Bodenbelag fürs Gartenhaus

Gartenhaus innen Ecke
Gartenhaus innen Ecke

Um zu entscheiden, welche Art Bodenbelag Sie wählen sollten, wäre zunächst in Erfahrung zu bringen, welche Funktion Ihr Gartenhaus haben wird. Soll es ein reiner Geräteschuppen werden oder Ihr Wohlfühlrefugium? Sollen Möbel aufgestellt werden? Werden Sie darin zum Beispiel einen Wasserkocher benutzen oder eine Kochplatte verwenden? Rauchen Sie darin und planen Sie Partys? Die Einsatzgebiete zeigen Ihnen, ob Ihr Boden leicht zu reinigen sein sollte, mit sehr viel Feuchtigkeit von Zeit zu Zeit zu rechnen ist und wie strapazierfähig Ihr Boden sein sollte.

Bodenbelag Arten

Im Grunde haben Sie die Wahl zwischen den folgenden Arten Bodenbelag:

  • Teppich
  • PVC
  • Stein
  • Fliesen
  • Holz
  • Laminat

Alle haben ihre Stärken und Schwächen, wobei die größte Schwäche bei einigen schlicht der zu hohe Preis ist oder das Wissen um eine allzu große Pflegeintensität. Die Wahl des Bodenbelags ist eine Frage des eigenen Stils und eine Frage der Funktion. Letztere soll mit den folgenden Überlegungen erklärt werden.

Feuchtigkeit

Feuchtigkeit ist der Anfang von Schimmel. Atmen, Kochen, stickige Luft und Dämmung begünstigen die Bildung desselben. Wenn Feuchtigkeit aus dem Haus nicht entweichen kann, sammelt sie sich in den Wänden und auf dem Boden. Gerät sie in den Bodenbelag, kann dies bei Holz und Laminat zum Aufschwemmen führen oder beim Teppich zu unangenehmen Flecken. Beim Steinboden kann die Flüssigkeit die Steine verfärben. Werden die betroffenen Stellen nicht gereinigt, ist Schimmelbildung vorprogrammiert. Feuchtigkeit entsteht sehr schnell in unbelüfteten Räumen. Sorgen Sie daher dafür, dass Ihr Fußboden über genug Luftzirkularität verfügt.

Besonders anfällig für Schimmelbildung sind Böden mit Gewebetextur. Dazu zählen Holz, Laminat sowie Teppich. Beim PVC-Belag ist die Schwachstelle die Gewebeschicht auf der Rückseite. Außerdem ist das dichte Material so gut wie luftundurchlässig. Es wird eine große Fläche ausgelegt, ohne dass es Fugen oder anderer Zwischenräume bedarf. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte daher eine Feuchtesperre zwischen Bodenplatte und PVC-Bodenbelag legen. Dabei handelt es sich um eine spezielle Folie, die Sie unkompliziert zuschneiden können. Sie ist sehr dünn, daher müssen Sie sich auch keine Sorgen machen, dass Sie nun die Tür höher planen müssten, als Sie ursprünglich vorhatten.

Strapazierfähigkeit

Suchen Sie einen schönen Bodenbelag, ist Teppich Ihre erste Wahl. Diesen gibt es in flauschig, wärmend und allen Farben, die Sie sich vorstellen können. Doch wenn Sie in Ihrem Gartenhaus ständig Möbel von A nach B schieben, zum Beispiel schwere Wäschetruhen, dann sollten Sie sich nach einem robusteren Belag umsehen. Als externes Wohnzimmer jedoch ist Teppich an Wohlfühlgefühl schwer zu übertreffen.

Strapazierfähiger als Teppiche sind so ziemlich alle Bodenbeläge, vor allem Stein- und Fliesenböden. Für diese Bodenbeläge benötigen Sie jedoch einen geraden Boden. Mehr zum Thema „Unebenheiten ausgleichen“ finden Sie weiter unten. Fliesen gibt es inzwischen in vielen Farben und Formen, sodass Sie Ihren eigenen Stil beibehalten können.

