Sauna im eigenen Garten

Außensauna / Gartensauna Karibu Skrollan
Außensauna / Gartensauna Karibu Skrollan | Bild: Karibu

Sauna nur im eigenen Haus – diese Zeiten sind lange vorbei. Die Hersteller haben ihren Markt breit gefächert und sowohl Bewohner von Mietswohnungen als auch Gartenbesitzer einbezogen. Für Letztere ist die sogenannten Außensauna, oder Outdoor-Sauna, eine Lösung, um die es in diesem Beitrag gehen soll.

Außensauna vs.  Sauna im Haus

Während eine Inhouse-Sauna geschützt in der Wohnung oder im Haus steht, ist eine Outdoor-Sauna den Naturgewalten ausgesetzt. Aus diesem Grunde muss eine Sauna im Garten die guten Eigenschaften, die eine Innensauna bereits hat, entsprechend stärken. Insbesondere sollte sie witterungsbeständiger sein und eine höhere Dämmung aufweisen als eine Sauna, die im Haus steht. Bedenken Sie auch, dass das Steuergerät für eine Innensauna nur gewisse Temperaturschwankungen und -grade überstehen kann. Saunen bestehen in der Regel aus Holz. Ebenso wie bei einem Gartenhaus ist  daher der Standort zu berücksichtigen. Die Außensauna sollte auf geradem und trockenem Boden stehen, um zu vermeiden, dass sich das Holz im Laufe der Zeit verzieht und die Feuchte von unten in das Holz eindringt. Als Fundamente gereichen jene, die für ein Gartenhaus typisch sind. Um die erforderlichen Temperaturen in der Außensauna zu erzielen, sollten Sie einen Starkstromanschluss einplanen. Nur unter Starkstrom lassen sich Saunaöfen mit 9 kW und mehr betreiben, die für eine Außensauna ratsam sind.

Das Holz für eine Außensauna besteht aus Vollholz, um die Wärmespeicherfähigkeit, die Vollholz besitzt, nutzen zu können. Es handelt sich bei einer Gartensauna um eine Massivholzsauna. Eine Elementsauna, die aus verschiedenen Schichten besteht, eignet sich nicht für eine Außensauna, da die Wärmespeichermöglichkeit in den meisten Fällen nicht gegeben ist.

Eine starke Widerstandskraft sowie eine hohe Wärmespeicherfähigkeit besitzen Nadelhölzer aus Nordeuropa. Die skandinavische Fichte ist daher besonders geeignet als Material für eine Außensauna.

Mit der Außensauna haben Sie Möglichkeiten, die Sie in der eigenen Wohnung nicht haben. Das obligatorische Abkühlen nach dem Saunagang können Sie im Garten ganz anders anstellen. Zum einen ist die gesunde Frischluft immer gegeben, wenn Sie aus Ihrer Außensauna kommen. Zum anderen könnte ein nahestehender Pool den Sprung ins kalte Wasser ermöglichen. Darüber hinaus hätten Sie mit einer Ganzglastür eine freie Sicht auf Ihren Garten.

Arten Außensauna

Typen von Außensaunen sind vor allem Fasssaunen und Saunahäuser. Letztere können aus Profilholz oder Blockbohlen bestehen.

Fass-Sauna

Das Fass ist in der Wärmeverteilung eine praktische Lösung für eine Außensauna. Durch die runden Wände können Wärme und Luft wesentlich besser zirkulieren als in einem eckigen Gebilde. Dieses natürliche Gesetz können Sie ebenso in einem Topf beobachten. Ohne Ecken und Kanten verteilt sich die Hitze gleichmäßig. Somit wird eine Fass-Sauna sehr schnell aufgeheizt und strahlt eine angenehme Wärme ab. Ein weiterer Vorteil besteht in der Platzersparnis.

Karibu Fasssauna / Saunafass
Saunafass Karibu Fass-Sauna 1 | Bild: Karibu – mehr Fasssaunen hier

Im Vergleich zu einer rechteckigen Außensauna ist eine Fasssauna oder ein Saunafass mit gleicher Fläche aufgrund der runden Wände geräumiger. Sie findet daher auch in kleinen Gärten ihren Platz. Neben der praktischen und funktionellen Eigenschaften ist ein Saunafass aufgrund seiner Form ein Blickfang für jede Außenanlage.

