sie es doch mal im Winter, wenn’s draußen richtig kalt ist und vielleicht sogar Schnee liegt. Grillen abseits von Frühling und Sommer wird nämlich immer beliebter. Und das hat gute Gründe. Zuallererst hat Winter-Grillen seinen eigenen, besonderen Charme. Außerdem können in der kalten Jahreszeit ganz andere Köstlichkeiten auf dem Rost landen, als man es gewohnt ist. Zu guter Letzt ist Grillen im Winter auch nicht viel schwieriger als im Sommer. Manches gibt es aber schon zu beachten.

Wenn’s warm ist

Von dieser Vorstellung sollte man sich beim Winter-Grillen verabschieden. (Foto: IVANKO BRNJAKOVIC LISINSKOGA 1 PETROVARADIN / stock.adobe.com)

Jeder, der einen Grill zuhause hat (und diesen auch nutzt), kennt die eingangs beschriebenen Ideal-Voraussetzungen, um die Kohlen anzuschüren. Da genügt ein Blick aus dem Fenster und der Magen knurrt. „Heute könnten wir doch eigentlich grillen“, platzt es dann wie von selbst aus einem heraus. Freunde und/oder Familie werden eingeladen, Getränke kaltgestellt und allerhand Salate zubereitet. Gedeckt wird selbstverständlich draußen, das Essen wird mehr oder weniger neben dem Tisch zubereitet. Das gehört zum echten Grill-Erlebnis einfach dazu. Während das Essen auf dem Rost brutzelt und sich dieser verlockende Grill-Duft breitmacht, sitzt man schon gemütlich zusammen und freut sich auf das Festmahl. Oder man verlagert das Geschehen gleich direkt an den Grill und schaut dem Grillmeister bei der Arbeit über die Schulter (bzw. sinniert gemeinsam über die bestmögliche Zubereitung der Speisen). Dazu ein kühles Bier oder ein fruchtiger Cocktail (egal ob mit oder ohne Alkohol), und schon fühlt man sich wie im siebten Himmel.

Wenn’s kalt ist

Ganz und gar nicht empfehlenswert: den Winter zum Sommer machen. (Foto: tab62 / stock.adobe.com)

Im Winter herrschen selbstverständlich ganz andere Bedingungen. Nichts mit warmen Temperaturen – die können ganz im Gegenteil auch im Minus-Bereich liegen. An gemütliches Raussetzen und Schlemmen im Freien ist kaum zu denken, wenn man sich vorher mit Winterschuhen, dicker Jacke, Handschuhen, Schal und Mütze einkleiden muss. Noch ungemütlicher wird es, wenn Schnee fällt und feucht-kalte Luftverhältnisse herrschen. Ebenso wollen kühle (Sommer-)Getränke nicht so recht zu einer solchen Atmosphäre passen. Das gemeinsame Grill-Erlebnis wie in der warmen Jahreszeit wird es unter diesen Voraussetzungen also kaum geben. Gerade der Grillmeister sollte sich darüber hinaus gut einpacken, denn bei aller Hitze vom Grill dürfen keinesfalls die kalten Temperaturen vergessen werden. Winterkleidung ist also Pflicht. Doch Vorsicht: Jackenärmel sollten nicht zu viel Spielraum haben, sonst besteht die Gefahr, dass sie dem Grillfeuer ungewollt zu nahe kommen. Auch ein Schal sollte gut unter der Jacke verpackt werden, damit er sich nicht selbstständig macht und neben den Grillkartoffeln auf dem Rost landet.