Fliesen sind ein idealer Boden, wenn Sie viel mit Wasser arbeiten, also zum Beispiel eine kleine Küche in Ihrem Gartenhaus haben. Wasser und Schmutz kann leicht von den Fliesen entfernt werden. Worauf Sie achten sollten: Fliesen bekommen leicht Kratzer. Versehen Sie daher die Unterseiten Ihrer Möbel und beweglichen Objekte mit Laminatgleitern. Dadurch lassen diese sich leichter schieben und zugleich schonen Sie die Optik der Fliesen. Vor allem unter Tisch- und Stuhlbeinen bieten sich Laminatgleiter an.

Planen Sie einen robusten Umgang mit Ihrem Bodenbelag, sollten Sie Laminat als Bodenbelag ausschließen. Das Material ist feuchtigkeitsanfällig und Kratzer sind schnell gemacht. Steine unter den Schuhen tun dem Laminat ebenso nicht gut wie spitze Gegenstände, zum Beispiel Pfennigabsätze (Highheels).

Laminat mit Kratzer
Laminat mit Kratzer

Eine wesentlich kostspieligere Alternative ist Vinyl. Die Ähnlichkeit zum Laminatboden ist gegeben. Vinyl ist jedoch feuchtigkeitsbeständiger und kratzsicherer als Laminat.

Vinylboden Holz-Optik
Vinylboden Holz-Optik

Die Holzoptik, der Preis und das leichte Verlegen lassen Gartenhausbesitzer und Hauseigentümer schnell zu Laminat greifen. Jedoch haben diese Böden je nach Qualität eine Lebensdauer von rund 7 Jahren. Holzdielen oder Fliesen halten dagegen Jahrzehnte.

Reinigung

Suchen Sie einen Bodenbelag, der leicht zu reinigen ist, sind PVC oder Fliesen eine gute Wahl. Oberflächen können Sie bequem abwaschen und Schmutz haftet sehr schlecht auf dem glatten Baumaterial.

Sehr pflegebedürftig sind dagegen Teppiche und Laminat. Laminat darf nur feucht gewischt werden. Entsprechende Laminatpflegemittel befinden sich in Baumärkten oder Drogerien. Teppiche müssen gesaugt werden. Nassen Schmutz (wie zum Beispiel Schlamm aus dem Garten) sollten Sie trocknen lassen und anschließend herausbürsten. Ein paar Mal im Jahr ist das Verwenden eines Dampfreinigers empfehlenswert.

Bodenunebenheiten ausgleichen

Fliesen verlegen

Möchten Sie Fliesen auf Ihrem Boden verlegen, empfiehlt es sich, zuvor den Boden so gerade wie möglich zu gestalten. Dies erreichen Sie beim Beton mithilfe von Richtlatten. Wenn der Beton bereits getrocknet ist, tut es auch eine Schicht Fließ-Estrich. Im Gegensatz zum Trockenestrich lässt sich mit Fließestrich eine ebene Fläche wesentlich leichter erreichen. Auf dieser Schicht werden die Fliesen anschließend verlegt.

Fliesen verlegen
Fliesen verlegen

Bedenken Sie bei der Errichtung des Bodenbelags und auch des Bodens, dass Sie Randstreifen lassen, da sich Beton und Estrich bei Wärme ausdehnen. Damit es zu keinen Rissen innerhalb eines Bodens kommt, können Sie dem Estrich Glasfasern beimischen. Nur bestimmte Glasfasern kommen in Frage. Erkundigen Sie sich im Baumarkt nach Glasfasern zur Estrich- und Betonbewehrung.

Holzdielen verlegen

Für einen Holzboden benötigen Sie eine Ausgleichsschicht, die zugleich als Trittschalldämmung fungiert. Diese kann aus Kork, aber auch aus Vlies und ähnlichem bestehen. Die Ausgleichsschicht befindet sich zwischen Estrich/Beton  und Ihren Holzdielen. Verlegt werden können die Dielen mit Leim oder auch als Klicksystem, dann wird der Leim gespart.