Saunahaus

Das Saunahaus besteht aus Massivholzwänden, die entweder geklebt oder mit einer Nut-und-Feder-Verbindung zusammengesteckt und verschraubt werden. Während sich eine Fass-Sauna in einem kleinen Garten eignet, findet das Saunahaus in mittleren und größeren Gärten seinen Platz. Je nach Modell und Größe kann es eine ganze Familie beherbergen.

Weka Saunahaus 213 AK
Weka Saunahaus 213 AK | Bild: Weka – mehr Saunahäuser hier

Typische Dachformen sind Satteldach oder Pultdach, aber auch andere Dachformen wie das Tonnendach sind denkbar. Saunahäuser lassen sich, modell- und herstellerabhängig, erweitern. Sie könnten beispielsweise eine Front- oder Seitenterrasse anlegen oder ein Vordach nachträglich anbringen.

Eine besonders robuste Bauform der Massivholzsauna ist die Blockbohlensauna. Bohle auf Bohle aufgestellt, ist sie der finnischen Sauna am nächsten.

Karibu Saunahaus 2 Blockbohlensauna
Karibu Saunahaus 2 Blockbohlensauna | Bild: Karibu

Für einen besseren Luftaustausch ist bei einer Außensauna ein mit der Kabine verbundener Vorraum empfehlenswert.

Innensauna außen nutzen

Saunabesitzer, die ihre Sauna durch Umzug oder aus anderen Gründen plötzlich nicht mehr in der Wohnung aufstellen können, denken nicht selten darüber nach, ihre Kabine außerhalb ihrer vier Wände wieder aufzubauen. Der Erfolg dieses Projektes hängt dabei von einigen Faktoren ab, die Sie sich mit folgenden Fragen vergegenwärtigen können:

  • Handelt es sich um eine Massivholzsauna oder eine Elementsauna?
  • Welche Wandstärke besitzt die Sauna?
  • Besteht das Dach aus Massivholz oder Brettern?
  • Ist ein Starkstromanschluss in der Nähe?
  • Wie ist der Boden für das Fundament beschaffen?
  • Ist eine Baugenehmigung erforderlich?

Sobald Sie Ihre Sauna in Ihren Garten stellen, wird sie als Nebengebäude angesehen. Sie sollten daher vor Beginn prüfen, ob Sie eine Baugenehmigung benötigen. Mehr Informationen über eine Baugenehmigung von Nebenanlagen finden Sie unter Baugenehmigung für das Gartenhaus.

Orientieren Sie sich beim Umbau Ihrer Innensauna an den Eigenschaften einer Außensauna, damit das Vorhaben Gestalt annehmen kann. Am besten eignet sich, wie oben schon erwähnt, eine Massivholzsauna. Achten Sie bitte darauf, dass Sie einen Starkstromanschluss in der Nähe haben.

Fundament

Betonfundament für ein Haus
Betonfundament für ein Haus © Schlegelfotos fotolia.com

Das richtige Fundament entscheidet über die Langlebigkeit Ihrer Außensauna. Sie können ein Betonfundament wählen, wobei die komplette Stellfläche mit Beton ausgestattet wird. Für ein Betonfundament versehen Sie die Stellfläche mit einer Schalung und gießen den Beton hinein. Nutzen Sie ein Bewehrungsgitter für mehr Stabilität.

Streifenfundament
Streifenfundament © Eléonore H fotolia.com

Ebenso bieten sich Streifen– oder Punktfundamente an, die Sie anschließend mit Kies auffüllen. Während das Punktfundament einzelne Stellen Ihrer Außensauna trägt, stützt ein Streifenfundament speziell die Wände der Sauna. Mehr über Fundamente finden Sie in diesem Beitrag. Achten Sie beim Fundament auf den Bodenfrost. In Deutschland sollten Fundamente in etwa 80 cm Tiefe angelegt werden, um eine unerwünschte Anhebung durch Bodenfrost bzw. durch die Ausdehnung des Wassers im Zustand Eis zu verhindern.