So wird’s gemütlich

Stimmungsvolles Dinner-Ambiente und frisch gegrillte Leckereien – klingt nicht nur gut, ist es auch. (Foto: Drobot Dean / stock.adobe.com)

Auch das winterliche Grillen hat seine Vorzüge. Man macht es sich eben einfach drinnen gemütlich. Mit lästigen Fliegen und Wespen muss man sich dann schonmal nicht herumärgern. Das Raus- und Reinschleppen von Geschirr und Beilagen entfällt ebenfalls. Mit ein paar Kerzen auf dem Tisch und der passenden Hintergrundmusik, eventuell sogar einem romantischen Ofenfeuer, kommt richtiges Dinner-Feeling auf. Kühles Bier und sommerlicher Cocktail werden gegen heißen Glühwein oder Saft getauscht, vielleicht darf es auch ein leckerer Weißwein oder eine gute Tasse Tee sein. Auch das Grillgut kann im Winter ganz anders aussehen als im Sommer. Natürlich dürfen Bratwürste und Steaks nicht fehlen. Doch wie wäre es bei der Gelegenheit zum Beispiel mit ein paar saisonalen Gerichten wie Wild oder Lamm? Auch Fisch passt toll in die kalte Jahreszeit. Daneben die Beilagen, die im Winter einfach grundlegend anders aussehen dürfen. Probieren Sie es statt Salat doch mal mit in Alufolie gegartem Feta-Käse und Gemüse. Das können Paprika, Tomaten und Zwiebeln sein, im Winter aber vielleicht auch Rosenkohl, Möhren oder Apfelrotkohl. Perfekt in die kalte Jahreszeit passen auch auf dem Grill zubereitete Kartoffeln. Das Ganze ein bisschen winterlich gewürzt und nach Wunsch mit einem Dip dazu – ein Traum. Genauso gut ist ein frischer Feldsalat, rote Bete, ein Wurstsalat mit Käse und Gurken oder ein warmer Kartoffel- oder Nudelsalat. Erlaubt ist wie immer alles – besonders empfehlen können wir fürs Winter-Grillen aber Gerichte und Zutaten, die im Sommer für Gewöhnlich nicht auf dem Speiseplan stehen.

So wird’s gemacht

Ein Deckel ist beim Winter-Grillen fast schon Pflicht. (Foto: bondarillia / stock.adobe.com)

Nun muss das Ganze natürlich zubereitet werden, womit wir wieder nach draußen an den Grill wechseln. Inmitten von Kälte, Eis und Schnee. Für den „Koch“ selbst kann das Grillen im Winter aber etwas ganz Besonderes sein, kann er bei frostig-kalten Witterungsbedingungen doch die winterliche Ruhe genießen und sich voll und ganz seiner Aufgabe widmen. Ein bisschen mehr als im Sommer gibt es nämlich schon zu beachten. Dass der Grill von Schnee befreit werden muss, versteht sich wohl von selbst. Doch auch Grillkohle oder Grillbriketts müssen trocken gelagert sein, sonst kann das Anzünden zu einer echten Herausforderung werden. Ob man nun mit Kohle oder Briketts besser klarkommt, das muss jeder für sich herausfinden. So oder so sollten Sie den Grill im Winter etwas großzügiger befüllen. Zentrale Voraussetzung ist dann natürlich eine ordentliche Hitze. Das gestaltet sich aufgrund der niedrigen Außentemperaturen und möglicherweise auch noch kaltem Wind oder einsetzendem Schneefall schwieriger als im Sommer. Ein Grill mit Deckel (z. B. Kugelgrill) ist daher eigentlich unabdingbar für das Grillen im Winter, sonst werden Sie Schwierigkeiten bekommen, eine konstante Hitze zu erzeugen. Ebenso wichtig ist es dann aber auch, den Deckel nicht unnötig oft zu öffnen, damit die Hitze dort bleibt, wo sie benötigt wird. Kommt ein Gasgrill zum Einsatz, sind unbedingt die Außentemperaturen zu beachten. Fallen diese unter null, verflüssigt sich Butangas nämlich. Propangas ist dann definitiv die bessere Wahl, dieses verflüssigt sich erst bei minus 42 Grad Celsius. Das fertige Grillgut sollte in geeigneten Warmhalteboxen gelagert werden, sonst ist es schnell zu stark abgekühlt. Nach getaner Arbeit noch ganz wichtig: den Rost abbürsten und eventuelle Verunreinigungen um den Grill herum entfernen. Ist der Schmutz erstmal festgefroren, lässt er sich schwer entfernen.

Dann kann es ans herzhafte, winterliche Schlemmen gehen. Wir wünschen viel Spaß beim Winter-Grillen und natürlich guten Appetit!

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*