Dielenboden können Sie direkt auf Estrich verlegen …

Holzboden verlegen
Holzboden verlegen

… oder Sie bauen zunächst eine Unterkonstruktion. In einem bestimmten Abstand werden im letztgenannten Fall auf dem Beton oder Estrich die sogenannten Lagerhölzer befestigt. Auf die Lagerhölzer werden anschließend die eigentlichen Dielen mit Leim oder mit Hammer und Nagel bzw. mit Schrauben fixiert.

Unterkonstruktion für Holzboden
Unterkonstruktion für Holzboden

Der entstandene Hohlraum wird mit Dämmstoff ausgekleidet. Dort, wo sich Lagerhölzer und Dielen treffen, sollten Sie eine Korkschicht oder ähnliches anbringen. Sie dient dem Unebenheitenausgleich und der Trittschallminderung.

Vorteil: Mit einer Unterkonstruktion können Sie wesentlich besser die Unebenheiten ausgleichen sowie Trittschalldämmung oder Wärmedämmung besser anpassen. Sie müssen jedoch mit einem höheren Boden rechnen.

Hinweis: Vergessen Sie beim Verlegen von Holz nicht, dass Holz „arbeitet“. Es dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen. Planen Sie daher Dehnungsfugen von 1 bis 1,5 cm unbedingt mit ein. Anderenfalls werden sich die Hölzer bei Wärme  ineinanderschieben, und um den sorgfältig begradigten Boden ist es geschehen.

Das Fundament muss stimmen

Um Feuchtigkeit und Unebenheiten erst gar nicht zu einer Gefahr werden zu lassen, sollten Sie bereits beim Gartenhausbau auf diese Aspekte achten.

Ein Punktfundament oder ein Streifenfundament sind für die Funktion eines gut durchlüfteten Gartenhauses besser geeignet als zum Beispiel eine ganze Betonplatte. Der dichte und luftundurchlässige Beton ist bei diesen Fundamentarten nur partiell vorhanden. Die Zwischensätze können mit Kies aufgefüllt werden.

Fundament-Streifen-Punkt
Fundamentarten: links Streifenfundament, rechts Punktfundament

Kies ist von seiner Struktur her locker, sodass genug Luft in der Unterkonstruktion zirkulieren kann. Es empfiehlt sich außerdem, eine wasserdichte Folie über das Fundament zu verlegen, sodass der Boden nicht unmittelbar mit dem Beton oder mit dem Erdboden in Berührung kommt. Auch in diesem Punkt ist übrigens ein Punkt-oder Streifenfundament anderen Arten vorzuziehen. Mehr dazu finden Sie unter Blockbohlenhaus Fundamente.

Vor allem für einen Holz- oder Laminatboden ist eine Schicht zwischen Erdboden und Bodenbelag angeraten.

Tipp: Die Folie hat zusätzlich den Vorteil, dass sie es dem Unkraut schwerer macht, unter dem Haus entlang zu wachsen und womöglich irgendwann durch Ritzen in das Gartenhaus zu gelangen. Die Aufschüttung von Kies verhindert wiederum, dass Mäuse oder Ratten sich durch das Fundament ins Haus nagen können.

Um Frostschäden zu vermeiden, stellen Sie Ihr Gartenhaus auf ein rund 80 cm tiefes Fundament.

Wie ein Streifenfundament aufgebaut wird, erfahren Sie in diesem Video.

2 Kommentare zu Bodenbelag fürs Gartenhaus

  1. Ich finde euren Beitrag sehr informativ. Einige hilfreiche Ratschläge sind auch dabei. Vor 6 Jahren hatten wir in eine neue Wohnung eingezogen, wo die Terrasse bereits fertig war, jedoch entsprach der Boden nicht meinem Wunsch. Hätte ich nun die Möglichkeit dazu meinen Terrassenboden selbst zu bearbeiten, dann würde ich mich im Internet über Bodenbeläge gründlich informieren.

  2. Ich finde diesen Beitrag sehr interessant und ausführlich. Mittlerweile gibt es so viel Auswahl bzgl. des Bodens. Man kann nun sogar gesundheitsförderndes Parkett kaufen. Ja, auch ich war verwundert, als ich es zum ersten Mal las.

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