Hinweis: Die folgenden Abschnitte sollen Ihnen Inspiration für Ihren Sauna-Umbau sein. Zugleich sollen sie Sie für die notwendigen Arbeitsschritte und Materialkosten sensibilisieren, sodass Sie noch vor Beginn abwägen können, ob sich ein Umbau lohnt.

Dämmung

Damit die Wärme in der Außensauna bleibt, ist eine starke Dämmung erforderlich. Neben einer Wandstärke von mindestens 28 mm aus Massivholz (ideal sind 40 mm) bzw. einer Wandstärke von mindestens 65 mm bei Elementbauweise sollten ebenso Tür und Dach besonders geschützt sein. Je stärker die Wände sind, umso mehr Wärme kann gespeichert und abgegeben werden. Da Wärme nach oben steigt, muss das Dach besonders gut gedämmt sein. Die Tür als einziger Ein- oder Ausstieg stellt immer die Gefahr der undichten Stelle dar und sollte daher ebenfalls gut isoliert sein.

Dämmung mit Mineralwolle
Dämmung mit Mineralwolle © mhp fotolia.com

Dämmen lässt sich eine Außensauna im Innenbereich mit Mineralwolle. Dieses aus Mineralfasern hergestellte Gewebe ist resistent gegen Schimmel und Fäulnis sowie hitzebeständig, je nach Art und Qualität, bis zu 1000°C. Sie erwerben es unter anderem als Isolierplatten.

Thermohanf-Platten
Thermohanf-Platten © divgradcurl fotolia.com

Alternativ können Sie Thermo-Hanf als Dämmung verwenden. Wie der Name schon vermuten lässt, ist Thermohanf gegenüber Hitze unempfindlich. Das Dach mit Dämmung können Sie mit Profilbrettern auskleiden, um ein Verziehen zu verhindern. Ein Dach aus Vollholz ist aufgrund der guten Wärmespeicherung grundsätzlich geeigneter als ein Bretterdach. Bei einem Bretterdach sollten Sie daher eine stärkere Dämmung einplanen als bei einem Massivholzdach. Bedenken Sie, dass die Dämmung im Inneren der Sauna erfolgt, sodass Ihnen ein gewisses Maß an Höhe genommen wird.

Als geeignete Außensauna-Tür bieten sich eine gedämmte Vollholztür aus Massivholz oder eine gedämmte Ganzglastür mit Isolierglas bzw. starkem Sicherheitsglas an. Die Tür sollte sich saugend bzw. mit Magnetverschluss schließen lassen, sodass keine unerwünschten Spalten entstehen.

Karibu Saunahaus mit ext Steuerung
Karibu Saunahaus mit ext. Steuerung (rechts) | Bild: Karibu

Elektronik / Steuerung

Eine Steuerung für Innensaunen ist für den Außengebrauch nicht gedacht. Daher wird sie starke Temperaturschwankungen und Minusgrade nicht lange überstehen. Sie sollten daher eine Möglichkeit finden, sie zwar in der Nähe Ihrer Außensauna, jedoch geschützt unterzubringen. Idealerweise könnten Sie Ihre Sauna neben ein Gartenhaus stellen, sodass sich die Elektronik leicht im Gartenhaus installieren lässt. Eine andere Möglichkeit ist, einen Kasten neben die Außensauna zu bauen, der sie vor der Witterung schützt.

Günstigerweise gönnen Sie der Elektronik und der Außensauna ein schützendes Dach. Dies könnte zum Beispiel ein Carport sein oder eine Erweiterung Ihres Gartenhauses durch ein Vordach, das harte Niederschläge von Ihrer Sauna und der Steuerung fernhält.

Schutz

Innensaunen sind keiner Witterung ausgesetzt. Die Hersteller verzichten deshalb auf kesseldruckimprägniertes Holz (kdi) oder eine Lasur für die Wände. Planen Sie daher eine geeignete Holzlasur alle zwei bis drei Jahre ein.

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